Prinzessin Annes Scheidung - nur der Anfang

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Auf ihrem Pferd "Goodwill" redet Prinzessin Anne während des Dressur-Trainings für die Military-Meisterschaften im September 1975 in Luhmühlen bei Lüneburg mit Ehemann Mark Phillips. 1992 ließ sie sich scheiden.

London - Als sich Prinzessin Anne 1992 von ihrem untreuen Mann Mark Phillips scheiden ließ, war das für die britischen Royals nur der Anfang - ihre Brüder folgten. Für die Queen war es ihr “Annus Horribilis“.

Als Mark Phillips seiner Schwiegermutter am 14. November 1973 einen Korb gab, als die Queen ihm einen Adelstitel schenken wollte, mag die schon nichts Gutes geahnt haben. Die Traumhochzeit ihrer Tochter Prinzessin Anne mit dem schneidigen Armee-Hauptmann und Olympiasieger im Vielseitigkeitsreiten wurde dennoch für Elizabeth II. zum Freudentag und für die Welt zum gefeierten Medienereignis. Doch die Ehe ging nicht lange gut. Nach Trennung, Seitensprüngen und sogar einem unehelichen Kind ließ sich das Paar schließlich am 23. April 1992 scheiden.

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Was die Queen an diesem Tag noch nicht wusste: Die Scheidung ihrer einzigen Tochter sollte der Auftakt zu ihrem “Annus Horribilis“ werden. Denn auch die Beziehung ihres zweiten Sohnes Prinz Andrew mit Sarah “Fergie“ Ferguson brach im selben Jahr noch auseinander. Und über das “Eheglück“ ihres Ältesten wussten damals die Londoner Boulevard-Reporter hervorragend Bescheid - das Verhältnis zwischen Prinz Charles und Prinzessin Diana war schon zu dieser Zeit nicht mehr zu kitten. Als dann schließlich im November auch noch Schloss Windsor halb niederbrannte, war das Jahr für die Monarchin nicht mehr zu retten.

“1992 ist kein Jahr, auf das ich mit reiner Freude zurückblicken werde“, sagte die Queen in der Londoner Guildhall im Rückblick. Ob sie damals mehr an die Wirren der Balkankriege dachte oder an ihre familiären Unebenheiten, ist bis heute nicht vollends geklärt. Dass Prinzessin Anne sich in Sachen Wiederheirat sehr beeilte und noch am 12. Dezember 1992 ihren zweiten Mann Timothy Laurence ehelichte - diesmal nicht mehr prunkvoll in der Londoner Westminster Abbey, sondern eher schlicht in Schottland - konnte auch nicht zum Familienfrieden beitragen. Die Church of Scotland erlaubte damals schon die Wiederheirat Geschiedener. Die Kirche von England, deren Oberhaupt die Queen ist, gab sich damals noch konservativ.

Auch diese Ehe ist, glaubt man britischen Zeitungsberichten, inzwischen wieder “On the Rocks“ - auf Eis. Angeblich sollen die beiden nur noch auf dem Papier zusammen sein, um eine weitere Scheidung zu vermeiden. Privat hat Anne ganz offensichtlich Spaß mit ihren Kindern Zara (30) und Peter (34), deren Vater ihr erster Mann Mark Phillips ist. Beide hielten ihre Sprösslinge bewusst vom Leben am Hofe der Queen fern. Weder Zara Phillips - wie ihre Eltern erfolgreich im Vielseitigsreiten - noch ihr Bruder Peter tragen Adelstitel. Beide sind inzwischen mit Bürgerlichen verheiratet.

Anne selbst, inzwischen 61 Jahre alt, stürzt sich hingegen in die Arbeit. Mit über 700 Terminen im Jahr ist sie das mit Abstand meist beschäftigste Mitglied der königlichen Familie. Bei den Olympischen Spielen in ihrer Heimatstadt London wird sie im Sommer eine tragende Rolle spielen. Die Military-Europameisterin von 1971 ist unter anderem Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Auf den olympischen Reitanlagen in Greenwich wird die Princess Royal - wie ihr Ehrentitel lautet - wohl auch auf ihren früheren Ehemann treffen. Mark Phillips, der während der Ehe mit der Prinzessin seine 1985 geborene uneheliche Tochter Felicity Tonkin zeugte, ist inzwischen Trainer der amerikanischen Olympia-Equipe der Vielseitigkeitsreiter. Verheiratet ist er seit 1997 in zweiter Ehe mit der US-Dressurreiterin Sandy Pflueger.

dpa

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