Angreifer von Eintracht Werne nach seinem dritten Kreuzbandriss

Steven Farchmins langer Weg zurück auf den Fußballplatz

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Im Frühjahr 2019 spielte Steven Farchmin in der Landesliga mit der SG Bockum-Hövel beim SV Herbern (hier mit Schütte und Sobbe). Wenige Monate später zog sich der Angreifer seinen dritten Keruzbandriiss zu.

Werne – Steven Farchmin kann es kaum noch abwarten. Beim bislang letzten Meisterschaftsspiel seines Vereins Eintracht Werne beim 4:0 gegen BV 09 Hamm schnappte er sich in der Halbzeitpause einen Ball. Er jonglierte minutenlang alleine die Kugel, ließ sie mal von der Schulter abtropfen und zeigte weitere Tricks – und das alles in Straßenkleidung.

Denn der 31-Jährige ist noch immer ohne Einsatz für seinen neuen Verein – der scheint aber nun bald möglich. „Ich hoffe, dass ich in der Rückrunde noch das ein oder andere Spiel machen werde“, wünscht sich der frühere Herberner. 

Rückblende: Kurz bevor er seine Zusage bei den Evenkämpern gegeben hatte, zog sich der Angreifer, der in der Vorsaison beim Landesliga-Absteiger SG Bockum-Hövel kickte, einen Kreuzbandriss zu – seinen mittlerweile dritten. 

„Ich hatte einen etwas längeren Schritt gemacht und das Bein hat sich gedreht – da wusste ich, dass etwas kaputt ist“, erinnert sich der Stürmer an den Mai zurück. Zum offiziellen Fototermin Anfang Juli vergangenen Jahre erschien der Justizvollzugsbeamte dann auf Krücken. „Es ist total bitter für ihn gelaufen“, weiß auch sein Trainer Mario Martinovic. 

Nach der Reha arbeitete Farchmin auch anschließend weitgehend alleine an seiner Fitness und betrieb zunächst Muskelaufbau. Seit der Wintervorbereitung ist er langsam ins Mannschaftstraining eingestiegen. Da aber auf Grund der Witterung einige Einheiten in die Soccerhalle verlegt wurden, musste Farchmin weitere Laufeinheiten individuell abspulen. Denn das Kicken in der Halle ist für einen vorbelasteten Rekonvaleszenten hoch riskant. 

"Irgendwann hat man die Schanuze voll"

Aber jetzt reicht es ihm: „Ich schaue jetzt seit mehr als acht Monaten zu. Irgendwann hat man die Schnauze voll. Es ist schwer, weil ich ja seit meinem vierten Lebensjahr Fußball spiele“, erklärt der Angreifer. Seinen ersten Kreuzbandriss zog sich Farchmin im Jahr 2008 in einem Vorbereitungsspiel in Bockum gegen den SV Herbern im rechten Knie ohne Fremdeinwirkung zu. 

2012 passierte ihm das gleiche Malheur noch einmal – im Rückspiel der Landesligasaison mit Bockum-Hövel gegen den SV Herbern. Da erwischte es das linke Knie. „Ich hatte einige Wochen zuvor in Herbern zugesagt. In der Herberner Westfalenliga-Saison hatte ich in der Rückrunde noch ein paar Einsätze unter Christian Bentrup“, erinnert sich Farchmin. 

Er blieb bis zum Jahr 2014 bei den Blau-Gelben und kehrte auch auf Grund der eher geringen Einsatzzeiten zur SG Bockum-Hövel zurück. Mit der stieg er in der Saison 2018/19 in die Landesliga auf – und in der vergangenen Saison trotz großer Erwartungen sofort wieder ab. 

In der vergangenen Landesliga-Saison erzielte Farchmin drei Treffer – aber auch hier wurden die Einsatzzeiten weniger. Also kam ihm die Nachfrage des ambitionierten A-Kreisligisten Eintracht Werne gelegen. Nun hofft er, dass er bald seine lange Leidenszeit beendet ist.

 „Jedes Training hilft ihm weiter“, freut sich sein Coach Mario Martinovic darauf, einen weiteren Angreifer zu haben. Die Übungseinheiten absolviert Farchmin mit einer Bandage. Er ist zwar schmerzfrei – jetzt muss der Kopf noch mitmachen. „Das Problem ist, dass das Kreuzband zum zweiten Mal gerissen ist.“ 

Beim Laufen humpelt er noch. „Ich hoffe, dass ich bald vom Kopf her frei bin. Das muss ich abstellen“, sagt Farchmin. Er hofft, dass es in drei Wochen mit einem Kurzeinsatz klappen könnte. Sein Trainer glaubt, dass es eher mindestens vier werden. „Es ist klar, dass ein Spieler nach so langer Pause wieder spielen will. Aber wir brechen nichts übers Knie. Wir freuen uns darauf, wenn er auf dem Platz steht“, sagt sein Trainer. 

Sieht schon ganz gut aus: Zwar noch in Straßenkleidung, aber der Ball macht das, was Steven Farchmin von ihm will.

Farchmin weiß, dass er sich nach der langen Pause die Wettkampfhärte, das Vertrauen und die Sicherheit in seinen Körper holen muss. „Ich denke, es geht erst mit ein paar Minuten los und nicht von Beginn an. Die Jungs vorne machen es auch gut“, erklärt Farchmin mit Blick in Richtung des Sturmduos Abdullah Sahin (15 Tore) und Serkan Adas (14). 

Aufstieg kein Thema mehr - Verbleib über das Saisonende ist noch unklar

Farchmin, der aus der Jugend von Fortuna Walstedde stammt und über den SC Eintracht Heessen nach Bockum-Hövel kam, fühlt sich übrigens wohl bei seinem neuen Verein. „Die Jungs sind alle gut drauf und teilweise positiv verrückt“, beschreibt er seine Mitspieler.

 Dass für den Vizemeister der Vorsaison in Kreisliga-Titelkampf angesichts des schon großen Rückstandes auf Spitzenreiter SVE Heessen noch etwas geht, glaubt Farchmin nicht. „Wir brauchen uns keine Illusionen zu machen. Mit so einem Kader müssen die Heessener aufsteigen“, meint Farchmin. 

Saisonvorstellung auf Krücken: Steven Farchmin als Neuzugan der Eintacht im Sommer 2019.

Ob er in der kommenden Saison bei einen erneuten Anlauf der Eintracht auf dem Sprung in die Bezirksliga dabei sein wird, ist noch offen. Denn Farchmin zieht zum 1. April mit seiner Freundin nach Enniger. „Da wird der zeitliche Aufwand schon größer. Ich kann ja bald schon mal abschätzen, wie das mit den Fahrten klappt. Ich habe ja auch noch Verwandtschaft in Bockum-Hövel, von daher fahre ich sowieso häufiger in diese Richtung“, meint Farchmin. Bis es soweit ist, will er häufiger den Ball streicheln – dann aber dabei ein Trikot anhaben und Teil einer Fußballmannschaft sein...

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