Schauspieler demonstrieren für mehr Geld

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Die Schauspieler Nina Petri (v.l.), Tanja Schuhmann, Patrick Bach, Angela Roy und Heinrich Schafmeister spielen am Samstag (01.10.2011) in Hamburg während einer Protestaktion von Schauspielern unter dem Motto "Wir pfeifen auf dem letzten Loch" auf Flöten.

Hamburg - Schauspieler haben am Samstag in der Hamburger Innenstadt für höhere Gagen demonstriert. Unterstützung bekamen sie von prominenten Kollegen.

Mit einer Protestaktion in der Hamburger Innenstadt hat der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) am Samstag höhere Gagen gefordert. Die Fernsehsender kürzten immer häufiger pauschal ihre Budgets, was dann auch weniger Geld für die Schauspieler bedeute, sagte der Leiter des Verbandes in der Hansestadt, Martin May. Die etwa 100 Teilnehmer des Protests machten sich lautstark mit Flöten und Pfeifen bemerkbar. Das Motto auf einem Transparent lautete: “Klappe auf! Wir pfeifen auf dem letzten Loch.“ Die Teilnehmer ließen auch Luftballons steigen, an denen Zettel mit ihren Forderungen hingen.

May verwies auf eine Erhebung der Universität Münster aus dem vergangenen Jahr unter mehr als 700 Filmschauspielern, nach der 55,5 Prozent von ihnen mit weniger als 20 000 Euro brutto im Jahr auskommen müssen. Mehr als zwei Drittel verdienten weniger als 30 000 Euro. Während die Öffentlichkeit immer die gut bezahlten Kollegen auf dem roten Teppich wahrnehme, lebten zwei Drittel der Darsteller in prekären Verhältnissen.

Der Protest wurde von prominenten Hamburger Schauspielern unterstützt. Es beteiligten sich unter anderem Nina Petri, Angela Roy, Patrick Bach, Karoline Eichhorn, Tanja Schumann, Heinrich Schafmeister und Catrin Striebeck.

Erst am Donnerstag hatte das 19. Hamburger Filmfest begonnen. Der Schauspielerverband plant im Rahmen des Festivals weitere Protestaktionen wie eine Unterschriftensammlung und einen offenen Stammtisch. Dem 2006 gegründeten BFFS gehören nach Angaben von May 2000 Film- und Fernsehschauspieler an. Der Verband setzt sich für eine international konkurrenzfähige Film- und Fernsehindustrie mit transparenten und fairen Regeln für alle Beteiligten ein.

dpa

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