Werner Reit-Mannschaft mal nicht vom Erfolg verwöhnt

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Heinrich Schwert stand mit Mannschaft und Standarte dieses Mal in der zweiten Reihe.

Werne - Für die vom Erfolg verwöhnten Werner Reiter verläuft das Provinzialturnier der westfälischen Reitervereine Fröndenberg nicht nach Wunsch.

Die Erfolge im Rahmen des Standarten- und des Ponywettkampfes finden sich in den Ergebnislisten im Kleingedruckten wieder. „Das war jetzt nicht so unser Turnier“, meint Reitlehrer Heinrich Schwert. Die Hoffnungen auf eine Platzierung weit vorne schwinden schon am Freitag in der ersten Teilprüfung.

Kim Hüsemann mit Ersatzpferd Fire und Janine Vehring mit Genito absolvieren die L-Dressur auf Trense sehr ordentlich, doch dann patzt ausgerechnet das erfahrenste Pferd auf dem Viereck: Herzbube, 18-jähriger Hannoveraner Wallach und mit allen Wassern gewaschen, quittiert unter Jennifer Häring urplötzlich den Dienst bei Lektionen, „die er sonst im Schlaf beherrscht“ (Schwert).

Auf Platz neun in da abschließende Springen

Der Hohenstein-Sohn will die Kapriolen nicht mehr lassen, der Punktabzug ist entsprechend massiv. „Wenn er nur einen normalen, noch nicht einmal einen überragenden Tag gehabt hätte, dann wären wir nach Dressur, Kür und Gelände auf dem dritten Platz gewesen“, rechnet Schwert vor.

Denn in der Mannschaftsdressur mit Musik läuft’s nicht überragend, aber rund. Und im Gelände haben die Werner dank Anna Richter mit Halali sowie Laura-Marie Hirsch mit Lucky Luke zwei Reiterinnen fehlerfrei innerhalb der Bestzeit im Ziel.

So aber geht es auf Platz neun in das abschließende Springen, und auch da gibt’s unerwartete Fehler – so wie bei Kathrin Wacker, die mit Viola sonst sicher über M- und S-Höhen geht, hier aber auf L-Niveau einen Springfehler mit in die Wertung nimmt. Am Ende bleibt Rang elf in der Teamwertung sowie Platz sieben als bestes Werner Ergebnis in der Einzelwertung durch Anna Richter.

Auch der Ponywettkampf läuft für die Mädchen des RV St. Georg nicht nach Wunsch.

"Wir hätten Protest einlegen können..."

Hier sorgen äußere Umstände, dafür, dass bereits nach der Dressur der Traum von einem Top 3-Platz geplatzt ist. Mitten in die Vorstellung der Werner hinein wird auf dem Nebenplatz eine Springprüfung mit großem Getöse platziert – übertragen auch an das Viereck durch die Lautsprecher, die am Abend zuvor die Kür beschallt hat. „Da gab’s kein Halten mehr“, beschreibt Heinrich Schwert die Zeit, in der Hannah Kosnetzki und ihre Kolleginnen größte Mühe haben, ihre Ponys zu bändigen. „Wir hätten Protest einlegen können, aber gut...“, meint Schwert.

Doch die Mädchen ließen sich nicht entmutigen. Hannah Kosanetzki gewinnt mit Norma Jean Baker den folgenden Geländewettbewerb und belegt mit Jolina Lichtenberg und Noblesse im abschließenden Springen die Plätze direkt hinter Sieger Michael Brosswitz. Damit geht es in der Gesamtwertung vor auf Rang sechs und für Kosanetzki auf Rang fünf in der Einzelwertung.

Auch die sonst so starken Springreiter galoppieren unglücklich der Musik hinterher. So legen Stephan Schwert mit Clark Gable und Kathrin Wacker mit Mon Amour tolle Runden hin, reißen aber jeweils am letzten Sprung eine Stange aus der Auflage. So gibt’s im Endresultat der westfälischen Meisterschaft Rang zwölf.

Ein bisschen, ein kleines bisschen Goldstaub bleibt bei den westfälischen Titelkämpfen aber auch an den Wernern hängen. „Wir freuen uns mit den Herberner Springreitern über deren Titelgewinn“, sagt der Werner Reitlehrer. Fast haben die nämlich gar nicht mitgemacht. Heinrich Schwert: „Wir haben ihnen den ganzen Sommer über gut zugeredet, dass sie mitmachen sollen. Denn mit so guten Reitern darf man einfach nicht zuhause bleiben.“

Diese Einschätzung bleibt schließlich nicht ungehört. Und so freuen sich am Ende die überragende Marie Ligges, die beide Einzelwertungen auf M**-Niveau mit Cassandra L gewinnt, Katja Heitbaum, ihr Bruder Christopher Baartz und Bernd Burghardt über Gold vor Fröndenberg mit Top-Reiter Franz-Josef Dahlmann. - gu

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