Schauspielerin schimpft auf Hollywood

Oralsex-Szene von Evan Rachel Wood gestrichen

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Evan Rachel Wood.

Los Angeles - Weil eine allzu freizügige Sex-Szene in ihrem neuen Film der Schere zum Opfer fiel, hat sich Schauspielerin Evan Rachel Wood per Twitter über die US-Filmzensur aufgeregt.

Wer in den USA den Film "Charlie Countryman" ansehen möchte, muss mindestens 17 Jahre alt und in Begleitung eines Erwachsenen sein. In dem Indie-Streifen, der dort jetzt in ausgewählten Kinos angelaufen ist, geht es zum Teil äußerst brutal zu, es wird auch viel geflucht und Drogen genommen. Doch das eigentliche Problem war eine Sex-Szene: Regisseur Fredrik Bond wollte nämlich zeigen, wie Evan Rachel Wood von Shia LaBeouf mit dem Mund verwöhnt wird. Dass für sie selbst Nackheit kein Problem ist, hat die bisexuelle Schauspielerin bereits im Film "Across the Universe" sowie der TV-Serie "Mildred Pierce" bewiesen. Den Zensoren der MPPA, des Verbands der sechs großen amerikanischen Filmproduktionsgesellschaften, war der Cunnilingus aber zu viel: Sie schnitten ihn praktisch aus dem Film heraus.

Wood wollte die Änderung im Film jedoch nicht ohne Protest hinnehmen und schrieb wutenbrannt auf ihrem Twitter-Profil: "Wieder einmal wurde weibliche Sexualität zensiert, weil jemand glaubte, dass sich das Publikum beim Anblick eines Mannes, der eine Frau oral verwöhnt, "unwohl" fühlen könnte", schrieb sie. "Die Szenen hingegen, bei denen Leuten die Köpfe weggeschossen werden, wurden nicht verändert. Das ist ein Symptom für eine Gesellschaft, die Frauen schlechtmachen will, die Sex genießen - vor allem, wenn der Mann nicht auch etwas davon hat."

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Die 26-Jährige fuhr fort: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Szene auch zensiert worden wäre, wenn die Rollenverteilung umgekehrt gewesen oder die Frau vergewaltigt worden wäre."

Sie schloss mit einem Appell an alle Männer, vor allem aber an die männlichen Hollywood-Zensoren: "Akzeptiert endlich, dass Frauen sexuelle Wesen sind und dass manche Männer es genießen, ihnen Lust zu verschaffen. Akzeptiert, dass sie nicht einfach nur gef... werden und danach danke sagen müssen. Wir dürfen Spaß haben, wir haben das Recht dazu." Ihre Geschlechtsgenossinnen rief sie auf: "Es wird Zeit, dass wir auf den Tisch hauen."

hn

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