Dieter Saremba gibt Vorsitz bei den TV-Judokas nach 41 Jahren ab

+
Nach 41 Jahren wird Dieter Saremba heute Abend den Judo-Vorsitz beim TV Werne abgeben.

Werne - Wenn am Mittwoch ab 19.30 Uhr die Judo-Abteilung des TV Werne ihre turnusmäßige Vorstandssitzung in der Jahnturnhalle abhält, endet eine Ära. Denn dann wird Dieter Saremba nach 41 Jahren an der Abteilungsspitze sein Amt abgeben. Seine Nachfolge ist längst geregelt.

Der 71-jährige Saremba wird den Staffelstab an Daniel Herth und Michael Gilbert weiterreichen. Saremba war dann der mit Abstand der am längsten tätige Abteilungsleiter in einem Werner Sportverein. Er übernahm den Posten am 25. Oktober 1974 von Erich Kramer (†) – wird den Judokas des TV Werne aber weiterhin als Übungsleiter treu bleiben.

„Es war nun an der Zeit, diesen Posten abzugeben. Und die beiden harmonieren gut miteinander“, sieht Saremba die TV-Sparte in guten Händen. Daniel Herth, der ebenso wie Michael Gilbert Träger des 3. Dan-Grades (Schwarzgurt) ist, bezeichnet der Rentner als „mein Judo-Kind“.

Denn Herth trainiert schon seit unzähligen Jahren unter seinem Ziehvater. Michael Gilbert kam zudem als Blaugurt-Träger zum Verein.

Angefangen hat Dieter Saremba 1963 mit dem Sport in West-Berlin, als er nach dem Mauerbau als Arbeiter in die damals geteilte Stadt für ein sogenanntes „Berlin-Jahr“ ging. „Ich habe einen Flyer auf der Straße gesehen und mich für den Sport interessier. Bis dahin kannte ich Judo noch nicht“, sagt der scheidende Abteilungsleiter zu seinen Anfängen.

Nach seiner Rückkehr und dem Umzug nach Werne schloss der 1944 im westpreußischen Alt-Rosengart geborene Saremba sich zunächst dem SuS Oberaden und dessen Judoabteilung an. 1968 wechselte er mit einigen Sportlern aus Bergkamen zu TuRa und baute dort eine eigene Judo-Abteilung auf.

Parallel zu der Arbeit in den heimischen Vereinen war Saremba auch ein erfolgreicher Judoka. Er kämpfte im Halbschwergewicht bis 93 Kilogramm und wurde 1971 Dritter bei den offenen niederländischen Meisterschaften. Ein Jahr später wurde er in Brunssum niederländischer Meister bei den offenen Titelkämpfen und siegte als Einzelsportler bei zahllosen weiteren Turnieren.

Mit der Mannschaft kämpfte er zunächst für TuRa und später für den TV Einigkeit Waltrop in der Westfalenliga. Mit dem 1. JJJC Hansa Dortmund – den Verein gibt es schon lange nicht mehr – schaffte Saremba 1975 aus der Oberliga den Aufstieg in die Bundesliga und absolvierte auch in der höchsten deutschen Klasse seine Kämpfe. Mit dem 1. JJJC Hansa wurde der 71-Jährige zudem Zweiter in der deutschen Pokalendrunde.

In seiner Tätigkeit als Zeitsoldat war Saremba zudem Mannschaftsführer der deutschen Auswahl bei der Militär-Weltmeisterschaft. Hinzu kommen weitere Platzierungen bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften Anfang der 1970er-Jahre. „Das waren meine starken Jahre“, erinnert sich Saremba, der auch andere Hobbys pflegt.

So kocht er jeden Montag mit Gleichgesinnten im Männerkochklub Oberaden und wandert regelmäßig im Sauerländischen Gebirgsverein der Ortsgruppe Kamen. Hier steht auch jährlich eine etwa 100 Kilometer lange Tour an – in diesem Jahr ging es mit einigen Mitstreitern auf dem Weserbergland-Weg von Hannoversch Münden nach Bad Pyrmont – dieser Weg soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Der frühere kaufmännische Angestellte übergibt an seine Nachfolger eine gut aufgestellte Abteilung. Zählte die Sparte zu Sarembas Amtsantritt 35 Mitglieder, so sind es heute etwa 160, denen die Judo-Werte wie Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Respekt und Mut vermittelt werden.

In Zukunft wird Saremba, der einen allgemeinen Übungsleiterschein besitzt, vornehmlich wohl das Kindertraining übernehmen. Aktuell steht er mittwochs von 17 bis 21 Uhr und freitags von 16.30 bis 20 Uhr in der Jahnturnhalle. „Und ich mache immer mit“, sagt Saremba.

Er ist Träger des 1. Dan und hat den 2. Dan-Grad für seine Verdienste um den Judo-Sport ehrenhalber verliehen bekommen. Das hatte der Ehrenrat des nordrhein-westfälischen Judo-Verbandes entschieden.

„Sportlich bin ich einfach nicht dazu gekommen, diesen Dan-Grad zu erreichen. Denn ich trainiere ja viele andere Judokas und die Vorbereitung auf eine Dan-Prüfung ist zusätzlich extrem zeitintensiv“, berichtet Saremba.

Aber der ehrenhalber verliehene Schwarzgurt wird mit Sicherheit nicht die letzte Auszeichnung gewesen sein für den Judoka, der unzählige Sportler in Werne geprägt hat.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare