TV Werne: „Platz vier ist definitiv drin“

Viel Redebedarf gab es bei den Verbandsliga-Frauen des TV Werne: Ein neues Trainergespann mit Bronek Bakiewicz (Mitte) und Rolf Wilmsen (2. von links) hat nun das Sagen beim neuformierten Team. Zudem gab es taktische Umstellungen.  Foto: Wagner

WERNE - Die Volleyball-Frauen des TV Werne haben nach dem Abstiegs aus der Regionalliga und dem Verzicht auf einen Platz in der Oberliga einen radikalen personellen Aderlass vornehmen müssen.

Nachdem fast alle Stammspielerinnen – bis auf Hanna Rosenthal und Chrissi Weckendorf – aufgehört haben, formierten die neuen Trainer Rolf Wilmsen und Bronek Bakiewicz um die beiden Leistungsträgerinnen mit Spielerinnen der einstigen Reserve einen Kader für Verbandsliga-Ansprüche. Und die haben sich mit drei Siegen un Platz sechs durchaus erfüllt. Mit den Trainern sprach WA-Mitarbeiter Juri Kollhoff.

Sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Rolf Wilmsen: Ja, absolut. Das Ziel vor der Saison lautete Klassenerhalt. Nun stehen wir auf dem 6. Platz besser da als erwartet. Wir haben sogar gemerkt, dass noch mehr geht.

Was denn?

Bronek Bakiewicz: Wir wollen nicht zu viel versprechen, aber Platz vier ist definitiv drin. Das Spitzentrio ist noch etwas zu stark für uns, aber so viel fehlt da nicht. Mindestens eines der drei Teams wollen wir schlagen. An einem Sieg gegen Tusem Essen waren wir ja schon ganz knapp dran.

Sie haben das Team erst kurz vor der Saison übernommen. Was haben Sie schon erreicht?

Wilmsen: Wir haben das Spielsytem geändert. Am Anfang hat es seine Zeit gebraucht, aber in den letzten Spielen konnte man sehen, dass es gefruchtet hat. Auch individuell sind die Spielerinnen besser geworden. Vor allem freuen wir uns, dass wir auch den Jüngsten Spielzeit geben können, ohne das das Spiel großartig an Qualität verliert. Und am Netz, sowohl im Block als auch im Angriff, sind wir deutlich stärker geworden.

Inwiefern haben Sie das Spielsystem denn geändert?

Bakiewicz: Wir haben es dem der ersten Herren des Werner SC angeglichen – also das Blockverhalten, die Feldverteidigung und die Annahme angepasst. Da die Kooperation der beiden Volleyballsparten immer größer wird, ist es wichtig, alles einheitlich zu halten. Die Änderungen haben Zeit gekostet und sogar auch die ein oder andere Träne. Ich erinnere mich da an den 3. Spieltag, als wir gegen den SC Hennen komplett untergegangen sind. Aber das Durchhaltevermögen der Mannschaft hat sich bezahlt gemacht. Wir sind auf einem guten Weg.

Wer hat im bisherigen Spielverlauf besonders überzeugt?

Bakiewicz: Unsere Kapitänin Annika Böhle. Wir setzen sie auf zwei verschiedenen Positionen ein, je nachdem wo sie gebraucht wird. Das meistert sie sehr gut. Tabea Grewe und Annika Patzdorf haben im Angriff einen ordentlich Satz nach vorne gemacht. Aber das wichtigste ist, dass die Leistungsspanne so klein ist, wir können uns immer auf jeden verlassen – und das bei 15 Spielerinnen.

Die ebenfalls von Ihnen betreute Herrenmannschaft des Werner SC hat nur einen Elf-Mann-Kader. Leidet das Team vielleicht auch unter Ihrer Doppelbelastung?

Wilmsen: Ja, wir haben weniger Zeit. Wir können uns nicht mehr zu 100 Prozent auf ein Team konzentrieren. Weil bei den Damen alles neu war, kam vorerst die Herrenmannschaft etwas zu kurz.

Würden Sie sich trotzdem wieder genauso für diese Doppelbelastung entscheiden?

Bakiewicz: Ja, auch wenn ich mir natürlich etwas leichteres vorstellen kann. Vor allem bei den Heimspielen zwei Mal hintereinander voll da zu sein, manchmal über zehn Sätze, das kann schon kräftezehrend sein. Aber wir wussten ja, auf was wir uns eingelassen haben. Und das wichtigste ist doch, dass es noch Spaß macht.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare