Sportplakette: Rouven Nagels Tag hat 17 Stunden

Rouven Nagel, hier bei der NRW-Kurzbahnmeisterschaft in Wuppertal im Freistil bei den 400 Meter Lagen.

WERNE -   Dritter bei den NRW-Meisterschaften über 400 Meter Freistil, Siebter bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften über 200 Meter Rücken, Achter über 100 Meter in Berlin – Rouven Nagels Liste an guten Leistungen im Jahr 2013 ist lang. Am Samstag wird der junge Schwimmer mit der Sportplakette der Stadt Werne ausgezeichnet.

Es ist nicht die erste Auszeichnung, die Nagel in der Lippestadt erhält. Für 2012 ist er beim jüngsten Sportlerball Anfang 2013 zum „Sportler des Jahres“ gewählt worden. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Mich freut es aber ganz besonders, da solche Auszeichnungen im Schwimmsport viel zu selten vorkommen“, sagte Nagel damals.

Ein Jahr später folgt die nächste Ehrung: die Sportplakette 2013 der Stadt Werne für hervorragende Leistungen und Verdienste. Die Erfolge des Gymnasiasten kommen nicht von ungefähr. Der Schüler des St. Christopherus Gymnasium trainiert hart. Täglich. Ein Tag des Schülers hat 17 Stunden.

Erstes Training ab 6 Uhr mit 3000 m im Solebad

Um 5.40 Uhr klingelt der Wecker. Mit der bereits am Vorabend gepackten Sporttasche wird Nagel zum ersten Training des Tages gefahren – ins Solebad. Um 6 Uhr, wenn das Bad gerade geöffnet hat, ist er einer der ersten Schwimmer. Von seinem Trainer bekommt Nagel einen Trainingsplan, den er sich an den Startblock heftet. 3000 Meter legt er jeden Morgen im Becken zurück. Eine Stunde später wird gefrühstückt. Eine Portion Müsli, ehe sich Rouven Nagel auf das Fahrrad schwingt und zur Schule fährt.

Bis zum späten Mittag hat er Unterricht, danach geht es mit dem Zug direkt nach Dortmund – zum zweiten Training des Tages. Die halbstündige Zugfahrt überbrückt der Schwimmer mit Lernen oder Lesen.

Im Südbad trainiert der der Schwimmer der SG Dortmund Sprints, kräfteraubende Serien und Athletik im Kraftraum. Nach den an Einheiten nimmt er am späten Abend die Bahn zurück nach Werne. Meistens ist der Nachwuchsschwimmer gegen 21 Uhr wieder zu Hause. Auf Rouven Nagel wartet jetzt allerdings nicht der Feierabend. Der Gymnasiast setzt sich an den Schreibtisch und macht noch seine Hausaufgaben. Gegen 22.15 Uhr legt er den Stift beiseite. Bevor er sich ins Bett legt, packt Nagel noch seine Sporttasche mit Handtuch, Badehose, Schwimmbrille und Ohrenstöpsel. Dann wird geschlafen. Schließlich klingelt um 5.40 Uhr schon wieder der Wecker.

Sowohl bundesweit als auch landesweit sammelte der Nachwuchsschwimmer gute Platzierungen. Zum Beispiel bei den nordrhein-westfälischen Kurzbahnmeisterschaft in Wuppertal.

Dort wurde er Dritter über 400 Meter Freistil, Zweiter über 400 Meter Lagen, 100 und 200 Meter Rücken sowie 100 Meter Freistil. Seine 57,92 Sekunden über 100 Meter Rücken lösten ihm das Ticket für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaft in der offenen Klasse, die im Dezember ebenfalls in der Wuppertaler Schwimmoper ausgetragen wurde.

„Die Sportplakette empfinde ich als Anerkennung meiner Leistungen, auch wenn Ehrungen im Schwimmen her ungewöhnlich sind, weil die Sportart nicht so populär ist“, sagt Rouven Nagel. Wegen des bevorstehenden Abiturs wird er in nächster Zeit mit dem Training aber kürzer treten (müssen). - red

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