"Ein Teil von uns"

Tolle Trikotaktion soll den Herberner Pechvogel Vincent Sabe aufmuntern

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Tolle Aktion: Alle Spieler, Trainer und Betreuer trugen ein Shirt mit der Nummer 16 – jene von Pechvogel Vincent Sabe.

Herbern – Am vergangenen Freitag wurde Vincent Sabe am Kreuzband seines linkes Knies operiert. Der Eingriff von Chefarzt Dr. Clemens Kösters im Maria-Josef-Hospital in Greven verlief nicht nur erfolgreich, sondern der 29-Jährige war sogar schmerzfrei.

„Da habe ich gefragt, ob ich nicht entlassen werden kann“, sagt der Mittelfeldspieler, der sich in der Vorbereitung im Spiel gegen den SV Wilmsberg Ende Januar nach einjähriger Pause erneut das Kreuzband gerissen hatte. 

Also war Vincent Sabe am Sonntag – gestützt auf Gehhilfen – natürlich auch Augenzeuge des ersten Landesliga-Meisterschaftsspiels in 2020 seines SV Herbern gegen die SG Borken (3:0). 

Was er nicht wusste: Seine Mitspieler hatten eine Aufmunterungsaktion für ihn geplant. So liefen alle Spieler, die Trainer und Betreuer mit einem blauen Trikot vor dem Spielbeginn auf. 

Auf der Rückseite trugen alle die Nummer 16 – jene also von Vincent Sabe. Darunter stand „Ein Teil von uns – V. Sabe“. Auf der Brust wurde ein Teil des Vereinsliedes „Weil der SV Herbern zusammenhält!“ zitiert. 

„Cool, mega cool“, fand Vincent Sabe die Aktion seiner Mitspieler. „Damit habe ich nicht gerechnet. Aber das passt zur Mannschaft“, erklärte der 29-Jährige. Wie es zu diesem außergewöhnlichen Auftritt kam, erklärte SVH-Spieler Dominick Lünemann: „Nachdem Vincent geschrieben hatte, dass er wieder einen Kreuzbandriss hatte, hat es keine fünf Minuten gedauert, bis wir die Idee hatten, etwas für Vinni zu machen.“

 So wurde schnell eine Whatsapp-Gruppe ohne Vincent Sabe gegründet. „Eine weitere Stunde später stand dann die Trikotaktion fest.“ Allerdings wollten die Spieler erst einmal die erste Operation abwarten – und mussten auch abwarten, ob Sabe am Sonntag schon am Platz sein würde. 

Fabian Vogt begrüßt Vincent Sabe in der Halbzeit des Spiels gegen Borken.

„Wir wollten zeigen, dass wir für ihn da sind. Das zeigt den Charakter der Mannschaft und auch des SV Herbern“, führte Lünemann weiter aus. Vor dem Anpfiff gingen alle an Vincent Sabe vorbei, nach Ende der Halbzeitpause nahmen auch Fabian Vogt und Kapitän Philipp Dubicki einen kleinen Umweg, um sich mit Vincent Sabe abzuklatschen. Herberns Trainer Holger Möllers sagte nach dem Schlusspfiff – ebenfalls gekleidet im blauen Sabe-Trikot: „Vinni ist ein richtiger Typ, der die Jungs mitnimmt.“ 

Auch Trainer Holger Möllers trug das Sondertrikot wärend der gesamten 90 Minuten.

Und der 49-Jährige erinnerte noch an die Situation in dem Spiel vom 25. Januar, als sich Sabe ohne Fremdeinwirkung das Knie verdrehte. „Alle waren geschockt, da gab es einen richtigen Bruch. Alle waren mitgenommen.“

 Für den Pechvogel heißt es nun warten. „In einem halben Jahr werde ich erneut operiert. Dann wird mir ein neues Kreuzband eingesetzt“, erklärt der Ascheberger.

 An Fußball auf Landesliga-Niveau ist angesichts der zweiten mutmaßlich einjährigen Pause erst einmal nicht mehr zu denken. Aber weil Vincent Sabe eben „ein Teil von uns“ ist, will nun Holger Möllers überlegen, „wie wir ihn irgendwie einbinden können. Er ist unheimlich wichtig für die Mannschaft.“ Auch sei die Aktion der Spieler „schön“ gewesen. „Denn das spiegelt die Mannschaft und auch den Verein wider.“

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