Bauer sucht Frau – Kerner sucht seine Zuschauer!

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Am vergangenen Montag sahen bei Kerner gerade mal 540 000 14- bis 49-Jährige zu

München - Nachdem der Start vor drei Wochen schon sehr schwach war, geht es für Johannes B. Kerner weiter bergab. Was der Sendung mit Sicherheit schadet, ist die starke Konkurrenz von RTL.

Die 30. Sendung ist wichtiger als die erste.“ Das hat Johannes B. Kerner vor dem Start seines neuen Sat.1-Magazins gesagt. Das ist einerseits vernünftig, weil sich die neue Sendung noch entwickelt und die Zuschauer sich erst daran gewöhnen müssen, Kerner bereits um 21.15 Uhr und wieder im Privatfernsehen zu sehen. Andererseits ist es sehr optimistisch, denn sollten die Einschaltquoten weiter in den Keller rauschen, muss die Frage gestellt werden, ob es eine 30. Sendung überhaupt geben wird.

Nachdem der Start vor drei Wochen schon sehr schwach war, ging es weiter bergab. Am vergangenen Montag sahen gerade mal 540 000 14- bis 49-Jährige zu, der Marktanteil in dieser sogenannten Werbezielgruppe belief sich auf nur 4,5 Prozent. Insgesamt schalteten diesmal 1,26 Millionen Menschen Kerner ein. Das waren weniger als Johannes B. Kerner zu ZDF-Zeiten mit seinem Talk erreichte, damals allerdings zu einem viel späteren Sendebeginn (gegen 23 Uhr).

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Ein Tiefpunkt für den erfolgsverwöhnten Kerner. Was der Sendung mit Sicherheit schadet, ist die starke Konkurrenz von RTL. Die Kuppelshow Bauer sucht Frau ist sozusagen „a gmahde Wiesn“ für den Kölner Sender. Mit 8,5 Millionen Zuschauern erzielte RTL am Montag wieder einen Rekord: die beste Einschaltquote der laufenden Staffel und die zweitbeste, seitdem die Bauern sich öffentlich im Heu wälzen. Und bauernschlau halten die Kölner ihre Zuschauer bei der Stange: Gleich im Anschluss berichtete ­Birgit Schrowange im RTL-Magazin Explosiv über das Liebesleben von Schäfer Heinrich, dem singenden Star der letzten Staffel.

Ein starkes Gegenprogramm, das RTL da am Montagabend auffährt – und es wird für Kerner in Zukunft nicht leichter werden. Auch Formate wie Rach – der Restauranttester, die zur gleichen Zeit wie Kerner laufen, haben bereits eine große Fangemeinde. Stellt sich die Frage, warum die Sat.1-Verantwortlichen ausgerechnet den Sendeplatz am Montag für Kerner gewählt haben: „Weil der Montag eigentlich ein guter Tag für Information ist. Der Zuschauer startet nach dem Wochenende frisch in die Woche und hat am Montag eher das Bedürfnis nach Information als gegen Ende der Woche“, sagte Sat.1-Pressesprecherin Diana Schardt der tz. „Natürlich ist die Quote enttäuschend. Wir arbeiten jetzt gemeinsam daran, die Sendung weiter zu optimieren.“

Nach dem Motto „gute Zeiten, schlechte Zeiten“ versucht man auch in der Kerner-Redaktion, gelassen mit dem Quoten-Debakel umzugehen. Kerners Sprecherin Daniela Nagorny-Richter zur tz: „Johannes Kerner fängt an, die Sendung richtig gern zu haben. Inhaltlich zeichnet sich von der ersten bis zur dritten Ausgabe eine klare Entwicklung ab. Herr Kerner hat immer gesagt, die 30. Sendung sei ihm wichtiger als die erste – und zurzeit suchen Bauern lieber Frauen anstatt Zuschauer Kerner.“

Tina Layes

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