Sauna-Abend als Belohnung für Spitzenreiter Werner SC

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Gut bewacht wurde WSC-Spielmacher Marc Schwerbrock – aber erst, als Werne gegen Kaiserau schon vorne lag.

WERNE - Dieser Aufenthalt in der Türkei ist schon lange geplant: Kurtulus Öztürk verabschiedete sich am Sonntag beim Werner SC für knapp drei Wochen aus dem Trainings- und Spielbetrieb.

Die Sorge, dass seine Abwesenheit beim Bezirksliga-Tabellenführer angesichts von fünf Punkten Vorsprung zu einer gewissen (Nach-)Lässigkeit führen könnte, hat der Spielertrainer nicht. Zu ehrgeizig sei die Mannschaft, der Teamgeist ausgesprochen groß, sagt er.

Einzig Enes Akyüz stand zuletzt ein wenig außen vor, war offensichtlich unzufrieden in seiner Reservistenrolle. Öztürk: „Er hat sich das sicher einfacher vorgestellt. Er ist ein cooler Junge und ein guter Kicker, aber in den letzten Wochen hatte ich nicht das Gefühl, dass ich mich auf ihn verlassen kann.“

Am Sonntag endete für den Neuzugang vom TSC Hamm nach einem lustlos absolvierten Kurzeinsatz die Zeit beim Sport Club. „Zur Not muss man sich dann auch in der Bezirksliga mal von einem Spieler trennen“, sagt sein (Ex-)Trainer.

„Die Trainingspläne sind bis ins Detail ausgearbeitet. Die Spieler wissen genau, was sie machen müssen“, sagt Öztürk, der bei den Spielen in Dorstfeld, daheim gegen Nordkirchen und beim SuS Oberaden durch Axel Scheunemann vertreten wird.

Auch den „Alterspräsidenten“ im Team, Marius Nowak (35), sowie Oliver Winter und die Kapitäne hat Öztürk mit in die Verantwortung genommen. Deren Aufgabe ist am Dienstag zunächst eine leichte: Als Belohnung für die überragend gespielte erste Hälfte der Hinrunde geht es zu einem Sauna-Abend ins Hammer Maximare.

Acht Spiele, sieben Siege und ein Unentschieden zum Auftakt, 22 der 24 möglichen Punkte geholt – und das mit einem überragenden Torverhältnis von 26:5. Die Bilanz zeigt die Stärken der Werner: Die Defensivarbeit, die vorne beginnt, und der Offensivvortrag, der schon hinten kreativ vorbereitet wird. Den zu stoppen, versuchte auch der Liga-Vorletzte vergebens.

Nach 25 Minuten stellte der Kaiserauer Trainer, Alexander Berger, sein System auf eine Mittelfeldraute um. Marc Schwerbrock sollte – quasi durch einen Manndecker – daran gehindert werden, aus der eigenen Hälfte heraus den Spielaufbau zu betreiben. „Er ist nun einmal einer der stärksten Spieler in dieser Liga“, sagte Berger, aber auch: „Als wir das gemacht haben, war’s schon zu spät.“ 2:0 führte der Sport Club und hatte bereits die Basis gelegt für einen klaren Sieg.

Und der geriet nicht einmal durch die Torheit von Sebastian Schnee in Gefahr, der sich für den Platzverweis nach einem Kopfstoß gegen Milcarek (53.) vor der Spruchkammer verantworten muss. „Er ist ja kein Wiederholungstäter. Nocke war völlig niedergeschlagen, hat sich bei der Mannschaft entschuldigt“, sagt Öztürk, der aber auch dieser Situation noch etwas Positives abgewinnen kann: „Das ergibt eine neue Konkurrenzsituation. Das ist gut für meine Stellvertreter“, sagt Öztürk. Denkbare Lösung: Kai Wintjes wird gegen Dorstfeld auf der rechten Außenbahn spielen.

Keine Änderung dürfte es für den kommenden Sonntag auf der Torhüter-Position geben. Michael Rockel steigt nach seiner Rückenverletzung aus dem Langschede-Spiel zwar am Donnerstag wieder ins Training ein, doch dürfte Axel Scheunemann keine Veranlassung sehen, Chuck Germino sofort wieder aus dem Kasten zu nehmen.

Denn der strahlte gegen Kaiserau eine große Sicherheit aus. Von alten Schwächen in der Strafraumbeherrschung war nichts zu sehen. Weil die Gäste vornehmlich mit hohen Bällen operierten, musste der 23-Jährige die Torlinie gut ein Dutzend Mal verlassen. Erfolgsquote: 100 Prozent – ohne Wackler, ohne Nachfassen. - gu

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