Slimani tritt als Trainer des SV Stockum zurück

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Zakaria Slimani (links) ist als Stockumer Trainer zurückgetreten.

Stockum – Der abstiegsbedrohte A-Kreisligist SV Stockum muss sich einen neuen Trainer suchen. Denn Zakaria Slimani hat nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres seinen Rücktritt beim Tabellen-Vorletzten erklärt.

Das hatte vorrangig nichts mit der 3:8-Niederlage im Kellerduell am Sonntag beim TuS Wiescherhöfen II zu tun, wodurch der Rückstand auf das rettende Ufer auf sechs Punkte angewachsen ist.

 „Dass ich als Trainer zurücktreten werde, habe ich dem Vorstand schon vor einigen Wochen mitgeteilt. Ich wollte aber das letzte Spiel abwarten, um diesen Schritt offiziell zu machen“, erklärte der 37-Jährige. „Ich will den Weg frei machen für einen externen Trainer, der vielleicht vier bis sechs neue Spieler mitbringt und das Ganze herumreißt“, führte Slimani weiter aus.

Entscheidung "nicht überraschend"

 Für SVS-Kassierer Josef Holtrup kam Slimanis Entscheidung „nicht überraschend. Im Prinzip ist er auch ausgelaugt“. Slimani übernahm in der Winterpause der Vorsaison als damaliger Trainer der Reserve die erste Mannschaft, als nach dem Abgang von neun Stammspielern auch Trainer Ralf Gondolf seinen Posten zur Verfügung stellte. Mit vielen Spielern aus der Reserve schaffte er in der Rückrunde so gerade eben den Klassenerhalt. Im Sommer erfolgte ein weiterer Umbruch. Mit zwölf neuen Spielern sollte der A-Kreisligist in ruhiges Fahrwasser kommen. 

„Wir sind es Zakaria schuldig, ihm eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu stellen“, sagte damals der Geschäftsführer Yassine Najih. Aber es blieb unruhig. Die Vorbereitung verlief schleppend auf Grund von vielen Urlaubern und Verletzten. Gab es in den Tests auch gegen B-Ligisten Niederlagen, setzte sich das in der Saison nahtlos fort. Zwar siegte der SV Stockum am zweiten Spieltag Mitte August mit 2:1 gegen den TuS Wiescherhöfen II – doch das war bis heute der letzte Sieg.

 Dazu kam die Trennung von Co-Trainer Hendrik Schmidt. „Da haben wir uns vom Vorstand für ‘Zaki’ entschieden. Er hat mit einer beeindruckenden Rede die Überzeugung zum Ausdruck gebracht: Wir packen das trotz der schwierigen Lage“, führt Holtrup weiter aus. Später verabschiedete sich im Herbst der sportliche Leiter Tobias Klein und nach dem Rauswurf von Reservetrainer Jamal Ayaou und dem Weggang weiterer Spieler wurde die personelle Situation in der Reserve noch angespannter. 

Nachfolger soll "vier bis sechs Neue" mitbringen

Später kündigte auch noch Yassine Najih seinen Rücktritt als Geschäftsführer und als Sportlicher Leiter an. Die persönliche Bilanz von Slimani in Meisterschaftsspielen als Trainer des SV Stockum in diesem Jahr ist ernüchternd: Zwei Siegen stehen vier Remis und 21 Niederlagen gegenüber. Slimani wirkte schon in den vergangenen Wochen zunehmend desillusioniert. 

„Ich war mehr als Seelsorger und Feuerwehrmann unterwegs, der immer irgendwo ein Feuer löschen musste, statt als Trainer“, sagte Slimani. Da er aber auch dem Verein eng verbunden ist („Ich bin Stockumer durch und durch“), habe er auch wohl zuviel Rücksicht genommen auf die Belange der zweiten Mannschaft, damit diese nicht vom Spielbetrieb abgemeldet werden müsse. „Ich habe auch immer die erste Mannschaft so aufgestellt, dass die Reserve spielfähig war. So haben Spieler erst in der Zweiten 90 Minuten gespielt und anschließend noch bei uns“, erklärt Slimani. Dass dies nicht unbedingt die beste Entscheidung für seine Mannschaft gewesen sei, räumt er mit ein bisschen Abstand ein. 

So habe es etwa Überraschungen wie das 0:0 beim Hammer SC gegeben, aber insgesamt war das Team bislang nur wenig konkurrenzfähig. „Den Spielern kann ich keinen Vorwurf machen. Sie haben alle eine große Leidenschaft gezeigt“, führt der 37-Jährige aus. „Wenn ein externer Trainer kommt, wird der weniger Verständnis für die zweite Mannschaft aufbringen“, sagt Slimani. Er zieht sich erst einmal von allen Posten zurück. „Ich höre komplett auf. Wenn aber Not am Mann ist, etwa in der Reserve, helfe ich gerne aus“, kündigt Slimani an. 

Der bezeichnete die „letzten zwei, drei Jahre schon als heikel.“ Als Slimani Spieler der Reserve war, stand die Fußballabteilung schon einmal am Scheideweg. Es wurde damals offen über das Ende des Stockumer Seniorenfußballs gesprochen, als sich Josef Holtrup im Frühjahr 2016 als Abteilungsleiter zurückzog – aber es ging unter seinem Nachfolger Thomas Wentzkat weiter. „Wir suchen jetzt einen Trainer mit Kontakten. Es ist klar, dass wir neue Spieler für die Rückrunde brauchen“, erklärte Holtrup.

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