Jan Tschernoster hat den Traum von der Profi-Karriere beendet

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Jan Tschernoster (vorne)

Bergkamen - Mit dem Saisonschluss endete für den Bergkamener Radrennfahrer Jan Tschernoster auch seine Zeit im U23-Bereich. Sein Fazit fällt dabei ernüchternd aus. „Damit kann ich alles andere als zufrieden sein. Es war kein gutes Jahr für mich“, sagt der 22-Jährige, der auch in der kommenden Saison für das Team Heizomat radnet.de fahren wird.

Zur Erinnerung: Tschernoster verpasste nach einer langwierigen Erkrankung fast die gesamte Saison 2017. Er stieg nach vollständiger Genesung aber immerhin pünktlich in die Vorbereitung für das gerade beendete Rennjahr ein. „Das war nicht einfach trotz des guten Trainings und der guten Vorbereitung. Es war wirklich schwierig für mich im März, April und Mai, an mein altes Leistungsvermögen anzuknüpfen. Mir hat die Rennhärte gefehlt“, sagt er. 

Besser wurde es mit dem zweiten Platz Mitte Mai bei der Erzgebirgs-Rundfahrt – „meiner ersten Platzierung in diesem Jahr. Die zweite Saisonhälfte habe ich als meine Chance gesehen und wollte international mit Ergebnissen glänzen“, erinnert sich der Maschinenbau-Student. 

Doch dann folgte der Rückschlag mit der schweren Verletzung bei der Internationalen Friedensfahrt, als sich Tschernoster einen Beckenbruch zuzog. Sechs Wochen lang war er auf Gehhilfen angewiesen, durfte mit dem Bein nicht auftreten, damit es an dem Körperteil zu keiner Verschiebung kommt. „Das hat alles zunichte gemacht“, erklärt der Gesamtsieger der U23-Bundesliga für das Jahr 2016. Tatsächlich schaffte es der Zeitfahr- und Bergspezialist Ende August wieder aufs Rennrad. 

Eine Woche Reha und zwei Trainingswochen gingen dem voraus. „So richtig hatte ich eigentlich nicht daran geglaubt und das Schlimmste befürchtet. Doch die Rennen verliefen besser als erhofft“, sagt der aus der Jugendabteilung des RSC Werne stammende Tschernoster. Bestätigung dafür war der dritte Platz beim Rennen „Rund um Sebnitz“ am 10. September. 

Seine nun abgelaufene Zeit im U23-Bereich hatte zudem darüber entschieden, ob es mit einer Profikarriere bei einem Team der World Tour oder der niedrigen Kategorie Pro Kontinental klappt. „Die ersten zwei Jahre waren vielversprechend. Ich habe es ruhig angehen lassen, um mit großen Ambitionen in die letzten beide Jahre zu gehen. Aber durch die Rückschläge ist wenig daraus geworden. Dieser Schritt wird sehr schwierig nach der Zeit bei der U23. Ich habe in den letzten zwei Jahren gelernt, wie schnell es vorbei sein kann“, hat Tschernoster sich von einer Profikarriere inzwischen verabschiedet. 

Weiter beim Team Heizomat radnet.de

Nun fährt der 22-Jährige auch in der kommenden Saison weiter beim Team Heizomat radnet.de. Wegfallen werden aus Altersgründen die Einsätze in der U23-Nationalmannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer. Der Verbleib bei seinem Rennteam ist für Tschernoster letztlich folgerichtig: „Ich habe von den Team in den letzten beiden Jahren die volle Unterstützung bekommen, obwohl ich nicht die Leistung gebracht habe, die man sich von mir erhofft hat.“ 

Nun will der Deutsche Meister im Mannschaftszeitfahren aus 2016 mit guten Resultaten im kommenden Jahr mit besseren Resultaten etwas zurückgeben. „Ich werde mit einer gewissen Lockerheit die nächste Saison angehen. Ich werde aber keine halben Sachen machen und werde es auch nicht ausklingen lassen“, hat Tschernoster weiterhin den Ehrgeiz, gute Resultate abzuliefern. 

Tschernoster darf auch weiterhin die U23-Bundesliga-Rennen bestreiten und will sein „Leistungsvermögen voll ausschöpfen.“ In der Vorbereitung auf 2019 geht es Anfang Dezember in ein erstes Trainingslager mit dem dann neu zusammengestellten Team nach Mallorca. Zwar intensiviert der Bergkamener aktuell sein Maschinenbau-Studium bis zum Winter, stellt dieses für das kommende Rennjahr aber erst einmal wieder ein wenig zurück. 

„Wenn ich mit voller Kraft studieren würde, wäre ich vermutlich in anderthalb Jahren fertig. So dürften es zweieinhalb Jahre werden“, sagt Tschernoster, der zumindest für das kommende Jahr wieder vermehrt positive Schlagzeilen im Rennsattel produzieren möchte und parallel seine berufliche Zukunft plant – die dann nichts mehr mit dem Radsport zu tun haben wird.

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