TV Werne siegt knapp im Derby gegen SSV Hamm

Stefan Pavleski (l.) war am Samstag überragend.

(update) WERNE -  Die Werner Basketballer haben in der Oberliga (3) auch das Derby gegen den SSV Hamm mit 73:69 (16:15, 12:20, 27:11, 18:23) gewonnen – und damit das fünfte Spiel in Folge.

Vor 200 Zuschauern in der Ballspielhalle fällt die Entscheidung erst 1,2 Sekunden vor dem Ende durch einen Freiwurftreffer des überragenden Stefan Pavleski. „Die Leute haben ein tolles Spiel gesehen“, meint TV-Trainer Jens König, dessen Team die 40-minütige Hammer Zonenverteidigung „mit Geduld und Fastbreaks“ (König) geknackt hat.

Aber: Knapp 20 Sekunden vor dem Ende der Partie – die Gastgeber führen 70:69 – mag Jens König seinen Augen nicht trauen, und auch nicht mehr unumstößlich an einen Sieg glauben.

Dabei hat sein Team Ballbesitz und kurz hinter der Mittellinie Seiteneinwurf in der Hammer Hälfte. Justus, Altmeyer sucht Troy Baugh, dieser – hart verteidigt – den Weg zurück in die eigene Hälfte, wo er auch angespielt wird. Klare Entscheidung: Rückspiel, Ballbesitz Hamm.

Glück für Werne: Andrej Docenko macht nichts daraus; sein Pass wird von Troy Baugh abgefangen. „Ich hab’ wohl zu viel NBA geguckt, da darf man das“, sagt Altmeyer nach Spielschluss ziemlich kleinlaut, vor allem aber ziemlich erleichtert. Denn Baugh wird nach seinem Ballgewinn gefoult, verwandelt die Freiwürfe zum 72:69.

Aber immer noch haben die Gäste 6,7 Sekunden für einen Angriff auf der Uhr. Hamms Trainer nimmt eine Auszeit, das Spiel wird in der Werner Hälfte fortgesetzt. Doch wieder spielt ausgerechnet der ehemalige Werner Andrej Docenko einen Fehlpass – dieses Mal genau in die Arme von Stefan Pavleski. Der wird gefoult, trifft mit dem zweiten Freiwurf zur Entscheidung.

Bis dahin haben die Werner viel Arbeit zu verrichten. Anfangs sieht das Spiel der Gastgeber gar nicht gut aus. „Das war wie mit angezogener Handbremse“, sagt Trainer König. Es fehlt gegen die Hammer Zone das schnelle, aggressive Spiel. Immer wieder suchen die Werner die Chance von außen, doch die Trefferquote ist vor allem im zweiten Viertel unterirdisch.

Fünf Minuten bleibt die TV-Fünf zwischen der 12. und 17. Minute ohne Korberfolg. Dabei verteidigen die Gäste nicht wirklich gut, lassen unter dem Korb zweite, dritte, gar vierte Chancen zu – aber auch die nutzt der TV Werne nicht aus. Hamm gerät nicht wirklich unter Druck, kassierte in der ersten Halbzeit gerade einmal sechs Fouls. „Die Schiris können nun mal nicht pfeifen, wenn ich nur werfe“, sagt Jens König.

Als der SSV Hamm zur Pause mit 35:29 führt, sieht es gar nicht so gut aus für die Gastgeber. Doch die haben mit Wiederanpfiff die Handbremse gelöst, verteidigen nun aggressiv, zwingen den Gast zu Fehlern und zu vielen Fouls. Als Troy Baugh einen Fastbreak mit Dunking zum 36:39 abschließt, platzt der Knoten. Stefan Pavleski reißt in dieser Phase das Spiel an sich, macht alleine im dritten Viertel 14 seiner 25 Punkte und ist präsent wie kein Zweiter. Auch das Publikum ist jetzt voll dabei. „Die Unterstützung hat uns sehr geholfen. Das hat uns zum Sieg gepusht“, sagt Pavleski.

Trotz der Viertel-Klatsche (11:27) halten sich die Gäste im Spiel und gleichen nach einer 9:0-Serie auf 64:64 aus. Als es in die Crunchtime geht, steht es 68:68. Die letzten zwei Minuten sind an Spannung kaum zu überbieten und haben das bekannt glücklichere Ende für den TV 03. Für Jens König ist es trotzdem auch ein verdienter Sieg. „Denn Glück“, sagt er, „muss man sich bekanntlich hart erarbeiten.“

TV Werne: Altmeyer (8/2 Dreier), Vehling, Langos (2), Hofmann, Westrup, Baugh (21/3), Brachhaus (11), Heiland, Brüggemann (6), Tilkiaridis, Voigt, Pavleski (25)

Spielfilm: 3:0, 5:2, 7:8, 13:13, 16:15 – 23:17, 23:29, 29:35 – 30:39, 45:39, 49:44, 55:44, 55:49 – 60:48, 64:55, 64:64, 68:69, 73:69 - gu

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