Otti Fischers schräger Oktoberfest-Auftritt

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Ottfried Fischer kam mit Vollbart, ohne Socken und mit Sandalen auf die Wiesn.

München - Im Weinzelt tummeln sich die Schönen und Reichen, ihre Trachten sind bisweilen noch teurer als der Schampus aus der Magnumflasche. Umso pikierter schaute mancher Promi, als Schauspiel-Ikone Otti Fischer die Bühne der Eitelkeiten betrat:

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Schlabber-T-Shirt, Birkenstock-Schuhe ohne Socken, Rauschebart – so feierte der 57-Jährige am Dienstagabend beim Wiesn-Treff der Mainstream Media AG. Irgendwie passte der Aufzug nicht so recht zum Heile-Welt-Image, das die Sendergruppe (Heimatkanal, Romance TV, Goldstar TV) sonst ausstrahlt. „Mit seinem Outfit hat der Otti einige Leute verblüfft“, gesteht Vorstandschef Gottfried Zmeck – aber der Gastgeber nimmt’s mit Humor: „Mich hat’s nicht gestört, ganz im Gegenteil: Es war ein netter, amüsanter und interessanter Abend mit ihm. Wir hatten unsere Gaudi.“

Ottis schräger Auftritt auf der Wiesn – auch dem Schauspieler selbst ist die Sache alles andere als peinlich. Er verweist auf eine Weisheit aus seinem Buch Ex­trem Bayrisch: „Der richtige Dresscode ist jedem selbst überlassen. Oder anders ausgedrückt: Auf die Wiesn kann jeder gehen, wie er mag.“ Im Übrigen, so Fischer weiter, sei seine Garderobe ja noch harmlos gegenüber der vielen anderen Oktoberfest-Besuchern: „Wenn man bösartig wäre, könnte man ja auch sagen: Auf der Wiesn laufen so viele Trachtoiden herum, da könntest du ja jeden Abend Hunderte aus den Zelten jagen.“

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Wir lernen: Auch Fischer liebt es etwas extravagant, ist also quasi ein Trendsetter. tz-Nachfrage beim Kult-Kabarettisten: Woher haben Sie denn dieses T-Shirt? „Das haben wir meine Kinder aus dem Urlaub mitgebracht.“ Das Ferienziel verrät er lieber nicht. Könnte ja sein, dass der ein oder andere Weinzelt-Promi sonst schnurstracks mit der Einkaufstasche zum Flughafen jetsettet.
Zurück zum Ernst des Lebens – und der liegt für Fischer im Spaß am Alltäglichen. Der sympathische Wahl-Schwabinger zur tz: „Ich komme mit meiner Parkinson-Erkrankung zurecht, kann überall hingehen. Zum Beispiel auf die Wiesn. Das einzige, was mir wirklich Probleme macht, ist mein Knie. Ich habe eine Schleimbeutelentzündung. Aber ansonsten geht’s mir gut. Und deshalb bin ich gerade der glücklichste Mensch der Welt.“

Auch im Fernsehen wird der Star bald wieder häufiger zu sehen sein. Er dreht neue Folgen seiner Erfolgsserie Pfarrer Braun. Fischer: „Schon im Oktober geht’s los.“

Beim Wiesn-Treff der Fernsehmacher von Mainstream ging es dagegen eher um den Bullen von Tölz. Zum einen, weil die Kult-Serie inzwischen im Heimatkanal läuft. Und zum anderen, weil Otti mit seinem Gastgeber quasi die Dreharbeiten noch mal Revue passieren ließ. „Als ich auf dem Balkon eine Zigarette rauchen wollte, hat er mir gezeigt, dass er immer noch den Polizeigriff beherrscht“, erzählt Gottfried Zmeck schmunzelnd.

Auch der Senderchef weiß, dass immer wieder über Fischers Gesundheitszustand getuschelt wird. Aber er findet das unangebracht – insbesondere deshalb, weil der Schauspieler offen mit seiner Parkinson-Erkrankung umgeht: „Ich habe ihn auf der Wiesn als einen witzigen, präsenten Menschen erlebt, der sich sehr wohlgefühlt hat.“

Andreas Beez

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