Start bei den Olympischen Spielen ist Ida Leferings Traum

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Ida Lefering und ihre Mutter Rita.

Werne – Im Sommer vergangenen Jahres stürmte Ida Lefering erst mit einer neuen Fabelbestzeit von 2:15,07 Minuten in Paderborn zum Westfalenmeistertitel bei den U15-Mädchen auf der 800-Meter-Strecke. Dann sicherte sie sich Anfang Juli in Bremen den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in dieser Altersklasse. Für diese Leistungen erhält die 15-Jährige am Samstag im Rahmen des Werner Sportlerballs die Sportplakette der Stadt Werne – das ist die höchste Auszeichnung, die Athleten in der Lippestadt bekommen können.

„Ich konnte das erst nicht richtig einordnen“, sagt die Schülerin des Gymnasiums St. Christophorus über diese Auszeichnung: „Es ist aber toll, wenn man so ein positives Feedback bekommt.“ Schön fand sie auch, dass sie im vergangenen Jahr für ihren Vize-Titel ein persönlichen Glückwunsch-Brief von Bürgermeister Lothar Christ erhielt. 

Eine weitere besondere Auszeichnung hat daheim einen Ehrenplatz. Weil Ida Lefering als Uhland-Grundschülerin dauerhaft den Stadtlauf bei den Schülerinnen in ihrer jeweiligen Altersklasse gewann, hatte ihr die Rektorin, Eleonore Neumann, einen selbst gebastelten Pokal überreicht mit der Aufschrift: „Für das schnellste Mädchen in Werne.“

 Und Ida Lefering setzt sich selber große Ziele: „Am liebsten würde ich es schaffen, bei einem internationalen Wettbewerb im Nationaltrikot zu laufen.“ Das heißt also, dass die Nachwuchs-Läuferin von einem Start bei den Olympischen Spielen, Europa- oder Weltmeisterschaften träumt. In diesem Jahr steht dabei ein großer Sprung für die Leichtathletin an. Denn sie startet nun in der Altersklasse U18. Auch hier ist für die Leichtathletin der LG Coesfeld die DM-Teilnahme das Ziel. „Ich will es schaffen, unter die Top acht bei der Deutschen Meisterschaft zu kommen.“ 

Ida Lefering hat ihre Liebe zum Hindernis-Lauf endeckt.

Dafür muss sie zunächst die Qualifikationszeit von 2:18 Minuten über 800 Meter schaffen. Für die Titelkämpfe in Ulm am letzten Juni-Wochenende hat Ida Lefering aber noch zwei weitere Strecken im Blick, mit denen sie die DM-Qualifikation schaffen will. Das sind die 1 500 Meter und die 2 000 Meter Hindernis. „Das Hindernis-Laufen macht mir viel Spaß“, hat sie erkannt. Während die 800 Meter als längste Sprintstrecke in der Leichtathletik gelten, muss für die längeren Distanzen eine andere Renneinteilung vorgenommen werden. Und dafür ist das Training extrem aufwändig. 

"Das ist eine logistische Meisterleistung"

Ida Lefering trainiert zum einen mehrmals pro Woche bei der LG Coesfeld, zu der sie Anfang 2018 wechselte. Für die einstündige Fahrt ins zirka 70 Kilometer entfernte Coesfeld fungiert meist Mutter Rita als Fahrerin. Die LG ist dabei der Stammverein der früheren Leichtathletin Rita Lefering, die die Touren ins tiefe Münsterland dann mit dem Besuch bei ihrer Familie verbindet. Zudem trainiert Ida alle zwei Wochen in Münster beim Münsterland-Stützpunkt. Dort holt sie dann am Bahnhof ihr Vater Christoph Lefering ab, der in der Domstadt arbeitet, und bringt sie zum Training an den Horstmarer Landweg.

 „Das ist eine logistische Meisterleistung“, sagt Mutter Rita Lefering zu dem Fahrtdienst. Nachdem Ida den Sprung in den „D-Kader Westfalen“ geschafft hat, steht hier eine weitere Trainingseinheit pro Monat an. Dabei werden die Trainingsumfänge und -inhalte abgestimmt. „Die Trainer sind alle miteinander vernetzt und im Austausch“, erklärt Rita Lefering. Für ihre Tochter Ida stehen wöchentlich folgende Trainingsumfänge an: ein bis zwei Dauerläufe über acht bis zehn Kilometer, Einheiten im Kraftraum, Stabilitätsübungen, eine Einheit Sprint mit acht Läufen über 50 Meter und eine Einheit Tempoläufe.

Einmal pro Woche Training in Werne

 „Ich habe in Coesfeld eine Trainingsgruppe mit ein paar Jungs“, erzählt Ida. Einmal pro Woche trainiert sie zudem im Sportzentrum Dahl auch mit der Unterstützung von Nachwuchstrainerin Petra Nagel vom TV Werne. „Das finden wir klasse, dass das möglich ist“, sagt Rita Lefering. Einen Tag in der Woche hat Ida trainingsfrei. Da bleibt noch genügend Zeit, um neben dem Training und der Schule etwas mit Freundinnen zu unternehmen.

 „Aber ich habe die meisten Freundinnen im Verein“, erklärt Ida Lefering. Der TVW war auch ihr Heimatverein, dem sie sich mit sechs Jahren angeschlossen hat und bei dem Roland Schönberger ihr erster Trainer war. Vorerst läuft Ida Lefering aber weiter für die LG Coesfeld, auch wenn es Anfragen von anderen Vereinen aus der Region gibt. Einen Wechsel zu einem der großen Leichtathletik-Vereine wie etwa Bayer Leverkusen oder TV Wattenscheid ist erst angedacht, wenn Ida Lefering ihr Abitur am St. Christophorus gebaut hat. Danach würde sie einen möglichen Studienort unter den Gesichtspunkt einer Verknüpfung mit einem großen Leichtathletikverein wählen – um ihr großes Ziel von einem Start bei den Olympischen Spielen zu verwirklichen.

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