In der Reserve der LippeBaskets

Sebastian Voigt feiert nach fast einjähriger Verletzungspause sein Comeback

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Sebastian Voigt bei seinem Comeback-Spiel in der Reserve

Werne – Die Bewegungen sind noch nicht so schnell und flüssig wie in guten Zeiten und ein bisschen propper ist er auch geworden, aber ein Anfang ist gemacht: Zur Freude aller stand Point Guard Sebastian Voigt am vergangenen Samstag zum ersten Mal seit Dezember 2018 nach schwerer Operation und Reha wieder für die LippeBaskets in einem Punktspiel auf dem Feld.

 Eine lange Pause, die auch den Blick auf sein Leben beeinflusst – und dieses auch verändert hat. „Ich fühle mich gut. Schön ist, dass ich keine Schmerzen habe. Aber ich fühle natürlich, dass ich lange nicht mehr gespielt habe“, meinte der 23-Jährige nach seinem Einsatz im Oberliga-Punktspiel gegen die TG Voerde. 

Am Ende stand ein 93:82-Erfolg und in der persönlichen Bilanz sofort mehr als 20 Minuten Einsatzzeit mit sieben Punkten. „Es ist natürlich schön, wenn man mit einem Sieg wieder startet“, sagt Voigt. Behutsam soll er in der Reserve wieder an die Anforderungen in der Regionalliga herangeführt werden. Noch ist auch die Spielklasse darunter eine Herausforderung für ihn: „Die Beine sind noch langsam und der Körper schaltet nicht so schnell wie der Kopf es will“, beschreibt Voigt sein Körpergefühl. 

Das ist durchaus normal, denn er befindet sich erst seit etwas mehr als zwei Wochen wieder im Training. Voigt: „Es ist gut und wichtig für mich, wieder auf dem Platz zu stehen. Man pusht sich schon gegenseitig.“ Auch wichtig für ihn: Er will und muss abnehmen. „103 Kilo, das ist für einen Aufbauspieler schon sehr schwer“, sagt Sebastian Voigt. 

Es ist die Folge der langen Zwangsuntätigkeit. Er hat inzwischen seine Ernährung umgestellt, geht neben den drei Basketball-Einheiten nun häufiger ins Fitnessstudio: „Aber ich will jetzt nicht extrem was machen, sondern langsam abnehmen. Fünf Kilo bis zum Beginn der Rückrunde sind mein Ziel.“ 

Zeit zum Nachdenken für berufliche Neuorietierung genutzt

Die Hüftverletzung war nicht der erste Rückschlag für den talentierten Aufbauspieler aus dem eigenen Talenschuppen der LippeBaskets. Zuvor warfen ihn bereites gesundheitliche Probleme über Monate zurück. 

Die Zeit im Krankenhaus nach der Operation hat er genutzt, um über sich und sein Leben nachzudenken. „Wenn du da liegst und kannst nicht viel machen, dann ist es schön, wenn es Menschen gibt, die dir helfen“, sagt er. Voigt setzt einen Wendepunkt in seinem Leben, entschließt sich zu einem neuen Werdegang. 

Inzwischen hat er eine Ausbildung in der Pflege begonnen und arbeitet jetzt in einem Krankenhaus mit dem Fernziel, „ein Studium anzufangen und Arzt zu werden.“ Die Ausbildung wird auf den Numerus Clausus angerechnet und soll ihm dabei helfen, die Chance über den zweiten Bildungsweg zu nutzen. „Ich habe schließlich mein Abi nicht mit Einskommanull gebaut“, sagt Voigt. Jedoch dürfte das bei seinen Kämpferqualitäten kein Hindernis sein.

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