Sagt Prinz Ernst August die Wahrheit?

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Prinz Ernst August erschien bereits am zweiten Verhandlungstag nicht mehr vor Gericht.

Hildesheim - Wie Glaubwürdig ist Prinz Ernst August? Darüber stritten Nebenklage und Verteidigung am dritten Verhandlungstag vor Gericht.

Der Hotelier Josef Brunlehner bezweifelte vor dem Landgericht Hildesheim Angaben von Entlastungszeugen, darunter Prinzessin Caroline von Hannover. Die Verteidigung versuchte umgekehrt, die Aussagen Brunlehners zu erschüttern. Der Hotelier wurde Anfang 2000 in Kenia von Prinz Ernst August angegriffen. Brunlehner blieb in seiner Vernehmung auch bei eingehender Befragung dabei, dass die Auseinandersetzung am Strand der Ferieninsel Lamu in einiger Entfernung von einer Hotelterrasse stattgefunden habe.

Auf der Terrasse befand sich zur fraglichen Zeit Prinzessin Caroline. “Von der Terrasse aus konnte man nichts sehen, dabei bleibe ich“, antwortete er auf die Frage, ob Caroline seiner Auffassung nach gelogen habe. Die Prinzessin war im Wiederaufnahmeverfahren, das ihr Mann nach einer ersten Verurteilung angestrengt hatte, als Entlastungszeugin aufgetreten. Laut “Spiegel“ bestätigte sie, dass ihr Mann Brunlehner lediglich zwei Ohrfeigen gegeben habe.

Entwicklungshelfer als weiterer Zeuge

Die Nebenklage benannte zudem einen Entwicklungshelfer als Zeugen, der im Frühjahr auf der Insel mit weiteren Ortsansässigen gesprochen haben soll, die in dem Wiederaufnahmeverfahren ausgesagt hatten. Der Deutsche habe ihm von Falschaussagen im Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Hildesheim berichtet, habe dann aber wegen erheblicher Repressalien der kenianischen Polizei schnell abreisen müssen, sagte Brunlehner.

Auch die Verteidigung beantragte, den Entwicklungshelfer als Zeugen zu hören. Prinz Ernst August hatte am ersten Prozesstag zugegeben, dem Hotelier im Januar 2000 am Strand von Lamu zwei Mal geohrfeigt zu haben. Brunlehner dagegen berichtete, er sei brutal verprügelt und erheblich verletzt worden. Anhand eines Zeitungsfotos habe er später den Prinzen als Täter erkannt.

Wegen der Auseinandersetzung in Kenia hatte das Landgericht Hannover den Adeligen im Jahr 2004 zu 445.000 Euro Geldstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Im November 2008 hob das Landgericht Hildesheim das Urteil auf, nachdem die Ehefrau des Angeklagten, Prinzessin Caroline von Hannover, und weitere Zeugen die Angaben des Prinzen bestätigt hatten. 

ap

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