Das Multitalent wird 80

Schauspiel-Legende Warren Beatty im Interview: „Jetzt gehen Sie zu weit“

US-Schauspieler Warren Beatty beim Interview mit tz-Hollywood-Reporter Dierk Sindermann.

Los Angeles - Der US-amerikanische Schauspieler Warren Beatty feiert am 30. März seinen 80. Geburtstag - und gab tz-Hollywood-Reporter Dierk Sindermann zu diesem Anlass ein besonderes Interview. 

In Hollywoods Glamour-Ära lagen Warren Beatty die Herzen der Frauen zu Füßen – und er brach sie auch reihenweise. In einer Biografie wurden seine Bett-Abenteuer mit der unfassbaren Zahl 12775 beziffert. Unglaublich aber wahr, dass der Casanova des ganz großen Kinos am 30. März bereits seinen 80 Geburtstag feiert. 

US-Korrespondent Dierk Sindermann traf den Schauspieler, der in der Oscarnacht 2017 erst kürzlich zur größten Blamage in der Geschichte der Verleihung gesorgt hatte : Er und Faye Dunaway kürten statt „Moonlight“ fälschlicherweise zunächst den Film „La La Land“ zum besten Film des Jahres.

Eigentlich wollte der tz-Korrespondent mit dem Regisseur über seinen runden Ehrentag und die lange Liste seiner berühmtesten Eroberungen sprechen - doch mit brisanten Informationen zu seinen Verflossenen wie Brigitte Bardot, Madonna oder auch Barbara Streisand hielt sich der 79-Jährige bedauerlicherweise zurück. 

Warren Beatty im Interview

Schauen Sie manchmal auf Ihre Eroberer-Jahre zurück? 

WB: Ich möchte keine Fragen beantworten, die Unwahrheiten aufrechterhalten. 

Sie sind in den 50er Jahrn nach Hollywood gekommen, wo noch der Puritanismus regierte. 

WB: Stimmt. 1958. Dann kam in den 60er Jahren die feministische Revolution in Gang. Ach ja, und noch etwas. Die sexuelle Revolution (lächelt). Ich bin vor diesen Themen nicht zurückgeschreckt. 

Thema Liebe. Die hat ja in den meisten Ihrer Filme eine Rolle gespielt. Halten Sie es mit dem Wahlspruch, dass Liebe alles  überwindet? 

WB: Jetzt gehen Sie zu weit (legt die Stirn in Falten). Ja ich glaube, dass da etwas Wahres dran ist. 

Was hat Ihre Ehe so beständig gemacht? 

WB: Die Perfektion der Frau, mit der ich verheiratet bin. 

Können Sie anderen Paaren ein paar Ratschläge geben? 

WB (hält demonstrativ die Hand hinters Ohr): Ich kann Sie nicht verstehen. Was???

Beattys älteste Tochter ist transsexuell 

Vielleicht ist des Rätsels Lösung ja ganz simpel - und lautet schlicht „Familienglück“: Immerhin haben Warren und seine Frau Annette Bening vier Kinder. Die älteste Tochter Kathleen war die einzige, die die Familie in die Schlagzeilen brachte. Mit 14 bekannte sie sich zur Transsexualität und änderte ihren Namen zu Stephen. Der Vater respektiert das nicht nur, er bewundert es: “Er ist ein Revolutionär, ein Genie. Und mein Held.”

Wie ist Ihr Verhältnis zu den Kindern? 

WB (grinst): Ich bezeichne sie als meine vier osteuropäischen Nationen. Ich verhandle mit ihnen, sende manchmal Botschafter aus. Vor allem schütze ich ihre Privatsphäre. Wenn man eine berühmte Mutter und einen berühmten Vater hat, dann braucht man das. 

Wie kommunizieren Sie mit den Kids? 

WB: Per SMS. Ich schreibe und sie antworten nicht. 

Beatty liefert spärliche Informationen

Auch der Frage, was die Kinder von seinen Filmen halten, weicht Beatty lieber amüsiert aus. Er verrät nur, dass eines der 4 vor kurzem „Reds“ gesehen hat. Und es „ganz unterhaltsam” fand.

In den vergangenen 25 Jahren machte der Veteran (13 Oscar-Nominierungen, 1 Oscar) nur fünf Filme. Nummer 6 kommt im nächsten April in unsere Kinos. In “Regeln spielen keine Rolle” spielt Beatty den legendär exzentrischen Hollywood-Produzenten Howard Hughes. 

Warum haben Sie so wenig gefilmt?

WB: Weil ich es nicht brauche. Und weil mir meine vier Kinder und die Ehe mehr gegeben hat als alles, was ich früher erlebt habe. 

Früher prägte die Politik Beattys Leben

Beatty und seine Schwester Shirley McLaine engagierten sich in den 60er Jahren politisch für die Demokraten. Er unterstützte den – erfolglosen – Präsidentschafts-Kandidaten George McGovern und viele Fans versuchten ihn davon zu überzeugen, sich selbst aufstellen zu lassen. Er lehnte es ab. 

Können wir über Politik reden? 

WB (seufzt): Das versuche ich zu vermeiden. Und es würde Ihnen leid tun. Denn wenn ich erst einmal damit anfange, höre ich nicht mehr auf. Wenn Sie sich mit meiner Vergangenheit auskennen, dann wissen Sie, was bei meiner Litanei herauskommt. Ich habe mich nicht geändert. 

Was tun Sie, damit unser Planet grüner wird? 

WB: Was immer ich tun kann (lacht sich ob seiner Wortkargheit ins Fäustchen). Das war gut, nicht wahr? 

Sie sind jetzt 80. Gibt es noch etwas im Leben, was Sie unbedingt tun wollen? 

WB: Ich habe neulich etwas getan, was ich noch nie getan habe. Ich habe versucht, auf Social Media zu gehen. 

Und? 

WB: Ich weiss nicht, ob ich es noch mal tun soll. 

Okay, dann foltern wir Sie nur noch mit einer letzten Frage. Was bedeutet Ihnen der Ruhm, den Sie Ihr Leben lang gehabt haben?

WB: Ich habe das mal eine junge Schauspielerin gefragt, die von ihrem 8. Lebensjahr berühmt war... ...Jodie Foster. 

Und was war deren Antwort?

WB: Ein Wort. Zugang. 

Sie meinen, einen Namen zu haben, der einem in Hollywood alle Türen öffnet? 

WB: Diese Frage wollte ich vermeiden. 

Interview: Dierk Sindermann

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