Fußballabteilung vor ungewisser Zukunft

Schock für den SV Stockum: Yassine Najih hört als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter auf

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Yassine Najih (rechts, hier bei der Verabschiedung von Spielern im Sommer) hört als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter auf. 

Stockum – Yassine Najih wird in der Winterpause seinen Posten als Geschäftsführer des abstiegsbedrohten A-Kreisligisten SV Stockum niederlegen und somit auch das Amt des sportlichen Leiters, das er vor einem Monat kommissarisch übernommen hatte. Das teilte er am Freitagnachmittag in einer persönlichen Stellungnahme mit.

Damit steht die Fußballabteilung des SVS vor einer höchst ungewissen Zukunft, war der 33-Jährige doch in den vergangenen drei Jahren die treibende Kraft. Najih führt weiter aus: „Die Probleme sind wirklich komplex. Seit Beginn meiner Amtszeit bin ich am Probleme lösen. Ist eins gelöst, kommen zwei neue dazu. Auf Dauer ist es auch für mich nicht einfach. Ich hoffe sehr, dass wir das Unvermeidliche nicht nur einfach hinausgezögert haben, sondern es schaffen, den Weg auf die Erfolgsspur zeitnah wiederzufinden.“ 

Der Stockumer Fußball-Vorsitzende Thomas Wentzkat wollte sich am Abend nicht zu dem angekündigten Rücktritt äußern. Das „Unvermeidliche“ wäre wohl die Abmeldung der ersten Mannschaft, die sich in akuter Abstiegsnot befindet und von personellen Problemen geplagt ist. Zuletzt gestaltete es sich ziemlich schwierig, Ehrenamtliche einzubinden, die die wenigen Macher unterstützen. So trat etwa Tobias Klein als sportlicher Leiter nach kurzer Amtszeit zurück. „Ich bin sicher, dass ich der Fußballabteilung in Zukunft nichts mehr mit auf dem Weg geben kann, um wieder in ruhiges Fahrwasser zu kommen“, erklärt Najih desillusioniert. Er würde einem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite stehen und melde sich auch nicht ab, denn: „Dafür liegt mir dieser Verein einfach zu nahe.“ 

Aber wenn dieser Nachfolger nicht gefunden werde, „müsse man wohl die Reißleine ziehen“, schließt Najih einen Rückzug nicht aus. Die Fußballabteilung des SV Stockum besteht ohnehin lediglich aus zwei Senioren- und zwei Juniorenteams. Die Zukunft der Abteilung stand in der Vergangenheit schon einmal auf der Kippe und eine Abteilungsauflösung wurde vor dreieinhalb Jahren von den Mitgliedern gerade noch verhindert. 

Vorstandskollegen vom Entschluss "überrascht und überfordert"

Nach einer Vorstandssitzung in dieser Woche kam Najih zu dem Entschluss, sein Amt aufzugeben: „Es macht überhaupt keinen Sinn.“ Seine Vorstandskollegen reagierten „ziemlich überrascht und überfordert“ auf diese Entscheidung. „Das war fast ein Fulltime-Job. Ich muss auch auf mich schauen. Das geht nicht spurlos an mir vorbei und ich habe die schlechte Laune mit nach Hause genommen“, sagt Najih. 

Zur Erinnerung: Er musste zusammen mit Zakaria Slimani im vergangenen Winter nach neun Abmeldungen in der ersten Mannschaft den Verein retten. Die Mannschaft schaffte so eben den Klassenerhalt, der Neuanfang im Sommer gelang aber nicht wie erhofft. Nun macht Najih ab dem kommenden Montag drei Wochen Urlaub. „Den habe ich auch dringend nötig habe, um Kraft zu tanken und Zeit mit meiner Frau zu verbringen.“ Nach seiner Rückkehr führt er noch zwei Wochen seinen Posten aus, „bevor ich das Zepter übergebe“ – an wen dann auch immer...

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