VfL Senden wechselt

Fußball-Kreis Lüdinghausen vor dem Aus

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Ein Spiel, das es in der kommenden Saison wohl nicht mehr geben wird: Der SV Stockum gegen TuS Ascheberg II.

[UPDATE, 17:44 Uhr] KREISGEBIET - Es ist amtlich: Der Kreis Lüdinghausen wird sich zur Saison 2015/16 auflösen. Nachdem der VfL Senden nun offiziell in den Kreis Münster wechseln will und auch BW Ottmarsbocholt offen in diese Richtung tendiert, ist die Auflösung des Altkreises nicht mehr abzuwenden, wie Kreisvorsitzender Robert Heitmann auf Anfrage bestätigte.

„Ich hatte es beim Staffeltag so angekündigt, dass es nochmal ein Gespräch geben wird, wenn nicht vorher ein weiterer Verein abspringt. Das ist jetzt der Fall“, erklärte Heitmann. Zwar will sich der Kreisvorstand in einer weiteren Sitzung am Mittwochabend darüber beraten, ob es trotz der beschlossenen Abwanderung des VfL Senden nochmal ein Gespräch mit den Vereinen zum Thema Kreisauflösung geben werde. Aber durch den Weggang des VfL Senden und auch von BW Ottmarsbocholt reduziert sich die Anzahl der Vereine im Kreis Lüdinghausen auf 16. Und damit wird ein Fortbestand schwierig, die Masse an Vereinen ist für einen Wettbewerb zu gering.

Es besteht weiterhin das Angebot an die Vereine, bis Mitte November die schnelle Unterstützung des FLVW bei der Genehmigung des Wechsels in andere Kreise zu erhalten. Dann müssen aber auch die Anträge vorliegen.

Der VfL Senden will diesen Antrag beim FLVW jetzt möglichst schnell stellen, hatte bei einer Vorstandssitzung am Montagabend diese Entscheidung einstimmig getroffen.

SV Stockum: Klare Tendenz Richtung Unna/Hamm

Auch der SV Stockum hat das Thema Kreiswechsel bei seiner Vorstandssitzung am Dienstagabend kurz diskutiert. Eindeutiger Tenor: Wenn der Kreis Lüdinghausen aufgelöst wird, dann geht es für den SV Stockum nur in den Kreis Unna-Hamm. „Das ist für uns die beste Lösung“, bestätigte der Vorsitzende Josef Holtrup. Mit der Nähe zum Kreis Unna-Hamm – die Fahrt nach Herringen ist fast genauso weit wie nach Werne – biete diese Option viele Vorteile. „Viele unserer Neuzugänge kommen immer aus dem Hammenser Raum“, erklärt Holtrup. Herringen, Pelkum und Bockum-Hövel seien wesentlich interessanter als Vinnum oder Bork.

Eintracht Werne bedauert das Kreisaus

Auch bei Eintracht Werne gibt es die gleiche Tendenz. Erste Wahl wäre ein Wechsel in den Kreis Unna-Hamm. "Es ist schade, dass es jetzt so kommt, wir waren für den Erhalt des Kreises", erklärte der zweite Vorsitzende Theo Plohmann. Doch durch den Weggang von Senden und Ottmarsbocholt sei der Kreis nicht zu halten. "Die Gruppe 1 in der Kreisliga Unna-Hamm wäre die günstigste Lösung für uns, denn da ständen Derbys mit Rünthe und kurze Fahrten nach Pelkum und Bockum-Hövel an."

SV Herbern: Zu 90 Prozent nach Münster

Der SV Herbern will zwar zunächst laut Vorsitzenden Werner Heitmann das Gespräch mit dem TuS Ascheberg und Davaria Davensberg suchen. Aber: „Zu 90 Prozent ist sicher, dass wir einen Wechsel in den Kreis Münster beantragen würden.“

Große Enttäuschung beim Werner SC

Beim Werner SC, einem der größten Vereine im Kreis Lüdinghausen, herrschte große Enttäuschung angesichts der Entscheidung. Vorsitzender Thomas Overmann vermisst das Aufbäumen bei den Vereinen im Kreis. "Es scheint als sitzen alle auf gepackten Koffern." Auch das versprochene Gespräch mit den größeren Vereinen zu einer Lösung des Problems habe nicht stattgefunden.

Davon habe er sich einiges versprochen, sagt Overmann. Da die Entscheidung für einen neuen Kreis eine Verantwortung für die nächsten Jahrzehnte sei, warnte Overmann vor einem Schnellschuss. "Wir werden jetzt ganz genau prüfen, welcher Kreis für Jugend, Senioren und Altherren für uns passt. Das muss nicht automatisch der Kreis Unna-Hamm sein", stellt er klar. - lel

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