Sturz kostet Klaus Holtmann die erhoffte WM-Medaille

Klaus Holtmann und Tapio

RÜNTHE - Platz sechs bei einer Weltmeisterschaft, „das hört sich ja gar nicht so schlecht an“, sagt Klaus Holtmann. Der Rünther hatte bei der WM der World Sleddog Association (WSA) allerdings auf einen Podiumsplatz spekuliert.

Schließlich trat er bei den Wettbewerben im österreichischen Scharnitz in der Seefeld-Region als Titelverteidiger in seiner Klasse an.

Allerdings standen die drei Tage in Tirol für ihn unter keinem guten Stern. Es begann damit, dass die WSA – aus welchen Gründen auch immer – die Pulkafahrer (wie Klaus Holtmann) mit den Jöring-Spezialisten zusammen gewertet wurden. „Da hast du keine Chance, das war von vornherin eigentlich klar“, sagt Holtmann, denn: „Ob du nur Skier hast und der Hund bei dir nur an einem Bauchgurt geht, oder ob du die Pulka mitschleppen musst, das macht einen riesen Unterschied. Das Teil wiegt 20 Kilo.“

Dennoch ging der Weltmeister von Kandersteg 2014 mit seinem Zweiergespann elanvoll in den Prolog über 18 Kilometer – ausgeschrieben als Nachtlauf.

Tuulikki reißt das komplette Gespann mit

Auf der schnellen und total vereisten Piste passierte das Malheur gut zwei Kilometer vor dem Ziel. Aus heiterem Himmel schoss Führhund Tuulikki nach rechts aus der Piste heraus, riss Zweithund Tapio und das gesamte Gespann mit sich.

Abgesehen davon, dass der Sturz schmerzhaft war: Im Dunkeln und im dichten Schnee musste Holtmann die Stöcker weglegen, die Skier abschnallen und die Hunde aus den Führungsleinen befreien. „Das hat 13, 14 Minuten gekostet. Damit war die WM eigentlich gelaufen“, sagt er. Warum der routiniertere der beiden Vierbeiner so reagierte, kann sich Holtmann nicht erklären. „Normalerweise“, sagt er, „bringt ihn nichts aus der Ruhe.“

Viel schlimmer: Auf der zweiten Etappe über 34 Kilometer am nächsten Tag spürte Holtmann, dass der Sturz bei Tuulikki Spuren hinterlassen hatte. Er nahm den 8-jährigen Siberian Huskie am Ende aus dem Wettbewerb. „Er lief einfach nicht mehr so rund wie sonst“, meinte Holtmann, der den dritten Wettkampf, ebenfalls über 34 Kilometer, nur mit dem 4-jährigen Tapio in Angriff nahm.

„Das hat er gut gemacht“, lobte der Rünther den unerfahreneren Sportkollegen. Die Platzierung sei ihm dabei egal gewesen, er habe das Rennen nur zum Ende bringen wollen, sagt Holtmann, denn: „Es ist nicht meine Art, einfach aufzugeben.“

Ärgerlich war der Verlauf der Weltmeisterschaft für ihn allemal, denn Holtmann hatte sich mit großem Aufwand vorbereitet – unter anderem in einem 4-wöchigen Trainingslager in Haidmühle im Bayrischen Wald.

Sieg in Inzell bei der Generalprobe

Außerdem ließ die Generalprobe für die WM hoffen. In Inzell gewann Klaus Holtmann: „Die Deutschen, die auch bei der WM waren, habe ich da alle geschlagen. Da war die Chancengleichheit da“, meinte er.

Weltmeister in seiner Wettkampfgruppe wurde übrigens Maksin Mikhailov, ein Russe, natürlich Jöring-Spezialist und gerade einmal 25 Jahre jung. Klaus Holtmann darf sich ein bisschen als Senioren-Weltmeister fühlen: Er war mit 60 Jahren der Älteste im Wettbewerb. - gu

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