Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Wenn der Wettergott sich schlapp lacht...

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Am Montag hatte ich frei – ich war am Wochenende mit dem Schalke-Fanclub Capelle in München und wollte daher meinen langen Lauf vom Sonntag nachholen.

 So eine Fahrt die schlaucht ja auch. Die kann man gut mit einem Marathon vergleichen. Anfangs quatschen alle hoch motiviert und jeder Getränkestand wird mitgenommen, kurz nach der Hälfte überkommt einem die Müdigkeit und der „Mann mit dem Hammer“ kommt gegen Ende ( in unserem Fall war es das Spiel Bayern gegen Schalke).

 Danach hing allen die Maß Bier zu den Ohren raus, wie beim Marathon das Wasser, aber alle kamen letztendlich glücklich im Ziel Capelle wieder an. Nun folgte der launische lange Lauf am Montag. 

Unausgeschlafen und das ungesunde Wochenende in den Beinen: Dann mal los mit dem kleinen Laufzwerg Nicole, die im Gegensatz zu mir obermotiviert schien: „Sollen wir den Bogen auf dem Hinweg machen?“ Wenn’s sein muss, dachte ich, dann müssen wir nachher nicht. 

Meine Lauffreunde wissen genau: Am Ende finde ich immer eine Abkürzung. Leider hatte Nicole einen so großen Bogen rausgesucht, dass zu meiner eh nicht super Laune noch Hunger und Durst kamen. Die Laune kippte. Und es regnete und es war windig. 

Nicole laberte ständig was von Keksen, die sie für uns hingestellt hatte. Toll, Nicole, und wo sind die blöden Kekse jetzt endlich? Ich knurrte in mein Halstuch und schwieg lieber. Weil ich ja die kleine Nicole nicht vergraulen wollte – wir waren schließlich irgendwo im Nirgendwo bei Davensberg und ich hätte nicht alleine zurück nach Hause, geschweige denn zu den Keksen gefunden. 

Endlich nach 20 Kilometern waren wir mit dem „kleinen“ spontanen Bogen fertig und saßen bei Nicole in Ascheberg zum Kekse essen, na besser, fressen. Irgendwann mussten wir leider wieder los, weil wir noch zurück nach Capelle mussten. Nach zwei glücklichen Kilometern aufgrund der kleinen Fressattacke (Zucker macht leider nur kurz fröhlich) hatten wir wieder keine Lust mehr, aber noch acht Kilometer vor uns. 

Wir schwiegen mal wieder bis Kilometer 25 und dann ging die Laune wieder bergauf. Da waren wir ja auch so gut wie fertig. Das Finale sollte aber noch kommen: Um die 30 Kilometer voll zu machen, drehten wir kurz vor unserem Haus in Capelle (bei Kilometer 29,3) nochmal um und liefen einen (kleinen) Bogen. 

Der Wettergott lachte sich schlapp über uns und schickte uns einen kurzen, aber knallharten Hagelschauer mit Windböen und wir bekamen nochmal richtig die mit Keksen voll gefutterte Futt nass. Tja, so kann’s laufen.

Die Autorin

Anne-Kathrin Mertens (38) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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