Triathlet Kamil Jablonski mit einem klaren Ziel beim "Ironman" in Frankfurt

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Kamil Jablonski im Vorjahr beim Zieleinlauf in Maastricht.

Werne – „Ich will nach Hawaii.“ Kamil Jablonski, Triathlet der Wasserfreunde TV Werne, ist mit diesem klaren Ziel zum „Ironman“ nach Frankfurt/Main gereist, der dort am Sonntag ausgetragen wird.

Der Polizist aus Lünen, der seit 2017 den Dreikampf betreibt, verpasste die Qualifikation für den „Ironman“ auf Hawaii im Vorjahr in Maastricht noch – und sieht sich in diesem Jahr besser gerüstet. „Ich habe auch im letzten Jahr detailliert trainiert. Aber in diesem Jahr haben wir alles auf das Ziel zugeschnitten“, sagt der 33-Jährige. 

Zusammen mit seinem Trainer Stavro Petri, einst selbst Starter beim weltberühmten „Ironman“ auf der Vulkaninsel im Pazifik, entwickelte Jablonski seinen Trainingsplan online. Zu Beginn stand eine Leistungsdiagnostik, um „speziell Trainingsbereiche beim Laufen zu definieren“. 

Im Winter standen so erst Krafttraining, kürzere Läufe für die Schnelligkeit sowie die Grundlagen im Schwimmen an. Im Februar sollten erste längere Laufwettkämpfe folgen, doch nach dem Start bei der Hammer Winterlaufserie über zehn Kilometer erkrankte Jablonski, fiel zwei bis drei Wochen komplett aus und verpasste so die Läufe über 15 Kilometer und den Halbmarathon. 

„Aber besser im Februar krank sein als kurz vor dem Wettkampf“, sagt der Ausdauersportler rückblickend. Mitte, Ende März war er dann wieder bei seinen normalen Trainingsumfängen und im April habe ihm das siebentägige Trainingslager mit den Vereinskameraden des TV Werne auf Mallorca nach vorne gebracht. „Das war super und hat mir einen Schub gegeben“, sagt Jablonski Im Mai folgten erste Triathlon-Wettkämpfe. 

So wurde Jablonski bei den Polizei-Landesmeisterschaften im Dreikampf Vizemeister und auf der Mitteldistanz in Heilbronn (Baden-Württemberg) eine Woche später Gesamt-31. bei mehr als 1000 Startern – trotz eines Einbruchs beim Laufen. In den Wochen danach waren die Trainingsumfänge am höchsten. „Ich bin wöchentlich zwei- bis dreimal 20 Kilometer gelaufen und Strecken von 180 Kilometer gefahren“, berichtet der Eisenmann. 

Die Trainingsumfänge im Wasser – das Schwimmen ist die schwächste Disziplin von Jablonski – blieb dabei konstant gleich. In den vergangenen 14 Tagen stand das „Tapering“ an: Die bewusste Reduktion des Trainingsumfangs vor einer großen Ausdauerbelastung durch einen Wettkampf. Nun steht also der große Wettkampf am Sonntagmorgen an.

Los geht es um 6.40 Uhr mit dem Schwimmen im Langener See. Dann folgen etwa 185 Kilometer auf dem Rad mit einem ähnlichen Streckenprofil wie im Vorjahr in Maastricht (aber nur breiter und deshalb mit mehr Möglichkeiten zum Überholen) und der abschließende Marathonlauf über 42,195 Kilometer. 

Eine kleine gute Nachricht für die Aktiven ist, dass die Strecke entlang des Mains in den Süden verlegt wurde und so in Teilbereichen mehr Schatten spendet. Welche Zeit sich Jablonski sich vorgenommen hat? „Ich will die 1:05 Stunden im Schwimmen angreifen, das wäre fünf Minuten schneller als in Maastricht, auch wenn es wohl wegen der Wärme ein Neopren-Verbot gehen wird“, sagt der Polizist. 

"So schnell machen wie möglich"

Ansonsten gilt: „So schnell machen wie möglich.“ Denn welche Zeit für die Qualifikation für Hawaii reicht, ist nie klar. „Es soll ja sehr heiß werden. Mal sehen, wie man damit klar kommt“, sagt Jablonski. Fest steht aber: Wenn der Aktive des TV Werne Wasserfreunde unter den ersten Sieben in seiner Altersklasse M30 ist, hat er einen Startplatz sicher. „Im Vorjahr war es aber so, dass der 18. in Frankfurt nach Hawaii durfte. Denn die Plätze acht bis 17 haben allesamt verzichtet“, berichtet Jablonski. Er wird am Sonntag von seinen Eltern und vielen Freunden unterstützt. 

Der Freitag ist ein kompletter Ruhetag. „Ich werde zusehen, dass ich bei meinen Schrittzähler dreistellig bleibe und die Sonne meiden. Ich werde den Tag im klimatisierten Hotelzimmer verbringen. Wichtig ist auch viel Schlaf, da es meistens von Samstag auf Sonntag damit auf Grund der Aufregung ohnehin nichts wird“, sagt Jablonski, der das Organisatorische gestern bereits abgearbeitet hat. 

Am Samstag will sich Jablonski den Langener See anschauen und nach Möglichkeit eine kleine Proberunde schwimmen. Zudem steht ein 20-minütiger Lauf an und eine Runde auf dem Rennrad – auch, um das Material zu testen. Mit dieser perfekten Vorbereitung soll es am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr dann im Idealfall heißen: „Ich darf nach Hawaii.“ Kamil Jablonski wäre dort übrigens der erste Starter aus einem Werner Verein.

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