Toni Tuklan will Torleute besser machen

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Der Werner Toni Tuklan trainert den Torwartnachwuchs.

Werne - Der Werner Toni Tuklam ist ein Tausendsassa. Der gebürtige Nigerianer hatte als Musiker bereits mehrere Charthits. Der 49-Jährige ist aber auch als Torwarttrainer gefragt. Die Nachwuchselite trainiert er in Seppenrade und Weddinghofen. In Overberge wird er die Keeper der ersten Mannschaft und der A-Jugend besser machen.  

Lässig geht die Hand von Tuklan alle paar Minuten in die Höhe. Mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt er aus den Polstern des Rathauscafés die Laufkundschaft des Werner Wochenmarktes. Man kennt sich und man schätzt sich offensichtlich. Tuklan ist sowieso ein Menschenfreund. Und der 49-jährige Familienvater ist gefühlt überall dabei: Der gebürtige Nigerianer ist nicht nur Musiker und Hitfabrikant, Sprecher des Königs seines Stammes in Afrika, im Vorstand der Nigerianer in Diaspora (Nido) und DFB-Stützpunkttrainer. Außerdem übernimmt er die Ausbildung der Torleute beim FC Overberge.

Der Tag hat mehr als 24 Stunden

Und wie kriegt er das alles unter einen Hut? „Das weiß ich nicht“, bekennt er. Organisationstalent gehört sicherlich dazu, auch wenn er sich selbst als chaotisch bezeichnet. Geduld verlangt er seiner Familie wegen häufiger Abwesenheit ab. „Sie kennen mich aber so“, sagt Tuklan. Seit 1994 lebt das Multitalent in Deutschland. Er kam als Student. Wie schon in der ersten Hälfte seines Lebens als er eigentlich Priester werden wollte, dann aber im Heimatland Stadtentwicklung und Marketing studierte, bog er ab vom Weg. Aus Maschinenbau wurde Sänger und Arrangeur. 

Der Bochumer Produzent Black Eye baute ihn nach kurzem Kennenlernen als seinen zweiten Künstler auf. „Obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich eigentlich studieren will.“ Eine Karriere, die 2009 einen ersten Höhepunkt hatte. Tuklan lieh Rico Bernasconi beim Charthit „Love Deep Inside“ die Stimme. 

Und mit der plötzlichen Prominenz ging auch der Umzug Tuklans von Herringen nach Werne einher. „In Herringen wurde der Druck zu groß, jeder klingelte bei mir an“, erzählt er. Der Hammer Westen kannte Tuklan als Fußballer, Trainer und Jugendleiter des SVF Herringen. „Fußball habe ich schon in Nigeria gespielt, im Feld in der Abwehr und auch als Torwart“, erzählt er von seiner zweiten Leidenschaft. Als Torwart spielte er in Hörde in der Landesliga, in Herringen Bezirksliga.

Seit fünf Jahren Stützpunkttrainer

Tuklan überzeugte als Trainer der A-Junioren beim SVF, übernahm schließlich auch die Abteilungsleitung. „Dort bin ich ganz klein als Co-Trainer der Minikicker angefangen, schon erstaunlich“, blickt er zurück. Die DFB-Stützpunkttrainer Herbert Hrubesch und Jörg Lipinski waren von seiner Arbeit mit dem Herringer Nachwuchs so überzeugt, dass sie nachfragten. 

Tuklan wurde Torwarttrainer für die U12 bis U16-Jugendlichen in Seppenrade. Und er macht den B-Regionalkader in Weddinghofen besser. „Eigentlich hab ich ja nur die C-Lizenz“, ist Tuklan zurecht stolz, dass der Fußballbund ihm trotzdem vertraut. Denn an den Lehrgängen nähmen „richtig gute Torleute teil.“ Der DFB hätte ja auch Trainer mit höherer Qualifikation. „Ich hab mir eben mit einen guten Ruf erarbeitet.“ Tuklan setzt auf ganzheitliches Training.

Torwart soll das Spiel lenken

„Ein Torwart hat das Spiel in der Hand“, erklärt er, „er kann bestimmen, in welche Richtung es läuft.“ Dazu müsse er mit den Mitspielern reden. „Er muss in jeder Sekunde die Konzentration hochhalten. Er muss mutig sein und sich selber motivieren können“, weiß Tuklan.

 „Wenn er ein Tor kassiert, darf er schließlich den Kopf nicht hängen lassen.“ An den Anfang seiner Arbeit mit dem Torhüternachwuchs stellt Tuklan die Analyse. „Ich gucke, wo bei jedem die Stärken und die Schwächen liegen und setze da an.“ Mit dem Ziel, „soviele Jungs wie möglich zum Erfolg zu führen.“

Person und Konzept gerieten nun beim FC Overberge in den Fokus. „Die hatten keinen speziellen Torwarttrainer, haben bei mir nachgefragt. Ich hab nicht lange überlegt, schließlich will ich immer helfen“, erzählt Tuklan. Der 49-Jährige hat übrigens noch Termine frei. 

„Aber wenn, dann nur im Kreis“, macht der Werner zur Bedingung. Kandidaten gebe es schon. Und wenn es mit dem nächsten, schon fertigen Song, dann doch auf Tournee gehen sollte? „Dann heißt es eben wieder Sportplatz, Flieger, Bühne.“ Fit fühlt sich Tuklan. Auch wenn er selber nicht mehr spielt. „Das Knie“, erklärt er, „und das brauch ich für die Bühne.

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