Umgang mit der Corona-Pandemie

Saison-Abbruch, englische Wochen? Das denken die heimischen Fußball-Trainer

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TuRa-Trainer Alex Berger (links) und Eintracht-Coach Mario Martinovic.

Werne/Bergkamen – Bis auf Weiteres hat der westfälische Verband den Spielbetrieb im Amateurfußball ausgesetzt. Wie geht es weiter? Fortsetzung der Saison nach Abklingen der Coronavirus-Pandemie? Abbruch der gesamten Spielzeit? Aber mit welchen Wertungen oder Auf- und Abstiegsregeln?

Dazu gibt es verschiedene Szenarien – und ebenso viele Meinungen der heimischen Trainer.

Holger Möllers, Trainer SV Herbern: „Ich gehe davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann und sie annulliert wird. Wo soll man da anfangen? Soll man die Hinrundentabelle zu Grunde legen oder das die ersten Vier eine Aufstiegsrunde spielen? Du kannst und wirst es keinem recht machen können. Wenn es doch irgendwie ab dem Mai wieder losgehen könnte, dann wäre es mit Wochenspieltagen die einzige Möglichkeit, die Saison noch zu beenden.“

Lars Müller (rechts) und sein Co Joel Simon.

Lars Müller, Werner SC: „Alle möglichen Entscheidungen sind nicht gerecht. Ich sage mal: Eine bisher erbrachte Leistung zu streichen ist allemal unfairer als jemandem die Chance zu nehmen, im letzten Drittel der Saison noch etwas zu korrigieren. Dann würden wir drei Viertel Jahr Arbeit wegschmeißen und so tun, als ob in unserer Liga Kinderhaus oder Mesum oben nichts geleistet hätten. Für die anderen gilt die Frage: In welchem Maß könnte ich mich noch steigern?“

Mario Martinovic, Eintracht Werne: „Gerechte Lösungen wird es nicht geben. Mein Gefühl ist, dass es so läuft wie in England. Dass alles von der 7. Liga an abwärts annulliert wird, das könnte uns auch treffen. Und wo es um Kohle geht, wird die Saison auf Biegen und Brechen durchgezogen. Bei uns in der Liga würde es Tabellenführer Heessen treffen, der im zweiten Jahr in Folge nicht aufsteigen könnte. Sollte es weitergehen, wären für mich Playoffs oben und unten denkbar.“

Stockums Trainer Jürgen Welp und sein Co Marlon van de Sander.

Jürgen Welp, SV Stockum: „Die beste Lösung wäre, man macht jetzt Schluss. Es ist natürlich schwierig, die richtige Entscheidung zu fällen. Wir und andere auf einem Abstiegsplatz hätten noch die Chance, den Abstieg zu verhindern. Ich würde vorschlagen, dass die beiden Erstplatzierten der beiden A-Kreisligisten ein Aufstiegsspiel machen. Alle anderen ab der Kreisliga B, die die Chance haben aufzusteigen, steigen auf und es gibt keinen Absteiger.“

Christian Jagodzinski, FC Overberge: „Man sollte einen Break machen und die Tabelle zum Hinrundenabschluss zur Ermittlung der Meister heranziehen. Dann hat jeder einmal gegen jeden gespielt, Das wäre nur gerecht und es wäre schade, wenn es keine Aufsteiger geben würde. Die Situation hat sich keiner ausgesucht. Wir sollten kleine Brötchen backen und eine Entscheidung hinnehmen, damit man in der nächsten Saison wieder vernünftig spielen kann.“

Alex Berger, FC TuRa Bergkamen: „Ich kann mich dem Thema neutral annähern, weil wir weder auf- noch absteigen können. Da bin ich vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner... Mir fehlt die Fantasie dafür, dass die Saison noch zu Ende gespielt wird. Ich bin der Meinung, die Saison als nicht gespielt zu bewerten und auf den Stand vom Sommer 2019 zurückzusetzen. Das ist gefühlt die beste Lösung, alles andere wäre aus meiner Sicht nur Flickschusterei.“

Birol Dereli

Birol Dereli, SuS Oberaden: „Ich glaube nicht, dass wir noch einmal anfangen zu spielen. Wir sollten die Pläne auf die neue Saison ausrichten. Und ich würde den Hebel da woanders ansetzen. Man sollte wieder eine weitere Bezirksliga-Gruppe einrichten. Wenn man sich anschaut, was für Investitionen in der Kreisliga A Dortmund oder Unna dahinterstecken und was man sich aufgebaut hat... Ich sehe da Bedarf, ansonsten wäre völlig umsonst investiert worden.“

Ahmet Keske (Mitte)

Ahmet Keske, VfK Weddinghofen: „Ich hoffe, dass die Saison noch weiter geht. Aber ich befürchte, dass die Saison abgeblasen wird. Letztlich wäre uns das recht, weil wir nicht auf einem Abstiegsplatz stehen. Unfair wäre es für Teams wie Königsborn und Oberaden, die viel Geld investiert haben. Vielleicht gibt es eine Regelung, dass die ersten Drei der Kreisliga A2 gegeneinander den Meister ausspielen und der dann gegen den Meister der A1 den Aufsteiger ermittelt.“

Adem Ciyan, TIU Rünthe: „Das Wichtigste ist die Gesundheit. Dann hoff ich, dass die schwarzen Wolken über uns irgendwann wieder weiß werden. Man weiß nicht, was passiert und ich warte bis zum 19. April ab. Für die Ersten in ihren Ligen wäre es gerecht, wenn sie aufsteigen. Auf der anderen Seite haben wir noch alle Chancen, den Abstiegsplatz zu verlassen. Vielleicht geht es mit englische Wochen weiter, aber der Fußball und Hobbys stehen derzeit an der Seitenlinie.“

Engin Abali, SuS Rünthe: „Letztendlich hängt alles davon ab, wie lange die Unterbrechung gilt. Wenn die auferlegte Pause ‘nur’ bis zum 19. April andauert, könnte man die restlichen Spieltage zu Ende spielen. Alle ausgefallenen Spiele, inklusive Nachholspiele, sollten mit drei Punkten für jede Mannschaft gut geschrieben werden. Und die restlichen Spiele werden bis zum Saisonende gespielt. So wären die, die noch Nachholspiele hätten, nicht benachteiligt.“

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