Titel verteidigt

Toni Haßmann gewinnt den Großen Preis von Lenklar 

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Toni Haßmann siegte mit Bien Aimee De La Lionne im Großen Preis vor Lenklar vor 3000 Zuschauern. 

Werne - Toni Haßmann hat als erster Reiter in der Geschichte der Lenklarer Reitertage den Großen Preis zweimal in Folge gewonnen.

Der 41-jährige Pferdewirtschaftsmeister siegte – ebenso wie 2016 – mit Bien Aimee De La Lionne und blieb als einziger Reiter im Stechen fehlerfrei.

Vor gut 3 000 Zuschauern, die trotz der Kälte Lust auf Reitsport der Extraklasse hatten, siegte Haßmann vor der früheren Nachwuchs-Europameisterin Laura Klaphake (Vechta) mit Catch me if you can und der 6-maligen deutschen Meisterin Eva Bitter mit Balermo.

37. Lenklarer Reitertage - Das Finale Teil2

Parcourschef Rainer Evelt und sein Team hatten für das mit 10 000 Euro dotierte Dreisterne-Springen der Klasse S mit Stechen einen abwechslungsreichen Umlauf aufgebaut: 480 Meter lang mit 13 Hindernissen und 16 Sprüngen, darunter eine 3-fache Kombination mit der Reihenfolge Tripplebarre, Steilsprung und Oxer, ein Wassergraben und eine 2-fache Kombination in der Schlusslinie – und das bis zu einer Höhe von 1,50 und einer Tiefe von 1,60 Meter.

„Das kratzt schon die Grenze zu einer internationalen Prüfung“, meinte Sprecher Carsten Soestmeier, der es wissen muss. Aber die Klasse des Feldes bereitete den Richtern schnell Kopfzerbrechen. „Zu leicht“, befand auch Parcoursbauer Bernd Windmüller selbst. Und nach zwei Nullrunden gleich zum Auftakt durch Eva Bitter und die Schwedin Nicole Persson korrigierten die Entscheider nach dem dritten Pferd die Zeit von 81 auf 79 Sekunden herunter.

Die Rechnung ging auf. Am Ende hatten sechs Männer und drei Frauen das Stechen erreicht, fünf Reiter blieben wegen der neu berechneten Zeit im Umlauf hängen. So auch Marco Kutscher, der mal nicht auf der globalen Tour unterwegs war und zur Freude der Zuschauer kurzfristig gemeldet hatte. 46 Hundertstel fehlten dem 67. der Weltrangliste mit seiner 11-jährigen Westfalenstute Chaccorina.

 Auch für Marie Ligges kam das Aus vor dem Stechen. Die Herbernerin, die gestern ihren 18. Geburtstag feierte, hatte mit Curly Sue früh mehrere Springfehler und gab schließlich vor der Schlusslinie auf. Das Stechen über 320 Meter Bahnlänge und acht Sprünge eröffneten Bitter und Persson mit jeweils einem Abwurf.

Als dritter Starter legte Toni Haßmann mit seinem 11-jährigen Westfalenwallach von Balou du Rouet eine tolle Runde hin, wendete nach dem drittletzten Sprung seinen „Lui“ auf der Fläche eines Bierdeckels und düste durch eine knapp eineinhalb Meter breite Lücke, die die Parcoursbauer dafür gar nicht vorgesehen hatten. „Ich hatte mir das aber schon vorher angeguckt“, meinte der Sieger, und: „Mein Pferd ging heute echt gut, dann kann man sowas mal machen. Ein bisschen Glück gehört aber auch dazu.“

Die folgenden Reiter, Peppi Dahlmann aus Fröndenberg und Jens Baackmann aus Münster, mussten das Risiko erhöhen und blieben dabei nicht fehlerfrei. Die 23-jährige Laura Klaphake, eines der ganz großen U25-Talente Deutschlands, kam mit der 9-jährigen Catoki-Tochter Catch me if you can noch einmal gefährlich nahe am Haßmanns Zeit heran, bezahlte aber die hohe Geschwindkeit auf dem Weg zum Schlussoxer mit einem Abwurf am selbigen. Letztlich mussten auch der junge Lars Volmer mit Maja, Altmeister Lars Nieberg, der das Top-Springen am Ostersonntag gewonnen hatte, und auch der Südlohner Daniel Engbers dem erhöhten Tempo mit jeweils zwei Abwürfen Tribut zollen. Dabei hatten sie an anderer Stelle als Haßmann eine Abkürzung genommen, die dem Publikum ebenfalls ein Raunen entlockte. „Wenn ich das auch noch gemacht hätte, hätte ich garantiert einen Fehler gemacht“, meinte der Sieger, für den bereits am Dienstag der Alltag wieder einsetzt.

Dann geht es mit 6- und 7-jährigen Pferden nach Brakel. „Da haben sie für morgens minus drei Grad angesagt“, bekam der 3-malige Sieger im Deutschen Derby in Gedanken schon Gänsehaut. Als Ehrenpreis gab’s für Haßmann übrigens ein Kofferset. Kann er gut gebrauchen: Mitte Mai geht es für eine Woche zum Reiten nach Südkorea.

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