Sportartikel für Afrika

SuS von Spendenbereitschaft „erschlagen“

Jörg Bückmann (links) überreichte jetzt die Spende vom Hamminkelner SV an Dietmar Wurst, den Vorsitzenden des SuS Rünthe.
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Jörg Bückmann (links) überreichte jetzt die Spende vom Hamminkelner SV an Dietmar Wurst, den Vorsitzenden des SuS Rünthe. Der Vereinsbulli war voll gepackt mit circa 100 Bällen, Leibchen und mehreren Trikotsätzen, die eigentlich vom örtlichen Entsorger abgeholt worden wären.

Rünthe – Als der SuS Rünthe im Juni zusammen mit dem Musiker Toni Tuklan aufrief, Sportartikel für Afrika zu spenden, war der SuS-Vorsitzende Dietmar Wurst, sich nicht ganz sicher, was er erwarten sollte. „Es hätte auch sein können, dass wir nur einen Trikotsatz vom SuS wegschicken“, sagt er. Eine absolut unbegründete Befürchtung. Der Sportverein wird „geradezu erschlagen“ von den vielen Spenden, die aus ganz Deutschland in Rünthe ankommen.

„Es ist toll. Nein, halt – es ist fantastisch. Mit einer solchen Resonanz haben wir wirklich nicht gerechnet“, schwärmt Wurst. Der Aufruf des Sportvereins hat weite Kreise gezogen. Nicht nur die heimischen Medien hatten den Spendenaufruf aufgegriffen. Auch in der Region Hannover ging er beispielsweise durch die Presse, zwei Amateurfußballportale veröffentlichten die Bitte, die die Rünther unter den Titel „Glücklich geht einfach – Sportartikel für Afrika“ gestellt haben, im Internet.

Eine Medienfirma aus Hamburg, zu der unter anderem das Fußballvideoportal Kick.TV gehört, will ein dreiminütiges Video zu der Aktion drehen. Das Resultat: Eine wahre Spendenflut, mit der Wurst und seine Mitstreiter so nicht im entferntesten gerechnet hatten. Und es kommen nicht nur Trikot-Sätze in Rünthe an. „Aus Hamburg haben wir zum Beispiel übrig gebliebene Finisher-T-Shirts von einem Duathlon bekommen“, erzählt Wurst. Hosen, Schuhe, Bälle, Schienbeinschoner – all das bekommt der Verein noch immer reichlich geschickt. „Zum Teil kommen die Sachen per Spedition, weil die Lieferungen so groß sind“, erzählt Wurst verblüfft. Einen genauen Überblick über die Spendenartikel haben die Helfer schon längst nicht mehr. „Allein an Oberteilen werden wir so 2000 bis 3000 bekommen haben.“ Bisher. Denn noch ist die Sammelaktion nicht beendet.

Ein Container muss her

Eigentlich war angedacht, die Aktion bis etwa Ende des Jahres laufen zu lassen. „Einen genauen Endpunkt gibt es aber nicht“, so Wurst. Auch, weil die Corona-Pandemie noch immer rollt und die Auslieferung so schwierig macht. Denn natürlich möchten die Spendensammler dabei sein, wenn sie den Berg an Sportartikeln übergeben. Mit ein paar Koffern ab ins Flugzeug gen Tuklans Heimatland Nigeria ist aber nicht nur wegen der aktuellen Lage nicht möglich: Für den Lufttransport ist die Lieferung einfach zu groß geworden. „Wir müssen definitiv einen Container per Schiff schicken“, sagt Wurst. Aktuell sei noch nicht klar, ob es besser sei, einen Container zu kaufen, oder einen zu mieten. Und da der Transport dadurch teurer wird, als ursprünglich gedacht, hat der Verein auch dafür schon Unterstützung bekommen. „Rund 650 Euro Spendengelder sind dafür bisher bei uns eingegangen“, erzählt Wurst.

Um die Lagerung muss der SuS sich glücklicherweise keine Sorgen machen: Die Stadt Bergkamen hat dem Verein einen ausreichend großen Raum zur Verfügung gestellt, in dem die Helfer sammeln können, was sie geschickt bekommen. Der Erfolg der Sammlung blieb auch anderen nicht verborgen geblieben. „Ein Verein, der in Deutschland Sportartikel für Namibia sammelt, hat uns gefragt, ob wir ihn mit einem Teil unserer Spenden unterstützen können“, erzählt Wurst. Für den SuS sei das eine Selbstverständlichkeit. Denn auch, wenn die Hauptlieferung wohl nach Nigeria gehe: „Es steht ja unter dem Titel ‚Sportartikel für Afrika‘.“ Auch nach Botswana sei eine Lieferung geplant gewesen: Wurst, der viel in Afrika reist, wollte in Kürze zu einer weiteren Reise dorthin aufbrechen. „Jetzt klappt das natürlich nicht“, bedauert er. Umso größer sind seine Vorfreude und die Hoffnung, bei der Spendenübergabe selbst dabei zu sein. „Ich kann es kaum erwarten, die leuchtenden Augen zu sehen, wenn wir die Sportartikel verteilen.“

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