Feier in Stockholm

Nobelpreise verliehen - ohne Bob Dylan

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Bob Dylan.

Oslo/Stockholm - Kluge Köpfe und glamouröse Royals: Bei den Nobelpreisverleihungen in Stockholm und Oslo ging es mal wieder festlich zu. Nur einer pfiff auf die Feierlichkeiten.

Die Nobelpreisträger 2016 sind am Samstag bei Feiern in Stockholm und Oslo geehrt worden. Zuerst nahm der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos in der norwegischen Hauptstadt am Mittag den Friedensnobelpreis entgegen. Die Auszeichnung war ihm für seine Bemühungen um ein Ende des blutigen Guerilla-Kriegs in seinem Land zuerkannt worden. Nachdem das Volk einen ersten Friedensvertrag mit der linken Farc-Guerilla in einem Referendum im Oktober abgelehnt hatte, nahm der Kongress Ende November eine neue Version des Abkommens an. „Mit diesem neuen Vertrag ist der älteste und letzte bewaffnete Konflikt der westlichen Hemisphäre beendet“, sagte Santos in Oslo.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm überreichte König Carl XVI. Gustaf den Preisträgern in Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaft am späten Nachmittag ihre Auszeichnungen. Nur der Literaturnobelpreis wurde am Samstag nicht verliehen, weil Preisträger Bob Dylan für die Feier abgesagt hatte. Wann und auf welchem Wege er die Auszeichnung bekommt, ist noch unklar.

Nobeljuror Horace Engdahl sagte in seiner Laudatio über den US-Rocksänger: Dylan habe der Sprache der Poesie in der unwahrscheinlichsten Form überhaupt - der Schallplatte - „ihren erhabenen Stil zurückgegeben, der seit der Romantik verloren war“. US-Rockikone Patti Smith sang bei der Feier in Stockholm den Dylan-Song „A Hard Rain's A-Gonna Fall“.

Das sind die weiteren Preisträger

Den Medizin-Nobelpreis nahm der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi für seine Entdeckung entgegen, wie die Müllabfuhr der Körperzellen funktioniert. „Ihre bahnbrechende Forschung hat ein uraltes Rätsel in der Biologie gelöst“, sagte Laudator Nils-Göran Larsson vom Nobelkomitee für Medizin.

Mit dem Physik-Preis wurden die theoretischen Physiker David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für ihre Beschreibung exotischer Materiezustände geehrt. Die gebürtigen Briten leben und forschen in den USA.

Den Nobelpreis in Chemie überreichte der Monarch dem gebürtigen Briten James Fraser Stoddart, Jean-Pierre Sauvage aus Frankreich und dem Niederländer Bernard Feringa für die Entwicklung der kleinsten Maschinen der Welt. „Ihre Arbeit hat die Grundlage für ein völlig neues Forschungsfeld geschaffen“, sagte Nobeljuror Olof Ramström.

Schließlich wurden die in den USA lehrenden Forscher Oliver Hart und Bengt Holmström mit dem Nobelpreis für Wirtschaft bedacht. Ihre Arbeiten helfen beim Verständnis von komplizierten Verträgen, etwa von Top-Managern. Im Gegensatz zu den traditionellen Nobelpreisen geht die Wirtschafts-Auszeichnung nicht auf das Testament des schwedischen Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie wurde erst 1968 von der Reichsbank gestiftet.

Alle Preise sind mit jeweils acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830 000 Euro) dotiert und werden jedes Jahr am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel verliehen. Den Feiern und den festlichen Banketten am Abend wohnen traditionell auch die Königsfamilien aus Schweden und Norwegen bei.

dpa

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