Mehr als 6 Millionen Aufrufe

Marlene Lufen (Sat.1) zweifelt Lockdown in emotionalem Instagram-Video an: „Wir müssen uns überlegen, ob ...“

TV-Moderatorin Marlene Lufen hat sich in einem emotionalen Video auf Instagram zum Lockdown und seinen Folgen geäußert. Damit trifft sie einen Nerv, spricht offenbar vielen Menschen aus der Seele.

Hamm - 14 Minuten lang ist das Video von Marlene Lufen auf Instagram - und es hat innerhalb eines Tages mehr als sechs Millionen Menschen erreicht. Offenbar trifft die Moderatorin, unter anderem bekannt aus dem Sat.1-Frühstücksfernsehen, einen Nerv. Denn es geht um den Corona-Lockdown und seine psychischen Folgen für die Menschen. (News zum Coronavirus)

FernsehmoderatorinMarlene Lufen
Geboren18. Dezember 1970 (Alter 50 Jahre)
EhepartnerClaus Lufen
AusbildungCarl-Friedrich-von-Siemens Gymnasium, Freie Universität Berlin

Marlene Lufen (Sat.1) auf Instagram mit emotionalem Video zum Corona-Lockdown

Sie versuche nun, etwas in Worte zu fassen, das sie schon lange umtreibe, eröffnet Marlene Lufen ihre eindringliche Video-Ansprache auf Instagram. Für uns alle sei die derzeitige Situation extrem schwierig. Der Corona-Lockdown bedeute aber für viele Menschen, dass sie niemanden haben, der sie in den Arm nehmen kann, wenn es mal sein muss. Das ist die Überleitung von Marlene Lufen zur Kernaussage ihres Instagram-Videos:

Die Botschaft der 50 Jahre alten TV-Moderatorin auf Instagram hat offenbar viele Nutzer bewegt und berührt. „Ich habe nur diese große Sorge, und die macht mich so fertig, dass ich eigentlich schon seit langer Zeit nicht mehr gut schlafe. Ich hab das Gefühl, dass wir in zwei, drei Jahren zurückgucken auf diese Zeit - und dass wir denken, wir haben‘s falsch gemacht, dieser Lockdown war das Falscheste, was wir hätten machen können. Zumindest über so einen langen Zeitraum.“

Marlene Lufen (Sat.1) zum Corona-Lockdown: Trotzdem Depressionen, Gewalt und Suchterkrankungen

Dann zählt Marlene Lufen auf, welche Menschen die Pandemie besonders hart trifft. Jene mit Depressionen, Suchterkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen, alle die derzeit keine Therapien bekommen, Gewalt in der Familie erleben - oder eben andere Probleme haben, die auch zum Tod führen können. „Das alles wird im Moment zu wenig in Betracht gezogen“, sagt Marlene Lufen in Ihrer Instagram-Botschaft - man schaue nur auf täglichen Corona-Zahlen. Wer schaue wirklich auf die Nebenwirkungen, die Auswirkungen dieses Lockdowns?

TV-Moderatorin Marlene Lufen (Sat.1) äußerte sich in einem emotionalen Video auf Instagram zum Corona-Lockdown und seinen Folgen.

Die Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen erzählt, sie habe Studien gelesen und mit vielen Menschen gesprochen, um herauszufinden, ob ihr Bauchgefühl zu diesen Lockdown-Auswirkungen wahr sei oder sie vielleicht trüge. Ob Bundesfamilienministerium, Nummer gegen Kummer, die Gewaltambulanz der Charité in Berlin, die Uni-Klinik Köln (NRW) die Stiftung Depressionshilfe oder diverse andere Einrichtungen - von allen habe sie die Reaktion gehört: „Für unsere Patienten ist die Situation eigentlich eine Katastrophe, aber das wird zu wenig gesehen.“

Marlene Lufen (Sat.1) auf Instagram: Bei Bedenken schnell als Corona-Verschwörungstheoretiker abgestempelt

Das Problem ist laut Marlene Lufen, dass jeder, der Bedenken zu den Corona-Maßnahmen äußert, derzeit schnell als Donald-Trump-Wähler oder Verschwörungstheoretiker abgestempelt, in Richtung Michael Wendler oder Attila Hildmann gedrückt werde. Dabei gebe es Zahlen aus diversen Studien, die die Probleme, die der Lockdown mit sich bringt, belegen, führt die Moderatorin (unter anderem Sat.1-Frühstücksfernsehen und Big Brother) in ihrem Instagram-Video an, das überschrieben ist mit: „Auch diese Zahlen müssen wir kennen“.

So habe etwa die Gewaltambulanz der Charité Berlin im ersten Halbjahr 2020 23 Prozent mehr Fälle von Gewaltanwendung gegen Kinder verzeichnet. Das Online-Hilfetelefon „Nummer gegen Kummer“ habe 2020 einen Zuwachs an Hilfegesuchen von 31 Prozent verzeichnet. Bei einer Umfrage hätten 74 Prozent der an einer Depression leidenden Befragten angegeben, durch den Corona-Lockdown extrem belastet zu sein.

Marlene Lufen bei Instagram: „Wir müssen kritisch auf den Lockdown blicken“

Auch die existenziellen Ängste zahlreicher Menschen führt Marlene Lufen bei Instagram ins Feld: von Friseuren, bei denen die Corona-Hilfen nicht ankommen, von Selbstständigen und Kleinunternehmern, die in Existenznot leben, von einem Bekannten, der im Lockdown seine Rentenversicherung kündigte, um seine Familie ernähren zu können.

Die psychische und seelische Not, in die Menschen im Corona-Lockdown geraten, die müssen wir einfach auch berechnen, so Marlene Lufens eindringlicher Appell, den sie, wie sie betonte, ausdrücklich als Privatperson und von Herzen aussprach. „Wir müssen kritisch auf den Lockdown blicken und uns überlegen, ob wir es nicht doch anders machen können.“

Was sie als Mutter, Tochter und Freundin erlebe, sei so schlimm. Man müsse das Gesamtwohl der Gemeinschaft im Blick haben, wie auch das Portal tz.de berichtet.* Denn: „Jedes Mal, wenn in den Nachrichten einer sagt, ‚wir müssen nochmal die Zähne zusammenbeißen, dann ist es auch durchgestanden mit der Pandemie‘, hat irgendein Kind zu Hause von seinem Vater die Faust im Gesicht, wird irgendeine Frau geschlagen, überlegt ein Jugendlicher in psychischer Not, ob er sich von der Brücke stürzt.“ - *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare