Spielervater streitet mit Eintracht Werne um die Freigabe für seinen Sohn und 150 Euro

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Da war die Welt noch in Ordnung: Die B-Junioren der Eintracht auf der Abschlussfahrt in Kehl am Rhein.

Werne – Norbert Höring ist enttäuscht und nicht gut auf Eintracht Werne zu sprechen.

Er hat seinen Sohn Robin, der für die B-Junioren spielte, fristgerecht zum 30. Juni abgemeldet – für einen Wechsel zum SV Herbern. 

Die Freigabe hat er aber nicht bekommen, der Fußballverein aus dem Evenkamp will 150 Euro Ausbildungsentschädigung. 

Ein Unding, findet Höring, der außerdem sagt, die Eintracht habe Absprachen nicht eingehalten. Jugendleiter Heiko Baus sieht das ein bisschen anders. Nach Trainerwechseln und immer wieder aufkommenden Differenzen zwischen Eltern sowie Vorstand und Trainern sei der Spielbetrieb für die Rückrunde der Saison 18/19 gefährdet gewesen, berichtet Höring. 

Im Rahmen einer Elternversammlung habe man sich bereit erklärt, bis zum Saisonende in der Kreisliga C (Unna-Hamm) der B-Junioren weiter zu spielen. „Zirka sechs Spieler haben ihre geplante Kündigung zurückgezogen“, schreibt Höring der Redaktion – dies sei nur geschehen, weil der Verein versichert habe, „dass man den Spielern keine weiteren Steine in den Weg legen würde, wenn sie die Saison zu Ende spielen.“ 

Nach einem weiteren Trainerwechsel zum Ende der Spielzeit sei ein Vereinswechsel „auf Grund der Strukturen im Jugendbereich bei Eintracht Werne“ unumgänglich gewesen, berichtet Höring. Er habe seinen Sohn, der Mannschaftskapitän war, fristgerecht zum 30. Juni abgemeldet und ihn beim SVH angemeldet.

"Deutlich unangemessen"

 Er sei dann sehr überrascht gewesen, dass die Eintracht auf 150 Euro bestanden habe – was gemäß Verbandsrecht in Ordnung ist, aber aus Sicht Hörings für die Jugendlichen ein Unding, denn: „Sie müssen sich freikaufen.“ Weil die 150 Euro nicht gezahlt worden sind, ist Robin Höring gesperrt und erst ab dem 1. November für den SVH spielberechtigt.

 Einen „unmöglichen Zustand“ nennt Höring dies und findet es „deutlich unangemessen“. Zumal mit Deniz Ünal ein Spieler vom SVH zur Eintracht gegangen sei, der nachweislich bedingungslos die Freigabe erhalten habe. 

„Dass jetzt im Gegenzug Geld verlangt wird, hat sehr wenig mit Fairplay unter den Vereinen zu tun“, sagt Höring. Das habe er zu erklären versucht, aber: Der Verein habe letztlich auf stur gestellt. „Wir gehen da nicht drauf ein“, nennt Heiko Baus dieses Vorgehen, denn: „Der Mann ist schon massiv aufgetreten und hat den ganzen Verein verrückt gemacht.“

Eintracht-Jugendleiter Heiko Baus.

 Aus Sicht der Eintracht stellt sich alles anders dar. „Das hat keiner von uns in der Elternversammlung gesagt“, reagiert Heiko Baus auf die Vorwürfe, man habe den Nachwuchsfußballern versprochen, am Ende der Saison ohne Einschränkung gehen zu können. „Das können wir auch gar nicht“, sagt Baus, und: „Es gibt einen Vorstandsbeschluss, dass kein Spieler der A- und B-Junioren den Verein ohne Freigabe verlassen darf. Wir haben ihm das noch einmal sehr höflich und persönlich mitgeteilt und Herrn Höring zur nächsten Vorstandssitzung eingeladen.“ 

Die Eintracht sei immer noch um ein klärendes Gespräch bemüht, heißt es. Robin Höring sei am 29. Juni abgemeldet worden, berichtet Baus, ebenso wie fünf weitere Spieler. Mit, laut Eintracht, weit reichenden Konsequenzen für den Verein: „Das war für uns sehr spät. Wir wollten zwei Mannschaften melden, mussten aber eine unserer B-Junioren für die neue Saison vom Spielbetrieb zurückziehen...“

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