WSC-Spieler zerren an Öztürks Nerven

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Der starke WSC-Mittelfeldabräumer Jussef Saado versucht sich hier mit einem akrobatischen Hackentrick. Er erzielte ein Tor und bereitete zwei weitere vor.

Werne - Nervenaufreibend war der Auftritt des Werner SC am Sonntag für seinen Trainer  Kurtulus Öztürk.

Denn sein Team und der abstiegsbedrohte Gastgeber boten beim 5:4-Sieg des WSC den wenigen Zuschauern auf der Anlage an der Dammwiese ein Offensiv-Spektakel. „Das Spiel hätte auch 8:7 enden können“, sagte Öztürk. Wobei nicht ganz klar wurde, ob er dieses aus Sicht seines Teams meinte oder aus Sicht der Gastgeber.

Denn Chancen hatten beide Teams genügend. Erneut ersatzgeschwächt und mit drei Niederlagen im Gepäck trat der Tabellenvierte in Lünen-Süd an – und in den ersten zehn Minuten fühlte sich der WSC-Trainer wie im falschen Film. Seine Abwehr und das Mittelfeld bekamen den VfB nicht in den Griff und lagen nach sieben Minuten 0:2 durch die zwei Tore von Marius Mantei 0:2 hinten – dazu kamen noch bis zur zehnten Minute zwei Lattentreffer für den VfB.

„Auch wenn ich Marco Konieczny nicht wegen einer Verletzung hätte auswechseln müssen, hätte ich trotzdem reagiert“, sagte Öztürk.

Seine Umstellung brachte den nötigen Erfolg: Der flexible Yannick Eisenbach rückte aus dem Angriff in die Abwehr und Erkan Baslarli rückte neben Daniel Durkalic in den Angriff. Der Sport Club nahm nun die Zweikämpfe an und beschäftigte den VfB durch eigenen Offensivaktionen.

Ausgleich zeigt Wirkung beim Gastgeber

Mit dem Doppelschlag durch Jussef Saados Weitschuss und Baslarlis Heber nach Durkalic-Zuspiel schaffte der WSC kurz vor der Pause das 2:2 – und das zeigte Wirkung bei den Gastgebern.

Die hatten plötzlich wieder einen schweren Rucksack auf und erinnerten sich zudem daran, dass sie in der Vorwoche bei der 1:2-Niederlage im Kellerduell gegen Ascheberg schon eine 1:0-Führung verspielt hatten. Zudem drang die schlechte Kunde von der 3:1-Pausenführung des Rivalen SC Dorstfeld gegen denTabelenzweiten FC Overberge bis zu den VfB-Verantwortlichen durch.

Kurz nach der Pause sorgte Daniel Durkalic mit einem Doppelpack binnen drei Minuten für eine 4:2-Führung der Gäste, wobei Saado zweimal als Vorbereiter glänzte (55., 58.). Doch damit war die Partie nicht entschieden. Der VfB hielt dagegen und der WSC ließ seine Konterchancen leichtfertig liegen bis auf die zum 5:3 (85.).

"Mich nervt es, dass wir Gnade zeigen"

Doch zweimal kam das Team von Trainer Steven Koch zurück, verkürzte auf 3:4 und 4:5 und bäumte sich gegen die Niederlage auf. In der Schlussphase gab es bei jedem VfB-Angriff ein heilloses Durcheinander im Werner Strafraum – eher mit Glück als mit Können rettete der Sport Club den Sieg über die Zeit. „Für die Moral in dieser Phase der Saison ist das positiv“, war Öztürk mit der Reaktion seines Teams zufrieden. Aber er hatte auch genügend Kritikpunkte anzumerken: „Mich nervt es, dass wir Gnade zeigen“, fand er die Qualität der Konter, nun ja, stark ausbaufähig.

Aber das Spiel zeigte auch: „Es ist schwer, sich noch zu motivieren, wenn es um nichts mehr geht. Das hat das Spiel deutlich gezeigt“, sagt Öztürk. Und für sein Team steht entsprechend am Sonntag gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten TuS Ascheberg der nächste Charaktertest an, denn das Team von Holger Möllers benötigt ebenfalls dringend einen Dreier angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf VfB Lünen auf dem ersten Abstiegsplatz – und wird alles dafür unternehmen, diesen im Lindert einzufahren.

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