TuRa-Trainer Rycharski: "Die Gesundheit aller geht vor"

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Thomas Rycharski

Bergkamen - Wegen der Corona-Krise müssen die heimischen Handballer mindestens bis zum 19. April pausieren, Stand heute aber auch wohl noch länger. Die Saison ist ausgesetzt und wie es danach weitergehen wird, ist völlig offen. Unsere Sportredaktion sucht in der unfreiwilligen Pause den Draht zu den Protagonisten. Heute im Gespräch: Thomas Rycharski, Trainer des Oberligisten TuRa Bergkamen.

Von Mats-Yannick Roth


Herr Rycharski, wie haben Sie als Trainer mit ihrer Mannschaft die Unterbrechung aufgenommen?

Es ist eine Situation eingetreten, die keiner von uns schon einmal erlebt hat. Es gibt einfach Dinge, die viel wichtiger sind als ein Oberliga-Handballspiel. Ich denke, es ist alles korrekt wie es entschieden wurde. Die Gesundheit jedes Einzelnen geht vor. 

In welchem Rahmen können Sie derzeit mit ihrer Mannschaft trainieren?

Die Sporthallen sind ja sowieso dicht, an Handball spielen ist in den kommenden Wochen somit eh nicht zu denken. Schon bevor die Fitnessstudios offiziell geschlossen wurden, habe ich den Jungs aber geraten, das Training dort erst einmal sein zu lassen. Die Jungs sollen alle paar Tage an die frische Luft, ein bisschen laufen und sich so einigermaßen fit halten. 

Zum Zeitpunkt der Unterbrechung standen Sie mit ihrer Mannschaft auf dem drittletzten Platz, der wahrscheinlich zum Klassenerhalt reichen würde. Wie bewerten Sie die bisherige Saison als Aufsteiger mit 8:28 Punkten? 

Wir haben zwischen November und Februar zehn Spiele in Folge nicht gewonnen. Das macht natürlich keinen Spaß. Aber ich habe immer gesagt, dass unsere Spiele noch kommen werden, in denen wir da sein müssen, wenn wir die Liga halten wollen. Bei so einer langen Niederlagenserie bleibt eine gewisse Verunsicherung natürlich nicht aus. Letztlich haben wir aber gegen Bielefeld beim 26:26 und gegen Hemer beim 21:19 unsere Ergebnisse gebracht und haben jetzt zwei Mannschaften hinter uns stehen, nachdem wir zwischendurch auch mal Letzter waren. Mit dem Tabellenstand kann ich deswegen auch leben. 

Was macht die Oberliga Westfalen in dieser Saison so besonders? 

Man sieht, dass in der Liga Mannschaften dabei sind, die noch einmal eine ganz andere Qualität besitzen als die aus der unteren Region. Phasenweise haben wir in diesen Spielen gegen die Top-Teams ganz gut mitgehalten und unsere Hausaufgaben gegen Bielefeld/Jöllenbeck und Hemer erledigt, gegen die wir beide den direkten Vergleich gewonnen haben. Was wir damit jetzt anfangen können, liegt nicht in unserer Hand.

Wie sollte es für Sie und ihr Team weitergehen? 

Bei einem endgültigen Saisonabbruch blieben Sie wohl in der Liga. Ich nehme es wie es kommt. Noch einmal: In der momentanen Situation geht die Gesundheit aller vor. Wenn wir im September wieder Oberliga spielen dürfen, werden wir antreten. Ich hätte eine Unterbrechung aber genauso richtig gefunden, wenn wir jetzt Letzter oder Vorletzter gewesen wären. Ich stehe dahinter, wie mit der Situation jetzt umgegangen wird.

Was war in der Saison 2019/2020 das beste Erlebnis mit ihrer Mannschaft?

Die kämpferische Leistung im Heimspiel gegen Altenhagen war einfach großartig. Obwohl wir da 19:21 verloren haben, war ich hinterher richtig stolz auf die Mannschaft. Wie wir gegen den haushohen Favoriten mit Disziplin und sehr viel Ehrgeiz gegen gehalten haben, war einfach klasse. Da konnten wir viel mitnehmen. Auswärts in Ferndorf war es ähnlich, auch wenn wir da ebenfalls knapp verloren haben. 

Was war in der Saison 2019/2020 das bitterste Erlebnis?

Die Spiele im Januar gegen Soest und Hamm waren bitter. In Soest haben wir bis zum 8:8 richtig gut mitgehalten und haben dann 22:34 verloren. Eine Woche später sind wir in Hamm, wo ich selbst lange gespielt habe, noch deutlicher unter die Räder gekommen (19:34, Anm. d. Red.). In solchen Spielen, wenn wir eh schon klar hinten liegen, müssen wir einfach abgezockter spielen und vielleicht nicht mehr das volle Tempo gehen. 

Auf einer Skala von 1 bis 10:  Wie bewerten Sie die bislang gespielte Saison? 

Mit einer Fünf.

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