Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Wenn die Böllekes vor Kälte blau anlaufen...

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Anne-Kathrin Mertens

Ach ja, die Hammer Winterlaufserie startete am Sonntag. Wie jedes Jahr: Alle sind noch mit Winterspeck bepackt und im Winterschlaf, aber trotzdem trifft man alle Lauffreunde aus der Umgebung bei der „Jammer-Serie“.

Ich hatte das Glück, mit Freunden da zu sein – denn ich hatte kein Geld mit. Ups. Ihre letzten Groschen kratzten sie zusammen, damit ich starten konnte und hatten im Endeffekt nachher kein Geld mehr, um sich Kuchen zu kaufen.

 Tja, ich habe euch so vor einigen Kalorien bewahrt. Seid dankbar. Als ich dann am Start begrüßt wurde mit: „Hey Anne, wir haben schon gedacht, du bist mal wieder schwanger, weil wir dich bei den letzten Wettkämpfen vermisst haben…“, da wusste ich: Es war an der Zeit, mal wieder professionell aufzulaufen. 

Im Start, wie gesagt, alle da. Na, also zumindest die „Alten und die Weiber“. Die jungen Herren, die unter 45 also, starten in Hamm beim Zehner nämlich schon eine Stunde eher, damit wir Alten und Weiber ihnen nicht im Weg herum rennen. Oder weil's sonst zu voll wäre.

 Jammern konnte keiner. Das Wetter, angeblich extra von Organisator Dieter so windstill bestellt, war bestens, die Strecke auch. Erstmals ging es über den Damm und nicht drunter her. Ich fand das super. Konnte man schön gucken. Und vor allem, weil da keine Kurven waren, konnte ich ganz genau sehen, wer vor mir war und wen ich noch einholen wollte.

 Am Wendepunkt kamen uns dann alle entgegen. Auch das liebe ich. Man grüßt sich, freut sich, die anderen abzuschlagen. Ich hatte allerdings bei der Wettervorhersage was von milden zehn Grad gehört und hatte daher ziemlich wenig an. Gut, dass Mutti das nicht gesehen hat, die hätte geschimpft. So schimpften nur meine vor Kälte blau angelaufenen Böllekes ein wenig, aber die waren auch irgendwann ruhig. 

Mit zwei Mädels gab's ein spontanes Battle. Mal war ich vorne, mal eine von ihnen. Über zwei Kilometer ging das Spielchen, bis die Älteste in der Runde nicht mehr konnte – leider war ich das. Na ja, neue Altersklasse: W40. Lass die jungen Wilden mal rennen, dachte ich. Den letzten Kilometer riss ich mich zusammen und wollte gerade so erleichtert ins Stadion einbiegen, da sehe ich: Noch einen extra Bogen mussten wir laufen! 

Was? Ich bölkte den (armen) Streckenposten an, dass das ja wohl nicht sein Ernst sei. Aber er blieb entspannt und meinte grinsend: „Mädel, wenn du noch meckern kannst, kannste auch noch schneller rennen.“ Also: Klappe halten und weiter. Im Ziel war wieder alles okay. Für Januar eine gute Zeit...

Die Autorin 

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle.

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