Dritter Saisonerfolg für Tschernoster - Starkes Rennen von Volmerg

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Jan Tschernoster freut sich in Fischeln über den dritten Saisonsieg.

KREFELD - Das jüngste Rennwochenende verlief fürden Radsportclub Werne überaus erfolgreich. In Krefeld-Fischeln sicherte sich Jan Tschernoster seinen dritten Saisonsieg. Lars Volmerg verpasste nach einem couragierten Rennen in der C-Klasse nur knapp das Podium. Aber auch er feierte den vierten Platz unter 200 Fahrern als großen Erfolg.

Auf einer 1,35 Kilometer langen Runde mussten die U19-Junioren 54 Kilometer absolvieren. Das Rennen war von Beginn an schnell und es dauerte lange, bis sich eine stabile Rennsituation einstellte. Den ersten längeren Ausreißversuch unternahmen Joshua Schotten (Düren) und Janek Heming (Bocholt). Ihre Flucht wurde dadurch begünstigt, dass alle anderen zunächst auf Tschernoster schauten, da die beiden Ausreißer ernst zu nehmen waren und man die Arbeit dem RSCler überlassen wollte. Der aber machte deutlich, dass er die Nachführarbeit nicht alleine übernehmen wollte. So gewann die Fluchtgruppe einige Sekunden an Vorsprung.

Durch einen taktisch klugen Schachzug veränderte der Werner die Rennsituation dennoch entscheidend. Nachdem weitere Fahrer den ernst der Lage erkannten und versuchten, dem Feld zu entkommen, setzte Tschernoster nach. Er nahm dann beim Einholen der Verfolgergruppe nicht etwa die Beine hoch, sondern zog vorbei, um die Lücke nach vorne im Solo zu schließen.

Der Überraschungseffekt war da. Der Werner setzte alles auf eine Karte, fuhr die Lücke nach vorne zu und zu dritt fuhren Tschernoster, Schotten und Heming zwischen zehn und 15 Sekunden vor dem Feld her. Während aber die Spitzengruppe weiterhin perfekt harmonierte, kam es im Feld zu ersten Unstimmigkeiten und der Vorsprung des Trios wuchs mit jeder Runde um ein paar Sekunden. Gut zehn Runden vor dem Ende hatten die Führenden über eine halbe Minute herausgefahren und das Feld gab endgültig auf.

Zwei Runden vor dem Ende startete Tschernoster auf der Zielgerade einen weiteren Angriff. Nur Schotten folgte zunächst, musste aber ebenfalls abreißen lassen. Der Weg war frei für Tschernoster. „Das war heute ein wirklich schnelles und hartes Rennen“, sagte er, „aber die Gruppe war gut besetzt. Wir haben einfach alles gegeben und gehofft, dass das Feld zuerst aufgibt.“

Einen Erfolg feierte Lars Volmerg über 66,2 Kilometer in der C-Klasse – auch wenn er das Podium denkbar knapp verpasste. In einem Feld mit mehr als 200 Startern war die Taktik des Werners goldrichtig, möglichst weit vorne zu fahren. Das hohe Tempo führte letztlich dazu, dass sich 13 Fahrer absetzten – darunter auch der für das Matrix-Racing Team startende Werner.

Die Gruppe arbeitete gut, überrundete sogar das Feld. In der letzten Runde hatte Volmerg das richtige Hinterrad. Seine Position sollte sich als richtig erweisen, als es direkt hinter ihm in der Zielkurve zu einem Sturz kam, der die Hälfte der Gruppe um alle Chancen brachte. Trotz der eher bescheidenen Sprinterqualitäten Volmergs reichte es für den vierten Platz. Nun braucht der Werner noch vier Top 10-Platzierungen, um in die B-Klasse aufzusteigen.

Bei den Senioren wollte Frank Volmerg an die vorangegangenen Erfolge anknüpfen, doch war bei ihm nach der Hälfte des Rennens der Akku leer. „Ich fühle mich aber auf einem guten Weg“, meinte er trotz seiner vorzeitigen Aufgabe.

Außerhalb von NRW sammelte Philine Wernke, Fahrerin des Radsportclubs Werne, weitere Punkte in der Bundessichtung. Das vermeintlich schwerste Radrennen der diesjährigen Saison meisterte die U17-Juniorin mit Bravour. Über 55 schwere Kilometer musste sie in der Altersklasse durch den Landkreis Sonneberg/Thüringen beweisen, wer in Deutschland momentan an der Spitze steht.

Fünf Mal durchfuhren die jungen Sportlerinnen einen bergigen und sehr selektiven Rundkurs. Bereits nach der ersten Runde waren einige der knapp 50 Starterinnen abgeschlagen, das Feld reduzierte sich immer weiter.

In der vierten Runde bliesen die Nationalfahrerinnen zum Angriff und verschärften das Tempo. Philine Wernke schaffte es, vier Ausreißerinnen am Berg zu stellen, was viel Kraft kostete, die ihr später fehlen sollte. Das Quintett fuhr durch gute Zusammenarbeit einen Vorsprung von drei Minuten auf das Verfolgerfeld heraus. Im Endspurt fehlte der 16-jährigen Wernke die Kraft, sich gegen vier starke Sprinterinnen durchzusetzen. Damit hat die junge RSC-Fahrerin bewiesen, dass sie das Zeug hat, in der deutschen Spitze mitzufahren.

Auch im Zeitfahren vorne dabei

Am Tag zuvor holte sie beim Einzelzeitfahren, das ebenfalls als Bundessichtung ausgetragen wurde, mit Rang sechs bereits eine Top-Platzierung. „Ich freue mich, dass ich mittlerweile auch im Zeitfahren vorne mitfahren kann. Eigentlich fühlte ich mich heute gar nicht so gut und außerdem saß mir die Rundfahrt vom letzten Wochenende noch in den Beinen“, meinte Wernke über die eigene Leistung. Durch diese Platzierungen gelang ihr in der deutschen Rangliste der Sprung unter die zehn besten U17-Fahrerinnen. Sie belegt Platz sieben. - red

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