Eichinger-Tod überschattet "Diva"-Awards

München - Die Nachricht vom Tod Bernd Eichingers hat am Dienstagabend wie eine Bombe bei der Verleihung der “Diva“-Awards in München eingeschlagen. Viele Freunde und Bekannte Eichingers erfuhren auf dem Roten Teppich davon.

Es sollte eine große Feier mit Glitzer und Glamour werden, dann platze die Nachricht vom Tod Bernd Eichingers in die Verleihung der “Diva“-Awards in München. Zahlreiche Bekannte und Freunde waren geschockt. Einige langjährige Weggefährten des 61- Jährigen erfuhren vor laufenden Kameras auf dem roten Teppich vom Tod des Produzenten. Michael “Bully“ Herbig, der für seine Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet wurde, widmete Eichinger seinen Preis. “Bernd hat nie einen Film von mir produziert, aber Bernd war immer da“, sagte Herbig. Es sei immer sein Traum gewesen, im Vorspann eines Films zu lesen: produziert von Bernd Eichinger, ein Film von “Bully“ Herbig. “Ich finde es wahnsinnig traurig, dass ich mich von diesem Traum verabschieden muss“, sagte Herbig.

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Eichinger war nur Co-Produzent seines Erfolgsfilms “Schuh des Manitu“. “Schrecklich, schrecklich. Ich möchte gar nichts mehr dazu sagen. Das ist fürchterlich“ - so reagierte ein fassungsloser Herbert Knaup auf die traurige Nachricht. Als er die “Diva“ als bester Schauspieler entgegennahm, sprach er dann doch. “Ich bin natürlich zerschmettert“, sagte Knaup. “Ich werde diese “Diva“ immer mit Bernd Eichinger in Verbindung bringen.“ Der Tod des Produzenten, “der auch irgendwie eine Diva war, mit seinen weißen Turnschuhen“, habe ein Riesen-Loch in die deutsche Filmlandschaft gerissen, sagte Knaup. Er war sichtlich bewegt - und das, obwohl Eichinger ihn nie so richtig gemocht habe. “Ich war ja auch immer mit seinen Frauen zusammen - im Film.“ “Der Bernd war ein ganz Großer“, sagte ein ebenfalls sichtlich bewegter Ralph Siegel. “Es tut mir wahnsinnig leid.“ Schauspieler Hannes Jaenicke nannte Eichinger eine Legende. Und der Präsident der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO), Steffen Kuchenreuther, brachte zunächst nur ein “Ich bin völlig fertig“ über die Lippen.

Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute für den Produzenten. Vor Beginn der Preisverleihung ergriff Veranstalter Ulrich Scheele das Wort. “Einer der Größten der deutschen Filmbranche, Bernd Eichinger, ist heute gestorben“, sagte er. Eichinger selbst war ein “Diva“-Preisträger, bei der Veranstaltung vor zwei Jahren noch hielt er im Bayerischen Hof die Laudatio für Schauspielerin Johanna Wokalek. “Bernd, Du hast Dich um den deutschen Film und für Deutschland verdient gemacht“, sagte Scheele. Die Preisträger traten an diesem Abend in den Hintergrund. Neben Multi-Talent Herbig wurden Filmstar Götz George, der italienische Musiker Zucchero und der französische Schauspieler Michel Piccoli mit “Diva“-Awards ausgezeichnet und in die sogenannte “Hall of Fame“ aufgenommen.

Schauspielerin des Jahres 2010 wurde Anna Fischer. “Eigentlich habe ich überlegt, nach Hause zu gehen“, sagte sie. “Aber the Show must go on - es muss weitergehen.“ Den Preis für die beste “Regieleistung des Jahres“ nahm Feo Aladag für ihren Film “Die Fremde“ und “für den Mann, um den wir alle trauern“ entgegen, wie sie sagte. Eichinger habe mit Leidenschaft und Hingabe Filme gemacht. Als erfolgreichste Band wurde Unheilig mit der erfolgreichsten Single des Jahres “Geboren um zu leben“ ausgezeichnet, die Band heimste auch einen Publikumspreis ein. Die Sängerin und Gewinnerin der Casting-Show “X-Factor“, Edita Abdieski, wurde als “Talent of the Year“ geehrt. Publikumspreise gingen ebenfalls an den Film “Avatar - Aufbruch nach Pandora“ und die Sat.1-Fernsehproduktion “Die Wanderhure“. Der “Earth Award“ ging an den Meeresforscher Hans Hass.

dpa

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