WSC-Trainer Öztürk spürt vor Spiel beim Spitzenreiter Senden „gutes Gefühl“

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WSC-Spieler Marvin Bruland (Mitte) muss nach seinem Platzverweis zweu Wochen zuschauen.

Werne -  Thomas Overmann, Vorsitzender der Fußballer im Werner SC, war am Sonntag zufrieden. Die Erste gewann in der Bezirksliga trotz großer Personalnot mit 3:1 gegen VfL Kamen, die Zweite siegte parallel in Havixbeck mit 6:2 – und mit drei Spielern im Aufgebot, die auch Kurtulus Öztürk gerne zur Verfügung gehabt hätte.

„Ich helfe, wo ich kann“, sagt der Trainer der ersten Mannschaft, „auch wenn wir Sonntag jeden Mann gebraucht hätten.“ Er ließ aber Torhüter Vorwick sowie Eisenbach in die Zweite rotieren und verzichtete mit Heese auf einen Innenverteidiger, den er nach den Ausfällen von Giffey, Zilligen und Konieczny bestens hätte gebrauchen können.

So aber funktionierte alles vor dem „Sendener Wochenende“. Die Erste wird mit einem guten Gefühl zum Spitzenreiter VfL in den Stever-Sportpark fahren, die Reserve hat in der Kreisliga A2 vor der Partie gegen SV Bösensell 17 Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

Marvin Bruland für zwei Spiele gesperrt

Auch Öztürks Kader wird gegen den Spitzenreiter wieder größer werden, obwohl Marvin Bruland nach der Roten Karte aus dem Kamen-Spiel zweimal zuschauen muss und Christof Zilligen derzeit nur dank Gehhilfen mobil ist.

Dafür macht sich Dominik Giffey trotz eines dicken und in Regenbogenfarben schimmernden Knöchels Hoffnungen für Senden. Ein MRT-Termin heute gibt Aufschluss. Für Sonntag steht Konieczny wieder zur Verfügung, und Joel Simon dürfte nach fast 4-monatiger Pause zumindest auf der Bank sitzen.

Das wären drei Leute mit Gardemaß und auch einer Spur mehr Erfahrung. „Am Sonntag hatte ich nur noch drei Abwehrspieler“, rechnet Öztürk vor. Und am Ende spielten nach dem Platzverweis im 4-4-1-System mit Klossek, Stöver und Bozkurt „drei ganz junge Spieler hinten drin, die gefühlt so einssechzig sind“, sagt Öztürk schmunzelnd, „da kann man wirklich fast von einem Kinderriegel sprechen.“

Dennoch erzeugte der VfL Kamen auch mit hohen Flankenbällen null Torgefahr – zumal Torhüter Tim Zurstraßen bei seiner Bezirksliga-Premiere bis auf einen kleinen Wackler alle Bälle sicher herunter pflückte.

Brulands Platzverweis nach 40 Minuten entfachte das Wir-Gefühl. „Man konnte der Mannschaft in der Kabine den Willen ansehen, das Spiel mit zehn Mann zu entscheiden“, sagt Öztürk, dessen Spieler den Kamenern mit ihrer Einer-für-alle-Mentalität ein bisschen vor die Knochen, sichtlich aber vor allem auf die Nerven traten.

Bevorzugt haben die Gäste ihren Frust an Dennis Klossek abgelassen, der jeden Tritt aber eher wertschätzend empfand. „Die blauen Flecken, die man da mit vom Platz bringt, sind wie kleine Trophäen“, sagt Öztürk und weiß: „Die heilen auch immer ein bisschen schneller.“

Wichtig war vor allem, dass die erfahrenen Spieler Führungsqualitäten zeigten. So wie Janis Leenders, der auf rechts Cem Bozkurt mit ständiger positiver Ansprache die Nervosität nahm. Und wichtig auch, dass Öztürk am Ende bei seinen Einwechslungen offensive Alternativen besaß. Yilmaz und Hennes bewiesen dies bei ihrer Zusammenarbeit zum 3:1 nach einem blitzschnellen Gegenstoß über drei Stationen.

Es war nicht der einzige gute Werner Konter in Unterzahl. Mehrmals lösten sich links wie rechts Rohlmann und Leenders im rechten Moment aus der Abwehr, bekamen den Ball nach zwei, drei direkt gespielten Bällen im Aufbau auch lang serviert. Da war die Entschlossenheit deutlich zu spüren. Und die möge, so hofft Öztürk, auch in Senden zu sehen sein, denn „schließlich haben wir da nichts zu verlieren.“

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