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Der "Stern des Südens" leuchtet regelmäßig für fünf Bayern-Fans aus Herbern

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Von: Isabel Schütte

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In der Allianz Arena: Christian Feldkämper, Tobias Zimmer, Maria Aschoff und Martin Feldkämper. © Feldkämper

Herbern – Wenn am Samstag, am 19. Spieltag in der Fußball-Bundesliga, der FC Bayern den FC Schalke 04 in der Allianz Arena in München empfängt, werden Martin und Christian Feldkämper, Tobias Zimmer, Martin Huhn und Maria Aschoff wieder mitfiebern – allerdings nicht, wie eher zu vermuten, mit Königsblau, sondern mit „ihren Bayern“.

Eigentlich huldigen die treuen Fans dem Stern des Südens im Fußballtempel in Fröttmaning, dieses Mal trifft sich das Quintett jedoch im eigens dafür hergerichteten Kellerraum von Martin Feldkämper. „Früher waren wir noch verrückter, wir sind schon ruhiger geworden“, sagt Christian Feldkämper. 

Seit nunmehr 15 Jahren haben die vier Herren mit der Eröffnung der Allianz Arena jeweils eine Dauerkarte für ihren roten Lieblingsclub ergattert. In der Saison fahren sie – so oft es irgendwie geht – nach München. Während sie in der Anfangszeit noch mit dem Auto oder einem Bulli die rund 600 Kilometer auf sich genommen haben, fahren sie inzwischen mit der Bahn. „Das ist viel entspannter und man lernt wirklich viele coole Leute kennen“, sagt Martin Feldkämper. 

Ein ungutes Gefühl habe ihn und seine Mitfahrer einmal beschlichen, weil sie in einen Zug voller Hamburger Fans einsteigen mussten, wie Martin Feldkämper erzählt. „Wir hatten eine Platzreservierung und unsere Bayern-Trikots an. Aber als wir dann im Zug waren, war es eine super Stimmung und unser mulmiges Gefühl war unbegründet.“ 

Vor sechs Jahren war Maria Aschoff das erste Mal dabei

Da nicht immer alle zeitgleich zu den Bundesliga- oder Champions League-Spielen fahren können, ist immer eine Karte übrig. Hier nehmen die Herren gerne Maria Aschoff mit. Auch wenn sie offiziell noch keine Enkelkinder hat, wird sie hier von allen nur „Oma“ genannt. Aschoff nimmt es gelassen und freut sich, seit sechs Jahren Teil der Truppe zu sein. „Ich hatte öfters mal gefragt, ob sie mich mitnehmen. Und irgendwann hat es geklappt.“ 

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Müssen heute ausnahmsweise mal im Fanzimmer die Bayern im TV schauen: Von links Christian und Martin Feldkämper, Maria Aschoff, Tobias Zimmer und Martin Huhn. © Schütte

Beim SV Herbern bruzzelt sie bei den Heimspielen der ersten Mannschaft immer die besten Pommes und Currywürste in der Landesliga und die Feldkämper-Brüder waren der Ansicht, dass Maria auch mal was Anderes sehen muss als Grill und Fritteuse. Seither fährt die 59-Jährige – so oft es irgendwie möglich ist – auch mit nach München. Zwischen zehn und zwölf Mal wird der Stern des Südens während der Saison angesteuert. 

„Die Stimmung im Stadion ist einfach unbeschreiblich. Es ist jedes Mal ein tolles Erlebnis“, betont „Oma“ Maria. Während man nach Spielen am Nachmittag noch am gleichen Tag wieder nach Hause fährt, wird bei Abendspielen eine Übernachtung gebucht. „Das ist einfach entspannter und außerdem fahren auch oft gar keine Züge mehr“, sagte Martin Huhn. 

Ein besonderes und unvergessliches Erlebnis hatten die Fußballfreunde in Mailand: Da standen sie am Flughafen unverhofft neben den Bayern-Stars. „Das war grandios“, erinnert sich Christian. Unvergessen ist auch die Fahrt nach Amsterdam. Die Feldkämper-Brüder und Martin Huhn wollten von dort aus zum Champions-League-Spiel der Bayern nach Manchester fliegen. Nachdem sie von einem in den anderen Stau geraten sind, sahen sie bei ihrer Ankunft am Flughafen nur noch ihre Maschine in den Himmel steigen. 

Karte, Hotel – alles hatte sich sehr kostenintensiv erledigt. „Wir sind dann wieder nach Hause gefahren. Die Rückfahrt ging wesentlich schneller und dann haben wir uns was vom Nikos-Grill geholt und das Spiel zu Hause geguckt“, erzählt Martin Feldkämper. Neben den fußballerischen Aspekten zählt für alle, dass sie sich immer aufeinander verlassen können und sich auch während der Fahrten gut verstehen.

 Die Mentalität der Bayern und das bayerische Essen sind für das Quintett ebenfalls unerlässlich. Schade finden alle, dass heutzutage die Fußballspiele mehr als Event gelten und das eigentliche Spiel immer weniger in den Fokus rückt. „Das braucht kein Mensch, wir wollen nur das Fußballspiel sehen“, sagt Tobias Zimmer.

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