Laufkolumne von Anne-Katrin Mertens

„Speck lass’ nach mit Anne“ – oder ähnlich

Anne-Katrin Mertens

Keine Zeit zum Laufen, denn momentan lerne ich mehr „über“ den Sport als das ich ihn selbst ausübe: Ich mache einen Übungsleiterschein für sportübergreifende Angebote.

 Und der Lehrgang findet an sechs Wochenenden samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr statt. Da bleibt am Wochenende keine Zeit zum Laufen. 

Es sei denn, Oskar macht morgens um 6 Uhr eh’ wieder Alarm und ich erbarme mich und stehe mit auf... Dann kann ich vor dem Kurs noch schnell eine halbe Stunde laufen, während Oskar neben mir radelt und mir eine Frikadelle ans Ohr quatscht – oder er bleibt zuhause und sieht fern. 

Macht er natürlich auch gerne. Zurück zur Ausbildung: Hier lerne ich auch viel – ist wirklich interessant. Ich weiß zum Beispiel jetzt, dass ich auch Aerobic kann, aber Probleme mit dem taktvollen Zählen bis Acht habe. Aber das war mir vorher klar. 

In der Gruppe sind wir 18 Leute, alles vertreten zwischen 20 und 50 Jahren. Wir haben alles dabei: Den Körperklaus, der noch schlimmer bei Tanzeinlagen aussieht als ich, dann der Besserwisser, der nur dabei ist, um bestätigt zu bekommen, dass er sowieso schon alles vorher wusste. 

Die „Kinder“, die 20-Jährigen, die den Schein fürs Turnen mit den Kleinen in ihrem eigenen Verein machen. Dann die Ehrgeizigen, die bei jedem Spiel so tun, als ginge es um Leben und Tod. Die Schüchterne mit dem Bobschnitt, die sich ängstlich duckt, um den Ball nicht abzubekommen, den sie eigentlich fangen sollte. 

Dann noch die jungen wilden Kerle, die komischerweise ganz ruhig wurden, als sie eine Step-Aerobic-Abfolge vor der Gruppe vormachen sollten. Dann noch die „Lauten“, die immer für gute Laune sorgen, wenn der Tag gegen 15 Uhr doch schon ziemlich lang wird. Wir nehmen alle Sportarten durch, die man sich so vorstellen kann: Beim Pilates und Yoga kam ich schnell an meine Grenzen und wurde sehr, sehr leise auf meiner dünnen Turnmatte. 

Da muss man ja gelenkig sein und Dehnen vernachlässigen wir Läufer ja doch oftmals. Stundenlang rennen können, aber nicht mal annähernd beim Dehnen mit den Fingern auf den Boden kommen... Ich für meinen Teil hänge noch den Rettungsschwimmer-Schein in Silber dran, den ich momentan bei der DLRG in Werne mache. Auch das bringt mich an meine Grenzen. 

Panisch bin ich letzte Woche eine 25-Meter-Bahn durchgetaucht und wäre nachher gerne in ein Sauerstoff-Zelt eingeliefert worden. Beim Rettungsgriff habe ich besonders gut zugehört und hab den dann auch schnell gelernt. Kann ich sicher das eine oder andere Mal auch bei den Kindern anwenden. 

Nächste Woche ist Schwimmen in Klamotten – ich bin gespannt, wie schwer das wird. Spaß macht das alles und ist auch mal was anderes, als „nur zu laufen“ am Wochenende. 

Und wer weiß, vielleicht sehe ich den einen oder anderen von den Lesern mal bei einem Kurs, den ich ins Leben rufe: „Speck lass´ nach mit Anne“ oder so: Dieses Aerobic-Gedönse mit Gymnastik hat mich schon gereizt. Zumindest hätten wir viel zu lachen. Und das hält ja auch gesund.

Die Autorin 

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (38) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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