Jan Tschernoster: Rad an Rad mit Kittel und Degenkolb

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Vorne mitzufahren, das ist für Jan Tschernoster nicht außergewöhnlich. Am Wochenende wird er bei der Deutschen Meisterschaft die Spitze wohl eher von weiter hinten sehen.

Werne - Jan Tschernoster fährt bei der Deutschen Meisterschaft auf der Straße mit: Am Freitag im Zeitfahren der U23-Junioren, am Sonntag auch im Eliterennen über 204,8 Kilometer rund um das südhessische Bensheim.

Dort trifft der 18-jährige Bergkamener, der für den Radsportclub Werne 79 fährt, mit dem 8-köpfigen Team Rose NRW auf absolute Weltklasse – zum Beispiel auf Titelverteidiger André Greipel vom Team Lotto-Soudal, auf den achtfachen Tour-Etappensieger Marcel Kittel oder auf den Sieger von Mailand-San Remo und Paris-Roubaix, John Degenkolb.

Fahrer, sagt Tschernoster, die eine neue Radsport-Generation verkörpern und für ein Talent wie ihn durchaus Vorbilder sein können. „Aber ich bin nicht als Fan, sondern als Rennfahrer da“, sagt Tschernoster über das Gefühl, neben diesen Top-Stars fahren zu können. „Das ist schon etwas besonderes, das ist eine Sache, die man bisher nicht so oft hatte und die man mitnehmen sollte“, meint er.

Immerhin haben sich Jan Tschernoster und sein Team – darunter auch Aaron Grosser aus Hamm – diese Chance unter anderem in der Bundesliga hart erarbeitet. Große Erwartungen hegt der Bergkamener nicht. Eher dient das Rennen dazu, sich die nötige Härte für die nationale U23-Meisterschaft zu holen, die eine Woche später in Bruchsal ausgefahren wird.

Auftakt mit dem U23-Zeitfahren

Bereits morgen (Freitag) steht für den 18-Jährigen die deutsche Meisterschaft im Zeitfahren der U23-Junioren auf dem Programm. In Einhausen (Hessen) geht Tschernoster erstmals in dieser Altersklasse an den Start – gemeinsam auch mit Lennard Kämna (Team Stölting). Der wurde im vergangenen Herbst Weltmeister der Junioren, Tschernoster war in dem Feld der weltbesten U18-Fahrer immerhin als Elfter sensationell gut platziert.

Favoriten sind die beiden gegen die zum Teil deutlichen älteren Kontrahenten natürlich nicht. Nils Politt vom Team Stölting wird dabei ebenso favorisiert wie die beiden AWT-Green Way Fahrer Max Schachmann und Jan Brockhoff oder Domenic Weinstein vom rad-net ROSE Team. „Die werden schon schneller fahren als ich“, sagt Jan Tschernoster, und: „Insgesamt ist das schwer einzuschätzen, doch ich bin gut vorbereitet.“ Von den Junioren hin zur U23-Juniorenklasse sei es allerdings ein Quantensprung, sagt er.

Augenblicklich kann sich Tschernoster ein wenig mehr auf den Radsport konzentrieren, denn das Abitur hat er in der Tasche. Trotz der Doppelbelastung hat es der 18-Jährige bisher auch in der Bundesliga zu „einigen brauchbaren Ergebnissen“ (Tschernoster) gebracht. Aktuell liegt er in der Gesamtwertung auf Rang sieben.

Über die DM hinaus wartet ein weiteres Highlight: Die Oder-Rundfahrt über vier Tage. In der Bundesliga geht es so richtig erst gegen Ende der Saison weiter. Eines will Jan Tschernoster trotz des vollen Rennkalenders auf keinen Fall verpassen: Das Heimrennen in Werne, das am Sonntag, 20. September, ausgetragen wird. Auch wenn es da nur durch den Fürstenhof und den Stemmenkamp geht, „ist man beim Heimrennen gerne am Start. Das muss irgendwie funktieren.“

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