Skandal in der Kreisliga A

Skandal in der Kreisliga: IG Bönen soll Meistertitel "gekauft" haben

BERGKAMEN/BÖNEN - IG Bönen soll sich die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga erkauft haben. Mit dieser Anschuldigung tritt Gurbet Spor Bergkamen an den Fußballkreis Unna/Hamm heran.

„Zwei Spieler von uns haben mir gegenüber eingeräumt, dass sie Geld von IG Bönen bekommen haben und werden es auch vor der Kreisspruchkammer zugeben“, sagt Adnan Göleli, Torwart, Trainer und Vorsitzender bei Gurbet Spor. Die IG streitet die Vorwürfe ab.

Gölelis Vorwurf: Spieler von Gurbet Spor sollen vor dem letzten Spieltag mit Geld dazu gebracht worden sein, gar nicht oder schlecht zu spielen. Horst Weischenberg, Vorsitzender des Fußball-Kreises, bestätigte am Freitag gegenüber dem WA den Eingang des Hinweises auf Spielmanipulation, wollte sich mit Verweis auf das schwebende Verfahren aber nicht weiter dazu äußern. Herr des weiteren Verfahrens ist Eberhard Petri, Vorsitzender der Kreisspruchkammer.

Am Freitag machte Gurbet Spor Bergkamen offiziell seine Eingabe beim Kreisvorsitzenden – nach der Beschwerde soll auch eine DVD folgen. Auf dieser befinden sich Gesprächsmitschnitte, die Gurbet-Chef Göleli per Handy zwischen Dienstag und Donnerstag dieser Woche aufgenommen hat.

Die Aufnahmen liegen der WA-Redaktion vor. Über die Inhalte berichten wir am Samstag ausführlich im Westfälischen Anzeiger.

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Aber: Gurbet Spor hat die Spieler bereits suspendiert – und will ihnen auch die Freigabe verweigern. Vielleicht zeigen sie sich auch deshalb reumütig. Denn sollten sie als Kronzeugen für Gurbet Spor auftreten, können sie wohl mit einer milderen Strafe rechnen.

Der beschuldigte IG-Funktionär stritt am Freitag gegenüber dem WA ab, Spieler bestochen zu haben. Er beschuldigte im Gegenzug Adnan Göleli, vor dem letzten Saisonspiel „zwei- oder dreimal“ die Dienste seines Teams angeboten zu haben. Der IG-Funktionär sei sogar erpresst worden. Mehr dazu ebenfalls am Samstag im WA.

Für die IG Bönen steht einiges auf dem Spiel. Wenn sich Gölelis Vorwurf bewahrheiten sollte, reichen die Sanktionen von Funktionssperren bis hin zu Punktabzug und Zwangsabstieg. Die Kammer steht unter Zeitdruck. Bis zum 7. Juli muss der Kreis dem Verband die Aufsteiger melden. Sollte der IG der Aufstieg verwehrt bleiben, müssten die punktgleichen Verfolgern VfL Mark und TSC Hamm vorher ein Entscheidungsspiel bestritten haben. Lesen Sie mehr dazu hier. Selbst wenn sich die Vorwürfe nicht bestätigen, hat die IG ein Problem. Sie kann vor Ende der Wechselfrist am 30. Juni keinem Spieler mit Gewissheit sagen, in welcher Liga er spielen wird.

Der Hintergrund

Vor dem letzten Spieltag der Kreisliga A1 war klar, dass IG Bönen mit einem Sieg bei Gurbet Spor Meisterschaft und Aufstieg feiern konnte. Die Konkurrenz TSC Hamm und VfL Mark hofften bei zwei Punkten Rückstand auf eine Überraschung der Bergkamener - wie beim 3:3 im Hinspiel in Bönen.

Weil sich Gurbet und die IG nicht grün sind und die Bergkamener offen damit umgingen, dass sie dem TSC Hamm den Aufstieg gönnen, hatte Gurbet-Chef Adnan Göleli schon im Vorfeld der Partie Ärger erwartet und auf Polizeipräsenz am Römerberg gehofft. Am Sonntag fehlten plötzlich unentschuldigt Spieler des ohnehin dünnen Gurbet-Kaders.

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„Man hatte nie den Eindruck, dass Gurbet ein Tor schießen könnte“, berichtete ein WA-Reporter nach dem Spiel. Mit nur elf Feldspielern und ohne Auswechselspieler startete Gurbet in die Partie, lag zur Pause 0:1 hinten, geriet dann wegen einer Verletzung in Unterzahl und verlor 0:4. Göleli ist sich sicher: „In Bestbesetzung hätten wir sicher eine Chance gehabt. Aber uns haben ja wichtige Spieler gefehlt.“ - tom/sst

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