TV Werne sucht Alternative: Bad-Umbau großes Thema

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Marion Steffen mit einer Medaille, die als Motiv das bald nicht mehr existente 50-Meter-Sportbecken zeigt.

WERNE - „Ich könnte heulen. Da wird einem nach über 20 Jahren der Boden weggerissen“, sagt Schwimmwartin Marion Steffen.

Die Stimmung der TV-Wasserfreunde bei ihrem 20. und sehr wahrscheinlich letzten Salinenschwimmfest ist nach den Meldungen aus dem Stadthaus, dass während der zweijährigen Umbauphase des Natur Solebades ein Teilbetrieb für Schulen und Vereine wohl nicht möglich sein wird, sehr getrübt.

Kerstin Obrikat, seit wenigen Monaten neue Vorsitzende der Wasserfreunde, empfindet den Zeitpunkt der überraschenden Bekanntgabe vor dem Schwimmfest „schwierig“. Alle seien geschockt gewesen. Doch die Chefin gibt sich kämpferisch: „Wir werden alles dafür tun, dass der Vereinssport doch weiter betrieben werden kann. Auch das Salinenschwimmfest werden wir nicht für immer aufgeben, zumindest suchen wir nach Alternativen.“

Möglich seien zwei kleinere Veranstaltungen in der Halle – falls die dann realisierbar sind. „Das ist eine ungewisse Situation. Wir wissen nicht, was sein wird“, so Kerstin Obrikat weiter.

Mit dem Ende des Salinenschwimmfestes und auch der Party am Pool, die nach der Auflage 2014 für zwei Jahre pausieren muss, entstehen den Wasserfreunden große Lücken im Etat. Einen kleinen Vorgeschmack erleben die Organisatoren schon diesmal. Denn aufgrund des Streiks fehlten parallel die Badegäste im Solebecken. „Die sind immer gerne in unser Cateringzelt gekommen. Diese Einnahmen fehlen uns auch“, erklärt Kerstin Obrikat.

Am Samstag schaut auch Jürgen Zielonka, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, beim Salinenschwimmfest vorbei. „Trotz des schönen Wetters sind dunkle Wolken über unser Bad aufgezogen“, so der SSV-Chef bei seiner Begrüßung. Er sucht das Gespräch mit vielen anwesenden Schwimmverbandsvertretern. „Diese haben vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und können uns helfen, das Bad für den Sport zu erhalten.“

Über die Möglichkeit, die jugendlichen Schwimmer während der Bauphase in die umliegenden Schwimmbäder zu fahren, habe er noch nicht nachgedacht. „Das erfordert eine Logistik, die kaum zu stemmen ist. Außerdem warten die anderen ja nicht gerade auf uns, sind ebenfalls voll bis oben“, sagt Jürgen Zielonka: „Wir warten den Termin mit dem Architekturbüro ab. Danach werden wir uns beraten, wie wir reagieren.“

Viel Wehmut verspürt der ehemalige langjährige Vorsitzende der Wasserfreunde, Jürgen Küper. „Ich war schon vor 20 Jahren dabei, als Jörg Lexius Leiter der Abteilung war und das Salinenschwimmfest eröffnete. Wie traurig ich bin, lässt sich mit Worten nicht beschreiben.“ Gute Erinnerungen gibt’s zum Beispiel auch an die Ruhrolympiade mit Ex-Weltmeister Mark Warnecke als Schirmherr. „Zuletzt war ich bei einem Schwimmfest in Neheim-Hüsten. Dort stand man vor einer ähnlichen Situation wie wir in Werne. Doch gemeinsam hat man es geschafft, das Bad zu retten“, berichtet Küper.

Für das letzte Salinenschwimmfest ließen sich die Wasserfreunde etwas Besonderes einfallen und das Bild des 50 Meter Sportbeckens auf die Medaillen drucken. Marion Steffen schüttelt mit dem Kopf: „Keiner unsere Gäste versteht das. Die Holländer glauben, wir haben einen an der Murmel.“ - awa

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