TV-Trainer Rolf Wilmsen: Oberliga ist die passende Klasse

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TV-Trainer Rolf Wilmsen.

WERNE -   Die Werner Volleyball-Frauen haben sich am Samstag durch einen 3:0-Heimerfolg im Derby gegen den Lüner SV am drittletzten Spieltag die Meisterschaft in der Verbandsliga-Staffel 4 gesichert.

Der damit verbundene Oberliga-Aufstieg ist auch eng mit dem Trainerteam Bronek Bakiewicz und Rolf Wilmsen verbunden. Das Duo trainiert seit vielen Jahren die Männer des Werner SC und übernahm das Coaching der TV-Frauen vor zwei Jahren. Mit dem 62-jährigen Rolf Wilmsen sprach Frank Zöllner über die Zukunft der Mannschaft in der Oberliga.

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Meisterschaft. Wie kräftig ist denn die Party am Samstagabend nach dem Titelgewinn ausgefallen?

Rolf Wilmsen: Also, ich musste ja zügig wieder los, weil ich am Sonntagmorgen in Köln als Schiedsrichter im Einsatz war. Aber die Spielerinnen haben schon heftig gefeiert. Das ging ja in der Halle los und anschließend im privaten Rahmen weiter. Aber ab Dienstag im Training wird alles wieder im normalen Rahmen laufen. Wir haben noch zwei Spiele und die wollen wir auch noch gewinnen.

Für Bronek Bakiewicz war dies nach eigener Aussage der größte Erfolg als Trainer. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Wilmsen: Das ist auf jeden Fall etwas Vernünftiges, das man vorweisen kann. Aber ich war als Trainer beim Bundespokal mit Jugendmannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich. Das ist aber etwas anderes. Und mit den Werner Männern sind wir ja auch zusammen in die Verbandsliga aufgestiegen.

In den vergangenen 13 Jahren gab es für die Werner Volleyballfrauen viele Auf- und Abstiege zwischen Verbandsliga und 2. Bundesliga. Wie bekommt man nun Kontinuität hinein?

Wilmsen: Hohe Kontinuität schafft man nur, wenn man ein Verein an einem Universitätsstandort wie etwa Münster ist. Da bekommt man gut ausgebildete Spielerinnen von kleineren Vereinen, ohne viel machen zu müssen. Bei uns in Werne ist das so, dass wir damit leben müssen, dass Spielerinnen aus beruflichen Gründen oder wegen des Studiums wechseln. Schön wäre es, wenn wir hier ein, zwei Schulen hätten, die sich für Volleyball interessieren. Da läuft es nicht so, dass wir darauf in absehbarer Zeit zurückgreifen könnten. Da müssen WSC und TV ein bisschen mehr Druck machen.

Ist die aktuelle Mannschaft stark genug für die Oberliga?

Wilmsen: Wir waren im Endeffekt allen Mannschaften weit überlegen. Aber aus irgend- welchen Gründen haben wir das fast nie abrufen lönnen. Wir gehen jetzt davon aus, dass wir in der Oberliga die Partner finden, mit denen wir richtig Volleyball spielen können.

Also werden keine Verstärkungen von außen benötigt?

Wilmsen: Also, Verstärkungen kann es immer geben. Wenn sich was ergibt, werden wir mit Sicherheit nicht nein sagen. Wir haben zwar aktuell noch keine Gespräche mit unseren Spielerinnen geführt. Aber ich gehe davon aus, dass der Kader weitgehend so zusammenbleibt wie bisher. Vor Saisonbeginn haben wir ja auch abgefragt: Wollt ihr mit in die Oberliga? Und die Resonanz darauf war durchweg positiv. Im Moment ist es so, dass die Mannschaft gleichwertig besetzt ist. Wir können alle reinwerfen und haben alle Positionen doppelt besetzt. Eigentlich ist ein 14er-Kader, wie wir in haben, fast schon zu groß, da ja nur zwölf Spielerinnen pro Partie eingesetzt werden können. Aber es passte ganz gut, da aus beruflichen Gründen, Studium oder wegen Krankheiten immer wieder Spielerinnen fehlten.

Und machen Sie und Bronek Bakiewicz in der kommenden Saison weiter?

Wilmsen: Auch da müssen wir erst noch drüber reden. Aber ich gehe davon aus, dass auch wir weitermachen werden. Es hat Spaß gemacht und warum sollten wir den Erfolg nicht ausnutzen?

Aber eine Aufgabe steht für Sie und ihren Trainerkollegen noch an: Der Klassenerhalt mit den Männern des Werner SC in der Landesliga.

Wilmsen: Das wird sehr schwer. Wir müssen schauen, wie es da in der neuen Saison weitergeht. Wir haben ja auf Grund der schwierigen Personalsituation über eine Spielgemeinschaft nachgedacht. Aber da hat sich noch nichts ergeben und das gestaltet sich schwierig. Zudem will ja der Volleyball-Verband auf die sinkende Zahl von Männer-Teams mit einer Strukturreform reagieren und die Bezirksligen und Bezirksklassen neu und anders zusammenlegen. Das ist auch sinnvoll, wenn man bedenkt, dass wir in der Landesliga mehrfach nach Ostwestfalen und dort etwa nach Halle oder weit ins Münsterland hinein fahren müssen.

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