Wernes "Mr. Volleyball" ist zur kompletten Untätigkeit gezwungen

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Bernd Purzner und die von ihm mittrainierten U13-Mädchen des TV Werne – sie sind nun alle ausgebremst.

Werne – Bernd Purzners Alltag ist seit Jahren von Volleyball geprägt. Der Werner war viele Jahre lang Erfolgstrainer der Frauen des TV Werne bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nun ist der 54-Jährige durch den Coronavirus-bedingten Lockout zur sportlichen Untätigkeit gezwungen.

Denn hauptberuflich ist Purzner als Nachwuchs-Koordinator beim Westdeutschen Volleyball-Verband angestellt und für Schulsport-Fördermaßnahmen im Regierungsbezirk Arnsberg zuständig. Der Schulbezirk deckt sich zudem mit dem WVV-Bezirk Westfalen-Süd – zu dem auch die beiden Werner Volleyballverein TV und Sport Club gehören. 

In den vergangenen zwei Wochen war der Diplom-Sportlehrer nun schon statt in den Sporthallen in der Lippestadt und der Region im „Home Office“. „Ich muss Berichte über meine Tätigkeiten speziell an den Grundschulen schreiben. Damit hatte ich erst einmal genug zu tun“, sagt Purzner.

Schulmeisterschaften wegen des Coronavirus bereits abgesagt

 Aber natürlich vermisst er die tägliche Arbeit morgens in den Schulen, nachmittags dann in den Schul-Arbeitsgemeinschaften etwa am Gymasium St. Christophorus oder an der Wiehagenschule, die ja sogar WVV-Partnerschule ist, und zudem noch in den Vereinen. Kamen an einen Donnerstag schon einmal zehn Stunden in den Hallen, morgens sechs Schulstunden und nachmittags viereinhalb bis fünf bei drei Jugendteams des TV Werne dazu, so ist derzeit an sportlichen Aktivitäten, Training und Nachwuchs-Suche nicht zu denken.

 „Ich kann mich auch sehr gut beschäftigen“, sagt Purzner. Er meint aber auch: „Es kommt mir schon so vor, als ob das schon länger als zwei Wochen geht.“ Die Auswirkungen für seine Tätigkeit speziell im Schulsport sind schon jetzt absehbar – ob der Spielbetrieb der Junioren mit den eigentlich angesetzten Endrunden stattfindet, soll sich in dieser Woche entscheiden. 

So hatten sich die auch von Purzner trainierten U13-Mädchen des TV Werne für die Endrunde der NRW-Meisterschaften qualifiziert. „Das alleine ist schon ein großer Erfolg. Aber ob sie spielen können, ist noch offen“, sagt Wernes „Mr. Volleyball“, und ergänzt: „Alle meine Projekte an den Schulen nach den Osterferien sind abgesagt.“ 

So fallen die „Westfalen Youngsters“ aus – das sind die Schulmeisterschaften der Grundschulen von den zwölf zum Regierungsbezirk gehörenden Kreisen und der zwei ebenfalls dazu gehörenden kreisfreien Städte. Auch das St. Christophorus war als Gastgeber für ein Mädchen-Landesfinale der weiterführenden Schulen ausgesucht worden und die Schul-AG des „Christo“ hätte sich hier mit den besten Teams des Landes messen können – das fällt nun komplett flach. 

Aufbauarbeit in Frage gestellt

Dabei trug die Aufbau- und Basisarbeit von Purzner erst Früchte. So ging er etwa in Unna-Königsborn oder eben auch an der Wiehagenschule mit in den Sportunterricht – und vermittelte für eine gewisse Anzahl an Sportstunden die Volleyball-Basis nach vereinfachten Regeln. „Ziel des Verbandes ist es ja, Volleyball wieder zu etablieren. Wenn man einen Sport gar nicht kennt, kann man ihn auch nicht spielen“, sagt Purzner. 

Über diese Angebote hätten immer wieder Kinder zu den Vereinen oder auch Schul-Arbeitsgemeinschaften gefunden. So seien bis zur Corona-Krise die Zahlen der Aktiven im Jugendbereich angestiegen – nach einem durchaus dramatischen Einbruch. Nun steht diese Aufbauarbeit wieder in Frage – und Bernd Purzner kann bei dieser Entwicklung im Moment nur untätig zuschauen.

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