Ralf Koch vom TV Werne zum dritten Mal ein Iron Man

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Überglücklich und bereits mit der Teilnahme-Medaille ausgestattet posierten Juliane, Ralf, Barbara und Adriane Koch nach dem Iron Man in Frankfurt für ein Erinnerungsfoto.

Werne - Der 50-jährige Ralf Koch hat am Sonntag bereits seinen dritten Iron Man erfolgreich absolviert.

Trotz extremer Temperaturen behielt der Triathlet von den TV Wasserfreunden Werne in Frankfurt einen kühlen Kopf und teilte sich seine Kräfte so ein, dass er mit einer Gesamtzeit von 12:55 Stunden das Ziel erreichte.

Schon vor drei Jahren war Koch erstmals bei der längsten Langstrecken-Distanz an den Start gegangen. Damals erreichte er das Ziel noch in einer Zeit von 11:46 Stunden. Dass diese Zeit in diesem Jahr nicht zu erreichen ist, stand bei den erwartet hohen Temperaturen schon vor dem Start fest. „Es war wirklich eine Hitzeschlacht. In der Spitze wurden Temperaturen von 38 bis 40 Grad gemessen“, blickt der Athlet auf die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen zurück.

„Man kann für eine solche Extrem-Situation gar nicht trainieren. Es ist aber unbedingt erforderlich, sich ausreichend auf die Belastungen vorbereiten, sprich im Vorfeld entsprechend viele Wettkampfkilometer beim Laufen, Schwimmen und Radfahren sammeln“, erklärt Koch seine Vorbereitung, mit der er zu Beginn des Jahres startete.

Die Kräfte gut eingeteilt

Sein individuelles Training begann im Januar mit zehn Stunden in der Woche, in den vergangenen drei Monaten beliefen sich seine Trainingseinheiten auf bis zu 25 Stunden pro Woche. Seit dem 1. Januar ist Koch so insgesamt 200 Trainings-Kilometer geschwommen, hat auf dem Rad 5000 Kilometer zurückgelegt und ist gut 1200 Kilometer gelaufen. Ein intensives Trainingslager auf Mallorca rundete die Vorbereitung ab. „Dafür ist zwar ein Großteil meines Jahresurlaubs drauf gegangen, aber es war mir wichtig, gut vorbereitet in Frankfurt an den Start gehen zu können.“

Mit seinem Ergebnis ist Koch sehr zufrieden: „Meine oberste Priorität war es, gesund ins Ziel zu kommen. Denn es gab doch viele Sportler, die auf der Strecke und vor meinen Füßen kollabiert sind.“ Damit dies dem Vertriebsingenieur nicht passiert, galt es, mit den eigenen Kräften gut hauszuhalten. „Das begann für mich schon beim Schwimmen. Sonst erreiche ich das Ziel in einer guten Stunde, jetzt habe ich über 75 Minuten benötigt, um noch Kraftreserven für das Laufen zu haben.“

Motivation, trotz der enormen Hitze weiter zu machen, kam einmal mehr auch vom Publikum. „Der Zuschauer-Zuspruch ist gigantisch. Besonders bei den Strecken, bei denen es bergauf ging, stehen die Zuschauer da so dicht gedrängt wie bei der Tour de France – das peitscht einen schon richtig nach vorne. Das sind dann die Momente, bei denen man sich auch als passionierter Hobbysportler wie ein Profi fühlt“.

Mit der Durchführung der Veranstaltung, bei der Freizeitsportler zusammen mit den Profis an den Start gehen, war Koch vollkommen zufrieden. „Die Organisatoren haben sogar die Laufstrecke ganz kurzfristig noch etwas verlegt, so dass der Weg an mehr Bäumen als beim ursprünglich geplanten Weg vorbei führte. Ein Meter im Schatten ist ein Meter weniger in der prallen Sonne und bei den Bedingungen war ich für jeden schattenspendenden Zweig dankbar“, beschreibt Koch. Auch die Versorgung mit während des Rennens mit isotonischen Getränken sei vorbildlich gewesen. „Es wurde wirklich alles getan, um den Athleten die Strapazen möglichst angenehm zu gestalten.“

„Familie ist eine enorm wichtige Stütze“

Am Sonntag stellte Koch wieder den einzigen Starter aus den Reihen der Wasserfreunde Werne. Unterstützung vor Ort erhielt er einmal mehr von seiner Frau Barbara und den beiden Töchtern Juliane und Adriane. „Die Familie ist eine enorm wichtige Stütze für mich.“

Nach diesem Höhepunkt der Saison wird Koch noch bis Mitte September an sechs Liga-Veranstaltungen über die kürzeren, olympischen Entfernungen teilnehmen.

Im nächsten Jahr will Koch sich eine Iron Mai-Auszeit genehmigen, da wegen der intensiven Vorbereitungszeit die Familie „etwas zu kurz gekommen ist. Vielleicht werde ich dann satt an einer Langdistanz mal eine Mitteldistanz auf Mallorca laufen“, blickt Koch voraus.

Von Christoph Volkmer

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