König Willem-Alexander und seine Máxima

Niederländische Royals besuchen Osten Deutschlands

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König Willem-Alexander und Königin Máxima kündigen ihren Deutschlandbesuch an.

Eisenach - Ein dicht gedrängtes Programm wartet auf König Willem-Alexander und seine Máxima, wenn sie ab Dienstag dem Osten Deutschlands einen Besuch abstatten. 

Familie, Reformation und bahnbrechende Ideen: Das niederländische Königspaar will sich bei seinem Deutschlandbesuch vom 7. bis 10. Februar auf die Spuren der Vorfahren begeben und zukunftsweisende Projekte in Kirche, Kultur und Wirtschaft kennenlernen. Ein Schwerpunkt ist auch das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Judenverfolgung.

Willem-Alexander (49) und seine Frau Máxima (45), die kürzlich zur zweitbeliebtesten Adeligen der Deutschen gewählt wurde, werden bei ihrer Reise durch Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von einer 70-köpfigen Handelsdelegation begleitet. In den drei Ländern wird das Paar auch von den jeweiligen Ministerpräsidenten empfangen.

Eisenach

Ein Besuch der Wartburg bei Eisenach, wo Martin Luther 1521/1522 in wenigen Wochen das Neue Testament ins Deutsche übersetzte und damit eine Grundlage für eine einheitliche deutsche Schriftsprache schuf, bildet am Dienstag (7. Februar) den Auftakt der Reise. Im Mai öffnet dort eine der drei zentralen Ausstellungen zum Jubiläum "500 Jahre Reformation". In Erfurt will das Königspaar am Mittwoch eine der ältesten erhaltenen Synagogen in Mitteleuropa besuchen.

Weimar

Die Klassikerstadt Weimar wird sich den königlichen Gästen in ihrer Doppelgesichtigkeit zeigen: als Hort des Humanismus und als Ort faschistischer Barbarei. In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald besichtigen König Willem-Alexander und Königin Máxima die neue Dauerausstellung. Das ehemalige NS-Lager oberhalb der Stadt wurde zum Synonym für die Verbrechen der Nazis. Auch mehr als 3000 Niederländer waren dort inhaftiert, mehr als 700 starben.

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie das Goethe- und Schiller-Archiv stehen für die humanistischen Ideale, die um 1800 von Weimar aus ihren Weg um die Welt nahmen. In dem Archiv trifft das Paar auf Familiengeschichte. Großherzogin Sophie, eine geborene niederländische Prinzessin, hatte den schriftlichen Nachlass Goethes geerbt und dafür das repräsentative Gebäude aus ihrer Privatschatulle bezahlt. Sie initiierte auch die erste kritische Ausgabe der Werke Goethes, die Sophienausgabe.

Jena und Leipzig

In Jena treffen die königlichen Gäste gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation Vertreter von Hightech-Betrieben und Studenten. Am Mittwochabend werden Willem-Alexander und Máxima in Leipzig zu einem Wirtschaftsdinner in der restaurierten historischen Kongresshalle erwartet. Am Donnerstag stehen dann eine ganze Reihe von Terminen in der Messestadt an. Los geht es mit einem Besuch der Strombörse EEX. Danach macht sich das Königspaar auf in das Plattenbauviertel Leipzig-Grünau. Dort wollen sie sich über Stadtumbau und Wandel informieren. Nach einem Besuch einer Gedenkstätte für Zwangsarbeit reisen sie nach Sachsen-Anhalt.

Wittenberg

Zu Beginn ihrer dortigen Visite werden sich der König und die Königin in Wittenberg die Schlosskirche ansehen. An die Tür des Gotteshauses hatte der Überlieferung nach der Theologe Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche - sich von Sünden freikaufen zu können - geschlagen. Dies gilt als Beginn der Reformation der Kirche, Kritiker der Bewegung sprechen von Spaltung. Der Thesenanschlag jährt sich in diesem Jahr zum 500. Mal und wird als Reformationsjubiläum gefeiert.

Dessau

In Dessau besichtigt das Königspaar dann das Bauhaus und informiert sich über den Hochwasserschutz. Das nahe gelegene Oranienbaum, das auch Ex-Königin Beatrix besucht hatte, hat historische Bezüge zur niederländischen Monarchie. Die Kleinstadt und das Schloss wurden im 17. Jahrhundert nach holländischem Vorbild für Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau entworfen.

Fotostrecke: Willem-Alexander und Maxima in Down-Under 

dpa

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