Hungerstreik beim Song Contest

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Roman Lob tritt für Deutschland an

Baku/Moskau - Am Rande des Eurovision Song Contest in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku haben zwölf inhaftierte Oppositionelle mit einem Hungerstreik ihre Freilassung gefordert.

Das teilte die oppositionelle Gesellschaftskammer am Dienstag mit. Die Aktivisten seien von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als politische Gefangene anerkannt, meldete die unabhängige Agentur Turan. Der Menschenrechtspolitiker Volker Beck von den Grünen im Bundestag bezeichnete die Lage in der Südkaukasusrepublik als “äußerst kritisch“.

Der Abgeordnete besucht an diesem Mittwoch erstmals Baku, um dort an einer Konferenz des Menschenrechtsprojekts “Sing for Democracy“ teilzunehmen, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. Auch ein Treffen mit dem aserbaidschanischen Schwulenaktivisten Kamran Rzajew steht auf dem Plan. “Die aserbaidschanische Regierung behindert Menschenrechtsaktivisten wo sie nur kann“, sagte Beck.

“Das Regime von Alijew darf den ESC nicht zu einer großen Propagandashow machen“, sagte Beck über den autoritären Präsidenten Ilcham Alijew. “Wir haben keine andere Wahl, als diesem Diktator zumindest verbal vors Schienbein zu treten.“ Für Reporter ohne Grenzen, die Gewalt gegen Journalisten in Aserbaidschan kritisiert, nimmt der deutsche Vertreter Ingo Petz an der Menschenrechtskonferenz teil, wie die Organisation mitteilte.

Amnesty International forderte unterdessen ein Ende der Polizeigewalt gegen Andersdenkende in Aserbaidschan. Am Montag waren knapp 20 Menschen bei spontanen Protesten gegen Behörden- und Justizwillkür festgenommen worden. Die Opposition hatte angekündigt, die internationale Aufmerksamkeit zum ESC verschärft für die Proteste nutzen zu wollen.

Vor dem ESC-Finale am 26. Mai setzten die Gäste ihre Proben in der von Deutschen gebauten Crystal Hall fort. Die deutsche ESC-Delegation mit dem Sänger Roman Lob wird an diesem Donnerstag in Baku erwartet. Seine erste Probe ist an diesem Samstag geplant. Lob hat mit der Ballade “Standing Still“ die Startnummer 20.

dpa

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