Rouven Nagel setzt dickes Ausrufezeichen

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Rouven Nagel präsentiert seine in Berlin gewonnene Silbermedaille.

WERNE - Es war ein dickes Ausrufezeichen, dass Rouven Nagel am Freitag im Rahmen der 127. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen setzte.

In der Schwimmhalle im Europa-Sportpark am Prenzlauer Berg in Berlin schaffte der 19-Jährige aus Werne im Feld der nationalen Elite um Marco Koch, Paul Biedermann & Co. den Gewinn der Silbermedaille über die 4x100- Meter-Freistil mit der Staffel der Startgemeinschaft Dortmund.

Nagel ging als Startschwimmer auf die Strecke, schlug nach genau 52,00 Sekunden an und übergab an Max Mral mit einer starken Zeit. „Das war mein größer Erfolg“, sagt der Sportler des Jahres 2012 in Werne dazu recht nüchtern.

Und gefeiert wurde der Vize-Titel auch noch nicht. Am Montagabend trafen sich die erfolgreichen Staffelmitglieder zu einem gemütlichen Essen. Am kommenden Wochenende will das gesamte Team der Startgemeischaft, das bei der DM ziemlich erfolgreich abschnitt, es zusammen in Dortmund krachen lassen. „An dem Wochenende haben wir alle frei“, erklärt Nagel.

Studium hat weiter Vorrang

Dabei wollte Rouven Nagel mit Beginn seines Maschinenbau-Studiums im vergangenen Jahr an der Technischen Universität Dortmund das zeitintensive Hobby Schwimmen mit Blick auf seine berufliche Zukunft eigentlich ein wenig einschränken.

„Doch ich konnte das im ersten Semester ganz gut verbinden mit den Trainingseinheiten. Das hat sich dann alles mehr auf Dortmund konzentriert“, erzählt der Student. So trainiert er wahlweise vor oder nach den Vorlesungen im Dortmunder Südbad.

Für die „Deutsche“ nahm Rouven Nagel im Februar drei Wochen lang auch an einen Höhentrainingslager in der Sierra Nevada in Andalusien mit den anderen Top-Leuten der SG Dortmund teil. Neben drei täglichen und ausgedehnten Trainingsintervallen im Wasser standen auch Athletik, Kraft, Gymnastik sowie Lockerungsübungen an.

„Das hat gut funktioniert“, sagt Nagel und bemerkte schon beim ersten Wettkampf in Essen nach der Rückkehr aus Südspanien seine ansteigende Form.

Und Rouven Nagels Bilanz in Berlin beim ersten Start in der offenen Wettkampfklasse ist vorzeigenswert. Neben der Vize-Meisterschaft mit der Freistil-Staffel belegte er am Sonntag noch Platz zehn mit der 4x100-Meter-Lagenstaffel. Hier war der 19-Jährige ebenfalls Startschwimmer auf der Rückenstrecke. Wie gut seine Form aktuell ist, zeigte er auf der 400-Meter-Freistilstrecke, auf der er seine persönliche Bestzeit um 3,5 Sekunden auf 4:05,60 Minuten verbesserte und damit 30. wurde.

Auch der direkte Kontakt zu deutschen Spitzenathleten wie Florian Vogel und Paul Biedermann sei eher beflügelnd als hemmend. „Da guckt man schon hin. Die sieht man ja auch nicht alle Tage. Da kann man schon noch viel vom Bewegungsablauf lernen und sich abschauen“, erklärt Nagel.

Wenn er seine eigene Trainingsintensität halten kann, wünscht sich Nagel einen Sprung unter die Top 20 in Deutschland. Allerdings stellt er seine berufliche Zukunft weiter klar in den Vordergrund, da mit dem Schwimmsport kein Geld zu verdienen ist. „Wenn das mit meinem Lernprogramm passt, werde ich weitermachen. Aber mein Fokus liegt klar auf der Uni“, stellt Rouven Nagel klar.

Nun stehen in diesem Frühjahr noch die NRW-Landesmeisterschaften an und im Sommer Nagels letzte Titelkämpfe im Juniorenbereich, aus dem er im kommenden Jahr dann wechselt.

Am Montag hatte Rouven Nagel erst einmal einen freien Tag, den er daheim in Werne genossen hat. Und auch das kommt ja nicht allzu oft bei dem trainingsfleißigen Athleten vor. - fraz

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