Das große Werben um die Vereine des Kreises LH

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Vertreter von 17 Vereinen des Kreises Lüdinghausen waren zum Infoabend in das vereinsheim des SV Herbern gekommen.

HERBERN - Am Montagabend stellten sich im Vereinsheim des SV Herbendie Vorsitzenden der Fußballkreise Münster (mit Warendorf) und Unna/Hamm bei den Entscheidungsträgern der Fußballvereine des Fußballkreises Lüdinghausen vor, die mit 17 von 19 Vertretern auch zahlreich erschienen waren.

Von Frank Zöllner

Die Kernaussage von beiden Kreischefs: „Alle Vereine sind herzlich willkommen.“ Der Fußballkreis Lüdinghausen wird bekanntlich nach der laufenden Saison abgewickelt.

Den Anfang machte Horst Weischenberg, Chef des Kreises UN/HAM, der ohne ein vorbereitetes schriftliches Konzept seinen Kreis vorstellte und danach die zahlreichen Fragen beantwortete. Anschließend referierte Norbert Reisener, der Vorsitzende des Kreises Münster, mit seinen Fachschaftskollegen.

Dritte A-Liga Staffel ist möglich

Zu dieser Doppelveranstaltung hatte der SV Herbern geladen, der somit den Vereinen des Kreises LH eine Entscheidungshilfe geben wollte, in welchen Kreis ein Wechsel sinnvoll wäre. Beide Kreisvorsitzenden betonten zudem, dass sie sich als Dienstleister für die Vereine sehen. „Die sind bei uns die Nummer eins“, sagte Horst Weischenberg.

Das wollen die heimischen Clubs:

Beim SV Stockum scheint die Entscheidung zu Gunsten des Kreises Unna/Hamm gefallen zu sein. „Das war sehr informativ. Es steht eine Entscheidung aus, aber alleine aus geographischen Gründen kommt für uns nur der Kreis Unna/Hamm in Frage“, sagte Josef Holtrup, Fußballchef des SV Stockum, „auf Grund unserer Lage am östlichen Rand des Kreises“. Zudem werde es dort auch neue Nachbarschaftsduelle mit Herringen und Bockum-Hövel geben. „Wenn der Werner SC in den Kreis Münster geht, ist das so. Aber auch wenn deren Reserve in die Kreisliga A aufsteigt, ist das nicht so richtig ein Derby“. Bis zum 13. Oktober soll beim SV Stockum die Entscheidung gefallen sein.

Beim Werner SC ist noch offen, wohin der Verein tendiert. „Ich persönlich bin für den Kreis Münster. Aber bei uns entscheidet der Vorstand“, sagte Fußball-Chef Thomas Overmann nach der Info-Veranstaltung. Er will zudem abwarten, wie sich die anderen Vereine am 13. Oktober äußern, in welchen Kreis sie wollen. „Wir werden dann schon sagen, wo wir hingehen“, erklärt Overmann. Und: „Wenn das Umfeld auch im Kreis Münster mit Ascheberg, Nordkirchen und Herbern bleiben würde, könnten speziell für die ältere Jugend Leistungsgruppen nach regionalen Gesichtspunkten erstellt werden. Das wurde ja in Aussicht gestellt“, sagte Thomas Overmann abschließend.

Weischenberg, der von seinem Stellvertreter Michael Allery und Schiedsrichter-Obmann Torsten Perschke begleitet wurde, stellte klar, dass er jeden Verein, der wechseln will, aufnimmt. „Wenn zehn Vereine kommen, spielen wir zunächst mit drei A-Kreisligen“. Jeder Verein werde in die Liga eingruppiert, für die er am Ende der laufenden Saison eingruppiert sei.

Jugendbereich: Kaum Aufklärung

Fragen zum Jugendbereich wurden hingegen nur rudimentär beantwortet, da der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses, Holger Bellinghoff, nicht anwesend war. Und speziell in Richtung Jugend gingen einige Fragen: Immerhin wurde mitgeteilt, dass die A-Jugendlichen laut Vorstandsbeschluss sonntags spielen statt wie üblich im Kreis LH freitagabends.

Kreis Münster deutlich besser vorbereitet

Allerdings gilt dies auch für den Kreis Münster. Der war deutlich besser vorbereitet. Reisener hielt einen Vortrag, moderierte und ließ seine Fachwarte Jugend (Ottlik) und Seniorenfußball (Krevert) zu Wort kommen. Letztgenannter wollte keine Garantie dafür übernehmen, dass es im kommenden Jahr wieder zwei Kreisligen A geben würde, nachdem diese Anzahl reduziert worden sei. Falls aber genügend Vereine dazu kämen und es einen zweiten Aufsteiger gäbe, würde es auch zwei Staffeln geben, ließ Norbert Krevert durchblicken.

In Münster: "Jeder neue Verein ist eine Bereicherung"

Reisener sagte: „Jeder neue Verein ist eine Bereicherung. Sie verlieren ihre sportliche Heimat, wir wollen ihnen eine neue sportliche Heimat bieten.“ Damit trat er auch Aussagen entgegen, dass sein Kreis Probleme damit habe, eine Vielzahl an Vereinen aufzunehmen. „Das wäre eine Herkulesaufgabe. Aber wir haben dafür die Pläne in der Schublade. Aber wir warten erst einmal ab, wie viele Anträge beim Fußballverband tatsächlich eingehen. Wir wollen nicht spekulieren“, sagte Münsters Fußballexperte Krevert.

Zudem wurde auch klar gemacht, dass jeder Verein willkommen sei. Falls einer aber nach einer gewissen Zeit festelle, dass er doch wieder wechseln will, werde man keine Steine in den Weg legen.

Beide Kreise gegen geschlossenen Wechsel

Beide Kreisvorsitzende bezweifelten allerdings den Wunsch der Vereine des Kreises Lüdinghausen, dass diese alle zusammen wechseln werden. „Sie sollten die geographischen Aspekte berücksichtigen“, sagte Münsters Kreisjugendwart Ottlik, der zuvor die Organisation des Spielbetriebes umfassend in der dreistündigen Sitzung vorstellte. Und Unna/Hamms Schiedsrichterobmann erklärte: „Ob sie wirklich alle zusammen wechseln, da bin ich mir nicht ganz sicher.“

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