Oliver Mommsen: Bahnfahren als Kirchenersatz

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Oliver Mommsen

Berlin - “Tatort“-Schauspieler Oliver Mommsen beobachtet “wahnsinnig gerne Menschen“. Das geht vor allem bei Bahnfahrten sehr gut. Und macht gleichzeitig demütig.

Das sagte er in einem Interview der Tageszeitung “Die Welt“ (Samstagausgabe). Um als Schauspieler menschliche Ausdrücke zu studieren, sieht er sich seine Mitmenschen genau an. “Gerade in Berlin sind irre viele Bekloppte unterwegs, da gibt es immer was zu sehen. Oder auch im Großraumwagen der Bahn: Kleinfamilie am Vierertisch, Durchdrängeln im Gang, da tobt der Laden. Bahnfahren ist mein Ersatz für die Kirche, da lerne ich Demut“, scherzte der Nachfahre des Historikers und Literaturnobelpreisträgers Theodor Mommsen.

Mommsen findet, dass Kleidung “enorm viel“ über einen Menschen verrät. “Sie erzählt, was er arbeitet, wie viel Geld er für sein Aussehen ausgibt, ob er Trends folgt, ob er versucht, sich zu verstecken, oder ob er versucht aufzufallen.“

Sein eigener Stil sei “im besten Fall lässig, unaufgeregt“, sagte der 42-jährige Darsteller des Bremer Ermittlers Nils Stedefreund, der Assistent der “Tatort“-Kommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel). “Ich ziehe mich gerne so an, dass ich mich, egal, was der Tag so bringt, wohlfühle. Kleidung soll mich nicht davon abhalten, irgendwohin gehen zu können, sei es jetzt eine verruchte Kellerbar oder das Foyer eines Luxushotels“, erklärte Mommsen.

dapd

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